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Windpocken

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Windpocken
Windpocken
Windpocken sind eine durch Tröpfcheninfektion übertragene Viruserkrankung, die aufgrund der hohen Ansteckungsfähigkeit meist im Kindesalter auftritt (daher ist sie auch als Kinderkrankheit bekannt) und in der Regel eine lebenslange Immunität hinterlässt. Es sind aber auch Zweitinfektionen bei Menschen beobachtet worden, bei denen die Erkrankung sehr früh oder relativ schwach aufgetreten war.


Inhaltsverzeichnis

Gefahren

Durch schlafende, in Nervenendigungen liegende Viren kann außerdem nach vielen Jahren eine Zweiterkrankung durch denselben Virus, die Gürtelrose, hervorgerufen werden. Bei den Windpocken kommt es neben allgemeinen Krankheitssymptomen zu einem typischen, bläschenbildenden und heftig juckenden Ausschlag. Schwere Krankheitsverläufe und Komplikationen sind häufiger bei Infektionen im Erwachsenenalter und bei Menschen mit einer Immunschwäche. Die Therapie erfolgt meist durch juckreizlindernde Medikamente und Lotionen wie z.B. einer Zinkschüttelmixtur. Die Verwendung von Salben bringt jedoch die Gefahr von bakteriellen Sekundärinfektionen auf der erkrankten Haut unter der relativ luftdichten Salbe mit sich. Eine Prophylaxe gegen diese Erkrankung ist durch eine Impfung möglich.

Gefährlich sind Windpocken besonders für ungeschütze Schwangere. Bei Infektionen bis zur 20. Schwangerschaftswoche drohen schwere Fehlbildungen beim Ungeborenen. Erkrankt die Mutter um den Geburtstermin (fünf Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung), können Windpocken das Leben des Neugeborenen gefährden. Auch für Frühgeborene ist eine Ansteckung in den ersten sechs Lebenswochen sehr ernst, weil vor der Geburt nicht genügend Antikörper von der Mutter aufs Kind übertragen wurden.

Symptome

  • Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber (selten über 39°C)
  • Ausschlag: Auftreten kleiner, runder oder ovaler, roter Flecken, beginnend am Rumpf, dann den behaarten Kopf befallend, Gesicht und zuletzt die Extremitäten. Es treten verschiedene Ausschlagsformen zur gleichen Zeit auf (Sternenhimmel). Rote Flecken, leichte rötliche Hauterhebungen und Bläschen.
  • Starker Juckreiz am ganzen Körper.
  • Die Symptome dauern für ca. 10 Tage an.

Therapie

Die Behandlung unkomplizierter Windpocken erfolgt symptomatisch; das heißt, die Ursache, also die Virusinfektion, kann nicht bekämpft sondern nur gemildert werden. Ziel der Behandlung ist es, den Juckreiz zu lindern und zusätzliche, bakterielle Infektionen zu verhindern. Die juckreizstillenden Medikamente, die der Arzt einsetzt, werden Antihistaminika genannt. Bei einem schwachen Immunsystem kann frühzeitig virushemmend z.B. mit Aciclovir behandelt werden. Dies verhindert die Vermehrung der Viren, tötet die vorhandenen aber nicht ab. Die Pusteln sollen ausgetrocknet werden, wobei sich eine seit langem bewährte Zinkschüttelmixtur sehr gut eignet. Salben sollten zur Juckreizlinderung oder aus anderen Gründen auf keinem Fall verwendet werden, da sich dann unter der relativ luftdichten Salbe auf der erkrankten Haut ein sehr guter Nährboden für bakterielle Sekundärinfektionen bilden kann. Um das Fieber zu senken, ist Acetylsalicylsäure (ASS, z.B. Aspirin ®) bei Kleinkindern mit Windpocken nicht geeignet. Die Einnahme von ASS während einer Viruserkrankung kann zu einem schweren Krankheitsbild führen, dem so genannten Reye-Syndrom (mit Erbrechen, Verwirrtheit, Krampfanfällen bis zum Koma). Deshalb sollte man, falls nötig, nicht ASS-haltige Fieber- und Kopfschmerzmittel verwenden.

Impfung

Der Impfstoff besteht aus abgeschwächten, lebenden Viren (Varizella-Zoster-Viren) und wird gespritzt. Bei Kinder unter 13 genügt eine Injektion, bei älteren Kindern und Erwachsenen ist eine zweite Injektion im Mindestabstand von sechs Wochen notwendig.

Geimpft werden können Kinder zwischen 11 und 14 Monaten parallel zur 1. Masern-Mumps-Rötelnimpfungoder frühsetstens vier Wochen nach dieser, Neun- bis 17-Jährige, Frauen mit Kinderwunsch, Patienten mit schwerer Neurodermitis, medizinisches Personal, Personal in Kleinkindtageseinrichtungen sowie schwer kranke oder immungeschädigte Patienten.

Siehe auch

  • Masern
  • Impfung