Weihnachten
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Weihnachten wird im Christentum als Tag der Geburt Jesu Christi als Gottes Sohn gefeiert, also als Tag der Menschwerdung Gottes.
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Weihnachtsfeiertage
Der eigentliche Weihnachtsfeiertag ist der 25. Dezember. In manchen Ländern wird auch der Abend zuvor, der Heilige Abend, festlich begangenen. Den 26. Dezember als zweiten Weihnachsfeiertag gibt es nur in wenigen Ländern. In der katholischen Kirche ist er dem Heiligen Stephan gewidmet und wird deshalb auch Stefani- oer Stephanstag genannt.
Warum feiern die Christen gerade die Geburt Jesu?
Das Weihnachtfest entstand erst mehr als 300 Jahre nach der Geburt Jesu - warum, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Der Kirchenhistoriker Wolfram Kinzig von der Universität Bonn hat nun neue Erkenntnisse zu dieser alten Frage vorgelegt.
Im frühen Christentum war es nicht üblich, dass man Geburtstage feierte, galten sie doch als Beginn des sündigen Erdenlebens. Und selbst wenn man die Geburt Jesu hätte feiern wollen: Wann hätte man das tun sollen? Schließlich weiß man bis heute nicht genau, wann Jesus zur Welt kam. Sogar zum Geburtsjahr gibt es widersprüchliche Informationen. Laut Lukasevangelium ist Jesus zur Zeit Herodes' des Großen geboren. Damals war Quirinius Statthalter in Syrien gewesen. Herodes starb aber nachweislich im Jahr 4 vor Christus, und Quirinius trat sein Amt erst 6 nach Christus an. Es klafft also eine Lücke von zehn Jahren.
Andere Großreligionen kennen kein ähnliches Fest: Das Judentum begeht weder die Geburt Moses noch den Tag, als Abraham das Licht der Welt erblickte. Viele Muslime feiern zwar die Geburt des Propheten, doch ist dieser Brauch hoch umstritten. Und auch die Christen begannen erstaunlicherweise erst um die Mitte des vierten Jahrhunderts, der Menschwerdung Gottes mit einem Fest zu gedenken.
Möglicherweise stecken dahinter politische Gründe. Das Weihnachtsfest dürfte in Rom während der Herrschaft Konstantins des Großen entstanden sein. Von dort 'exportierte' man es später in alle Welt, um den Einfluss des römischen Bischofs auszudehnen. Andererseits ist Weihnachten aber auch Teil des Versuchs, den Inhalt des Glaubensbekenntnisses im Kirchenjahr durch wichtige Feste abzubilden. Nicht von ungefähr haben sich Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten in ihrer heutigen Form etwa parallel zum Weihnachtsfest entwickelt.
Weihnachten und der Sonnenkult
Und warum wird Weihnachten gerade am 25.12. gefeiert? Das dürfte unter anderem mit dem Sonnenkult zusammen hängen, der im Römischen Reich im dritten Jahrhundert nach Christus zum Staatskult aufstieg. Damals begann man auch, die Wintersonnenwende in Rom mit einem großen Fest zu feiern - und zwar am 25.12 (heute fällt die Wintersonnenwende übrigens auf den 21. oder 22.12.; die Datumsverschiebung ist auf Kalenderungenauigkeiten zurückzuführen). Schon vor gut 100 Jahren hatte der Bonner Philologe Hermann Usener daher die These aufgestellt, die Kirche habe das Weihnachtsfest bewusst auf diesen Termin gelegt, um das heidnische Fest zu verdrängen.
Ob dem wirklich so war, ist bis heute umstritten. Klar ist aber, dass sich seit dem vierten Jahrhundert die Sonnensymbolik auch in christlichen Quellen wiederfindet: Die Kirchenväter verglichen die Geburt Jesu in ihren Weihnachtspredigten beispielsweise mit der Geburt der neuen, wieder zunehmenden Sonne. Ein Zusammenhang mit den heidnischen Feiern zur Wintersonnenwende scheint also zumindest sehr plausibel.
Weihnachtstraditionen
Im Laufe der Zeit haben sich in den unterschiedlichen Regionen, Ländern und Kontinenten zum Teil ganz eigene Weihnachtstraditionen entwickelt. Darüber hinaus gibt es aber auch etliche gemeinsame weihnachtstypische Traditionen.
Die Sitte, an Weihnachten die Zimmer mit grünen Tannenzweigen zu schmücken, ist bereits für das späte 15. Jahrhundert bezeugt. Der erste mit Lichtern geschmückte Tannenbaum soll 1611 im Schloss der Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien gestanden haben. Aber erst ab dem 18. Jahrhundert zog der geschmückte Christbaum, wie wir ihn heute kennen, in die Bürgerwohnungen ein.
Die ältesten deutschen Weihnachtslieder stammen aus dem 11. Jahrhundert; die meisten der heute noch populären Lieder enstanden aber erst im 18. und 19. Jahrhundert.
Die Bescherung fand noch zu Luthers Zeiten am Nikolaustag statt. Allmählich ging man aber fast überall dazu über, die Kinder erst an Weihnachten mit Geschenken zu überraschen, mancherorts am Heiligen Abend, andernorts am Weihnachtfest selber. Ausnahmen sind Italien - hier bringt in einigen Regionen die Hexe Befana am 6. Januar die Geschenke - sowie die Niederlande, wo die Bescherung am Nikolausabend stattfindet.
Lebkuchen und anderes süßes Gebäck zur Weihnachtszeit, oft mit Nüssen und Gewürzen, wird schon im Mittelalter erwähnt. Lebkuchen kannten aber auch schon die Römer und Ägypter.
Mit Christmesse oder - in der evangelischen Kirche - Christvesper wird der Gottesdienst am Heiligen Abend bezeichnet. Der eigentliche festliche Weihnachtsgottesdienst wird am 25. Dezember gefeiert.
Siehe auch
- Weihnachten mit den Großeltern
- Trendstudie "Weihnachten 2008"
- Weihnachtspostamt
- Weihnachtsstress
- Weihnachten bei getrennten Eltern
- Entlastungsdepression
Christliche Feste:


