Wenn Kinder wenig reden
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Manche Kinder reden ohne Punkt und Komma. Anderen muss man jedes Wort aus der Nase ziehen. Wenn Kinder wenig reden und von sich aus nichts erzählen, ist das für Eltern eine echte Herausforderung.
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Jungs viel häufiger betroffen
Viele Eltern kennen diese Situation. Fragen sie den Nachwuchs, wie es in der Schule war, kommt nur ein müdes "Okay". Thema beendet. Es ist schwierig für Eltern, wenn ihre Kinder nicht mit Informationen herausrücken. Oft erfahren sie dann erst durch Gespräche mit Lehrern, was ihr Kind treibt oder wie es in der Gemeinschaft zurechtkommt.
Das gelte vor allem für Jungs, sagt der Kinderpsychologe Martin Teichert aus Offenburg. "Es gibt große Geschlechtsunterschiede im Kommunikationsverhalten." Ein Phänomen, dass anscheinend durch traditionelle Rollenmuster geprägt wird. «Mädchen tauschen sich mit ihren Freundinnen intensiv aus, Jungs spielen und toben mehr.» Und die Eltern fördern diesen Unterschied unbewusst mit: "Bei Jungen wird ein introvertiertes Verhalten eher akzeptiert als bei Mädchen."
Eine Frage der Persönlichkeit
Sprechen sei aber auch immer eine Frage der Persönlichkeit, erklärt Stefanie Pirkl, Diplom-Sprachheilpädagogin aus Remscheid. "Manche Kinder sind einfach ruhiger." Aus einem stillen Kind ein Plappermaul machen zu wollen, sei keine gute Idee. "Man darf die Kinder nicht verbiegen." Doch was ist tun, wenn das Kind einfach nicht erzählen will? Dann seien Strategien sinnvoll, die die Lust am Sprechen wecken. "Schweigsame Kinder müssen erst lernen, dass die Sprache ein tolles Werkzeug ist, von dem sie profitieren können."
Lieber konkret statt allgemein
Statt allgemeine Fragen zu stellen, sollten Eltern ihr Kind lieber auf konkrete Momente ansprechen. "Welche Hobbys hat dein Freund?" - auf solche Fragen könnten Kinder nicht nur mit "Ja" oder "Nein" antworten. Wichtig sei, das Kind aussprechen zu lassen: "Kinder, die das Gefühl haben, dass Mama und Papa sich wirklich interessieren, erzählen viel liebe"», sagt Teichert.
Kein "Verhör" führen
Kinder dürfen allerdings nicht das Gefühl bekommen, in einem Verhör zu sitzen. Ratgeberautorin Cornelia Nitsch aus Bad Tölz warnt: "Je intensiver Sie fragen, desto schweigsamer verhält sich das Kind und reagiert oft immer verschlossener."
Anstatt immer nur bei großen Themen wie Schule und Hausaufgaben nachzufragen, sollten Eltern sich auch bewusst der Welt der Kleinen öffnen. "Überlegen Sie, was Ihr Kind bewegt", rät Teichert. "Kinder finden es toll, wenn die Eltern echtes Interesse an ihrem Leben zeigen."
Feste Rituale helfen
Gut ist, wenn solche Gespräche nicht nur zwischen Tür und Angel stattfinden. "Nehmen Sie sich bewusst Zeit", rät Pirkl. Ob beim Mittagessen oder beim Kuscheln vorm Zubettgehen: "Richten Sie feste Rituale ein, um mit Ihrem Kind den Tag Revue passieren zu lassen." Dabei passen Eltern besser auf, dass sie Gesagtes nicht belächeln. "Sensible Gemüter verlieren dann die Lust am Reden"», warnt Nitsch.
Wenn alle diese Versuche nicht fruchten, sollten Eltern überlegen, warum ihr Kind so schweigsam ist. "Die Sprachlosigkeit kann auch auf eine Belastung hinweisen", erklärt Teichert. Möglicherweise sind der Dauerstreit der Eltern oder Probleme in der Schule der Grund. Ein Gespräch kann erste Vermutungen bestätigen: "Ich höre so wenig von dir, was ist eigentlich los?" Oft dauert es ein wenig, bis Kinder sich trauen, über ihre Probleme zu sprechen.
Siehe auch
- Erziehungsstil
- Strafen
- Online-Beratung
- Eltern schimpfen - Kind lacht
- Wrestling Chips
- Mehr Zeit für Kinder e.V.
- Familienratgeber der Aktion Mensch
- Gewaltfreie Erziehung
- Linkshänder
- Diebstahl
- Elterntelefon
- Nummer gegen Kummer
- Glücksstudie
- SAFE-Elternkurs
- Willkommen Kind
- Aktionswoche Alkohol
- "Erwachsen auf Probe"
- Wenn Kinder keine Freunde finden
- Hänseleien unter Kindern
- Schimpfwörter nicht gefallen lassen



