Werburg
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Werburg und Wildflecken-Werberg, die mittelalterliche Festung und das Dorf zu ihren Füßen – vom einen wie vom anderen ist kaum mehr etwas zu sehen. Und beide Male war das Militär schuld am Untergang.
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In die Luft gesprengt
Der Untergang des Dorfes liegt erst wenige Jahrzehnte zurück. 1966 erst mussten die letzten Werberger ihre Heimat verlassen. 1973 sprengten Soldaten der US-Armee die letzten Häuser des Dorfes, das inmitten des Truppenübungsplatzes Wildflecken liegt. Heute regelt die Bundeswehr den Zugang zu einem Heiligenhäuschen und dem Werberger Friedhof, den letzten Zeugen einer jahrhundertelangen friedlichen Besiedlung.
Dass es früher auch kriegerisch wild zugehen konnte, daran erinnern die wenige Mauerreste der Werburg, die sich unter mächtigen Buchen noch finden. Die Truppen des Würzburger Fürstbischofs Gottfried IV. von Limpurg hatten die Burg 1444 dem Erdboden gleichgemacht, mit Zustimmung des eigentlichen Lehnsherren, des Fuldaer Fürstabts.
Sagenumwoben
Der Sage nach soll ein ehemaliger Knecht der Burg, der mit den Verhältnissen vor Ort gut vertraut war, am Abend mit einem Trupp Leute in den Vorhof der Burg gestiegen sein. Dort versteckten sie sich bis zu Tagesanbruch. In der Früh öffnete sich das Tor und der Burgvogt begleitete eine alte Dame aus der Burg.
Sie pflegte jeden Sonn- und Feiertag den Gottesdienst auf den Volkersberg bei Bad Brückenau zu besuchen. Am Michaelstag, dem 29. September, stürzten die Soldaten aus dem Versteck, überfielen den Vogt und drangen in die Burg ein.
Die Familie von Hutten
Den Anlass zur Zerstörung lieferten die Herren der Burg, die Familie von Hutten. Sie sollen von der Burg aus Raubzüge unternommen haben. Werberg lag im Spannungsfeld der Versuche mächtiger kirchlicher Landesherren, ihre Territorien abzurunden, und den entgegenstehenden Bemühungen weit verzweigter Adelsfamilien, ihre Stellung zu wahren.
Zu welchen Verwicklungen das führte, zeigt die Werburg exemplarisch. Ausgerechnet ein von Hutten, Ludwig von Hutten, Würzburger Amtmann in Arnstein, zog 1403 gegen die Burg seiner Verwandten. „her Frobein ritter, Henn, Ludwig vnd Hartmut, alle vier von Hutten“ hatten sich von der Werburg aus Überfälle erlaubt, wie Lorenz Fries im dritten Band seiner Chronik der Bischöfe von Würzburg, berichtete. Der Fuldaer Fürstabt hatte deswegen Klage erhoben.
Ludwig von Hutten führte als für die Wahrung des Landfriedens zuständiger „Reichshauptmann“ in Franken würzburgische, fuldische und Henneberger Truppen unter die Mauern der Werburg. Die wurde belagert. Die Burg wurde zwar nicht geschleift, ihre Herren aus der Familien von Hutten mussten schließlich Frieden schließen und Entschädigung zahlen.
Rund 50 Jahre vorher, im Jahr 1351 war die 1260 erstmals urkundlich erwähnte Burg schon einmal belagert worden. Auch damals konnte sie ihre ursprüngliche Funktion – Schutz für das Territorium der Fürstabtei Fulda – nicht erfüllen. Die Henneberger, die im Streit mit Fulda lagen, eroberten sie, verloren die Burg jedoch ein Jahr später wieder+
Siehe auch
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