login


Wenn Kinder keine Freunde finden

Aus wiki.familieninsel.de

Wechseln zu: Navigation, Suche
Freunde sind wichtig für Kinder, aber es geht auch mal ohne.
Freunde sind wichtig für Kinder, aber es geht auch mal ohne.
Wenn niemand anruft und nach einer Verabredung fragt, macht das vielen Eltern Sorge - was tun, wenn Kinder keine Freunde finden? Doch Eltern sollten sich in solche Fällen besser zurückhalten. Denn, warum Kinder sich nicht verabreden, kann viele Gründe haben.

Inhaltsverzeichnis

Ist das Kind zufrieden, ist alles okay

Jan-Uwe Rogge, Erziehungsexperte aus Bargteheide bei Hamburg erklärt: "Manche Kinder sind sich selbst genug." "Solange das Kind einen zufriedenen Eindruck macht und nicht den Wunsch nach Spielfreunden äußert, sollten Eltern sich keine Sorgen machen." In der Angst nämlich, ihr Kind könne zum Einzelgänger werden, träfen viele Eltern in Eigenregie Verabredungen. Aber, "wenn Mama und Papa aber ständig potenzielle Freunde anschleppen, kann sich das Kind überfordert fühlen", warnt Rogge.

Bedürfnisse richtig einschätzen

"Wichtig ist, die Bedürfnisse des Kindes richtig einzuschätzen", rät auch Andreas Engel, Diplom-Psychologe bei der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung in Fürth. Mädchen und Jungen, die sich schon im Kindergarten ausgetobt haben, wollen am Nachmittag vielleicht einfach ihre Ruhe haben oder Zeit mit den Eltern und Geschwistern verbringen.

Von zentraler Bedeutung ist laut Engel die Frage: "Kann das Kind überhaupt freundschaftliche Beziehungen zu Gleichaltrigen aufbauen?" Wenn Kinder im Kindergarten oder in der Schule nicht in die Gemeinschaft eingebunden sind und als Außenseiter gelten, sollten Eltern genau hinschauen: "Überlegen Sie, was Ihr Kind von anderen unterscheidet", rät Engel.

Mit dem Kind reden

Manche Kinder sind schüchterne und stille Beobachter, andere wiederum große Rabauken, die ständig den Bestimmer spielen wollen: "Beides kann den Kontakt zu Gleichaltrigen erschweren", erklärt Rogge. Seine Empfehlung: "Reden Sie mit Ihrem Kind!" Um Veränderungen zu bewirken, sei es wichtig, dass das Kind selbst die Gründe für sein Alleinsein erkennt. "Was meinst du, warum keiner anruft?", sei eine wichtige Frage.


Eltern als Vorbild

Karin Hauffe rät Eltern, Vorbild zu spielen. "Kinder sind immer ein Spiegel der Eltern", erklärt die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie aus Bremen. Besonders nach traumatischen Situationen wie einer Trennung leiden Kinder unter einem angekratzten Selbstwertgefühl: "Und strahlen das dann natürlich auch aus." Hier helfe nur viel Rücksicht und Zeit, fügt Rogge hinzu: "Setzen Sie Ihr Kind nicht unter Druck."

Damit Kinder bei Gleichaltrigen nicht nur bestehen, sondern von ihnen auch gemocht werden, müssen sie bestimmte soziale Fähigkeiten mitbringen: «Hier können Eltern viel dazu beitragen, dass Ihre Kinder fit für Freunde sind», sagt Hauffe. Aufeinander Rücksicht nehmen, teilen können, Konflikte fair lösen, einander zuhören und Geheimnisse wahren: "Diese sozialen Fähigkeiten sind das Handwerkszeug für Freundschaften." Wenn Mama und Papa dem Sprössling aber jeden Wunsch von den Augen ablesen und beim "«Mensch-ärgere-dich-nicht"-Spiel freiwillig verlieren, nur damit es keinen Knatsch gibt, müssen sie sich nicht wundern, wenn der Nachwuchs gegenüber Gleichaltrigen Star-Allüren zeigt: "Kleine Egoisten haben es immer schwerer."

Siehe auch

Quelle

Main-Post/dpa