Wege aus dem Liebeskummer
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Sich von Erinnerungen trennen
„Wenn es hilft, kann man ruhig ein Foto des anderen zerreißen oder ein Geschenk wegschmeißen“, rät der Paartherapeut und Psychologe Jörg Wesner aus Hamburg. Das kann befreien. Schließlich fühle man sich durch eine Trennung meist irgendwie betrogen. „Und das macht wütend und zornig.“
Absolut kein Kontakt
Doch zerrissene Bilder und aus dem Fenster geworfene Lieblingsbecher verschaffen nur kurzfristig Genugtuung - meist muss der verlorene Partner fürs Erste auch anders aus dem Blickfeld verschwinden. Absolute Kontaktsperre ist dann angebracht.
„Wenn man jeden Tag zur Arbeit an dem gemeinsam geliebten Café vorbeifährt und dabei Wunden aufgerissen werden, sollte man vielleicht mal einen anderen Arbeitsweg wählen“, schlägt Wesner vor.
Dem Kummer ins Auge sehen
Wer sich jedoch mit diesen Gefühlen auseinandersetzen will, sollte besser gezielt dorthingehen, um seine Trauer zu zelebrieren. Oft stecken ja noch ganz andere Gefühle und Enttäuschungen hinter dem Liebeskummer, da sollte man auch ein wenig reflektieren, „sich selber kratzen“, rät Drewes.
An anderes denken
Bei vielen hilft Ablenken und Abreagieren. „Vor allem Männer stürzen sich dann gerne in übermäßigen Sport, viel Arbeit oder gleich die nächste Frau“, sagt Fauck, die Liebeskummersprechstunden in Hamburg und Berlin anbietet. Das ist gar keine schlechte Idee. Denn Sport, Arbeit oder ein kleiner Flirt tun dem Selbstbewusstsein gut.
Eine neue Partnerschaft ist dagegen meist keine so clevere Idee. „Das sind dann oft nur Übergangsbeziehungen, ein kleiner Flirt ist da vielleicht die bessere Alternative“, findet Wesner.
Nicht nach Schuld suchen
„Wichtig ist, dass man nicht in eine Opferrolle verfällt und sich gleichzeitig als Schuldige sieht“, erläutert Psychologische Beraterin Silvia Fauck aus Hamburg. Viele gerieten in eine Art unbewusste Selbstbestrafung, weil aus alten Geschichten Schuldgefühle aufkommen.
„Einige klagen sich selbst an und denken: 'Hätte ich dies oder das in der ein oder anderen Situation doch anders gemacht'„, erzählt Drewes. Solche Gedanken führten in der Regel aber zu nichts und entbehrten meist jeglicher Grundlage. Und schlimmer: Sie sorgen dafür, dass man sich im Kreis dreht.
Professionelle Hilfe nutzen
Werden die schlaflosen Nächte zur Regel und ist die Abmagerungskur bereits deutlich über das Ziel hinausgeschossen, sollte man sich fachmännische Hilfe holen. „Manchmal reicht es schon, einem Unbeteiligten seine Geschichte zu erzählen“, sagt Silvia Fauck. Bei vielen geht es aber auch ohne solche Hilfe vorbei. Dann schmerzt die Trennung immer weniger, und die Gedanken an die alte Beziehung werden seltener. Klares Zeichen, dass man darüber hinweg ist: Man sieht wieder, dass auch andere Mütter schöne Söhne und Töchter haben.
Siehe auch
- Düsseldorfer Tabelle
- Resilienz - oder das Stehaufmännchenprinzip


