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Wutausbruch

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Wutausbrüche bringen wenig. Frau sollte die Energie lieber positiv nutzen.
Wutausbrüche bringen wenig. Frau sollte die Energie lieber positiv nutzen.
Ein Wutausbruch befreit - allerdings meist nur vorläufig. Hinterher entstehen möglicherweise durch das, was da in der blinden Wut gesagt wurde, mehr Probleme, als einem lieb sind. Besser als hilflose Wut ist daher: Andere Strategien suchen, um Dampf abzulassen und dann die Probleme im Kern angehen.

Streit mit dem Partner, ungerechtfertigte Kritik vom Chef, Ärger mit den Nachbarn: Kocht erstmal Wut im Bauch, haben viele Frauen Probleme, damit konstruktiv umzugehen. Manche schlucken alles herunter, andere spielen beleidigte Leberwurst, wieder andere suchen die Schuld bei sich oder flippen total aus. Mit Tellern zu werfen und herumzubrüllen, schafft aber nur neue Probleme.


Inhaltsverzeichnis

Wut ist ein normales Gefühl

Diplom-Sozialpädagogin Anita Timpe (Berlin) weiß, dass Wut bei vielen Menschen ein negatives Image hat. "Dabei ist sie ein ganz normales und wichtiges Gefühl." Die Frage ist allerdings "Wohin mit meiner Wut?". Da Timpe immer weider erlebt, dass Frauen keinen Zugang zur Wut haben, derartige Gefühle blockieren oder einfach runterschlucken, bietet sie speziell für Frauen Wochenendseminare zu diesem Thema an.

Wut zeigt einen Mangel an

Wut kann auf Dauer psychisch stark bealsten, vor allem wenn man die negativen Gefühle gegen sich selbst richtet. "Frauen geben sich oft die Schuld, dass bestimmte Dinge nicht so laufen, wie sie sich das wünschen", erklärt Timpe. Es sei aber enorm wichtig, Wut in positive Bahnen lenken zu können, sagt Peri Kholghi, Diplom-Psychologin aus Bensheim. "Die Wut zeigt immer, dass irgendwo ein Mangel vorliegt." Den gilt es zu finden und auszugleichen.

Während Psychologen ihren Patienten früher oft rieten, "die Wut mal ordentlich rauszulassen", gilt ein Wutausbruch heute nicht mehr als erste Wahl: "Man kann zwar Dampf ablassen, fühlt sich danach aber meistens noch mieser als zuvor", erklärt Kholghi. Denn in der blinden Wut würden schnell Dinge gesagt, die unangenehme Folgen haben. "Und schlussendlich schämt man sich für das eigene Verhalten und hat vielleicht noch Ärger am Hacken." Also besser, rausgehen, bis 10 zählen und die Wutenergie konstruktiv nutzen.

Wut entsteht, wenn man für ein Problem keine Lösung sieht

Martina Kern, Psychotherapeutin aus Karlsruhe sieht die Wut als Zeichen von Hilflosigkeit. Sie tritt auf, wenn man vor einem Problem steht und keine Lösung parat hat. Und es ist alles andere als einfach, sich der wahren Gefühle, die hinter der Wut stecken, bewusst zu werden. Helfen kann dabei ein Auszeit, um sich zu sortieren und dann später dem Problem vernünftiger entgegenzutreten.

"Nehmen Sie die Gefühle, die in Ihnen brodeln, unbedingt ernst!" rät Kholghi. "Wut ist grundsätzlich ein gutes Signal, denn sie fordert uns auf, Dinge, die uns belasten, aus der Welt zu schaffen." Das gelingt aber erst, wenn nach dem Sturm wieder Ruhe eingekehrt ist.

Wutstrategien suchen

Wer Dampf ablassen muss, sollte sich Strategien suchen, die dem eigenen Naturell entsprechen: Das kann der Spaziergang an der frischen Luft sein, zu Hause in ein Kissen zu boxen oder einen "Wutbrief" zu schreiben. "Schreiben Sie sich einfach alles vom Herzen, was Sie belastet", erklärt Timpe. Natürlich ohne den Brief anschließend abzuschicken.

Es gehören immer zwei dazu

Wer häufig in Streit gerät oder ständig das Gefühl hat, benachteiligt zu werden, kann in Gesprächen mit nahestehenden Menschen nach Gründen suchen. "Das kann natürlich in gewissen Punkten schmerzhaft sein, besonders wenn berechtigte Kritik kommt", sagt Kholghi. Doch die ist nötig. Denn für die meisten Konfliktsituationen gilt die Regel, dass immer zwei dazu gehören.

Siehe auch

Quelle

dpa