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Vornamen

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Die Eltern entscheiden über die Wahl des Vornamens. Doch es gibt Grenzen.
Die Eltern entscheiden über die Wahl des Vornamens. Doch es gibt Grenzen.
Weil es allgemein verbindliche Vorschriften über die Wahl von Vornamen nicht gibt, ist die Namenswahl Teil der elterlichen Sorge. Die Sorgeberechtigten sind bei der Namenswahl grundsätzlich frei. Die gewählten Vornamen dürfen jedoch nicht die allgemeine Sitte und Ordnung verletzen und nicht dem Kindeswohl widersprechen. Anstößige, geschmacklose oder das Kind der Lächerlichkeit preisgebende Vornamen sind also tabu.

Bezeichnungen, die ihrem Wesen nach keine Vornamen sind, dürfen ebenfalls nicht gewählt werden. Auch Familiennamen scheiden als Vornamen aus, weil sie der Ordnungsfunktion des Namens widersprechen. Und: Vornamen müssen das Geschlecht des Kindes ausreichend erkennen lassen.


Inhaltsverzeichnis

Maria ist die Ausnahme

Eine Ausnahme bildet lediglich der Vorname Maria, der Knaben neben einem oder mehreren männlichen Vornahmen beigelegt werden kann. Bei geschlechtsneutralen Vornamen wie Conny und Friedel oder Siggi und Toni ist dem Kind ein weiterer, den Zweifel ausschließender Vorname beizugeben. Sophie und Maximilian haben Marie und Leon im vergangenen Jahr als häufigste Namen für Neugeborene in Deutschland überholt. Dies teilte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) mit.

Beliebteste Vornamen 2009

Die Namensspitzenreiter 2009 in Deutschland heißen Mia und Leon. Das sagte der Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg bei Hamburg der Deutschen Presse-Agentur dpa. Hannah und Lukas belegten 2009 Platz zwei. Auf Rang drei folgen Leonie und Jonas.

Die Hitliste der Babynamen basiert auf mehr als 123 000 Geburtsmeldungen aus 326 Standesämtern, Geburtskliniken und Geburtshäusern in Deutschland - und damit auf etwa 18 Prozent aller im Jahr 2009 in Deutschland geborenen Babys. In Ermangelung einer amtlichen deutschen Vornamenstatistik, ermittelt der Hobby-Forscher Bielefeld nach eigenen Angaben seit Jahren die häufigsten Babynamen.

Zu den bundesweiten Top Ten gehören bei den Mädchen drei weitere Namen mit dem Anfangsbuchstaben "L": Lena, Lea und Lilly. Anna, Emma, Emily und Marie konnten ebenfalls ihre Popularität halten. Bei den Jungen liegen Luka, Paul, Felix, Maximilian, Fynn, Tim und Ben weiter im Spitzenfeld.

Bielefeld wertet auch die häufigsten zweiten Vornamen aus. Bei den Mädchen lagen Sophie, Marie und Maria in diesem Jahr an der Spitze - und Luka, Alexander und Elias bei den Jungen.

Die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden gibt ebenfalls jedes Jahr im Februar eine Liste mit den beliebtesten Vornamen bekannt. Für 2008 basierten ihre Angaben auf den Daten aus rund 170 repräsentativ ausgewählten Standesämtern. Die beiden Listen variieren seit Jahren ein wenig, vor allem in der Reihenfolge der Spitzenreiter.

Beliebteste Vornamen 2008

Die seit 2000 zweitplatzierte Sophie schob sich erstmals vor die seit 1999 amtierende Spitzenreiterin Marie, Maximilian verdrängte Leon auf Platz drei und eroberte damit die Führung zurück, die er 2005 an Alexander (2008: Rang zwei) verloren hatte. Diese Angaben basieren auf den Daten aus rund 170 repräsentativ ausgewählten Standesämtern.

Sophie bzw. Sofie und Marie führten laut GfdS mit weitem Abstand. In manchen Städten wurden sie doppelt so häufig gezählt wie die nächstfolgenden Namen, allerdings weniger als Ruf-, sondern als Zweit- und Drittname.

Wie die Liste zeigt, wandelt sich die Vornamensmode nur langsam. Auf den ersten zehn Positionen zeigt sie nur geringe Verschiebungen. Leon, Paul und Luca hielten ihre Popularität ebenso wie Anna/Anne, Johanna, Leonie und Lena. Einziger Neuzugang in der Spitzengruppe der Mädchen war Mia, die sich von zwölf auf neun verbesserte und so ihren steilen Aufstieg (2006: Rang 19) fortsetzte. Tim, zuletzt von sieben auf zwölf gesackt, kehrte mit Rang zehn ins Spitzenfeld zurück.

Auf den tieferen Rängen zeigen sich bereits mögliche künftige Aufsteiger. Immer häufiger wählten Eltern etwa Lina, Lilly, Anton, Ben und Luis. Als kuriosen Zufall wertet die GfdS, dass Max und Moritz unmittelbar einander folgen (Platz 16 und 17).

Sophie und Maximilian dominierten allerdings nicht flächendeckend. Vor allem in kleineren Standesämtern registrierte die GfdS auffällige Abweichungen vom Bundestrend. So war Emily Spitzenreiterin in Bad Urach, Sophia in Hof und Leonie in Meißen; in vielen bayrischen Städten lag Maria auf Platz eins vor Marie (wegen der unterschiedlichen Silbenzahl wertet die GfdS Maria und Marie nicht als Varianten, sondern als eigene Namen). Bei den Jungen führten Jason in Aschersleben, Luca in Bad Kreuznach, Thomas in Cham, David in Darmstadt und Jonas in Quedlinburg.

Insgesamt wächst laut GfdS die Namensvielfalt. In einer Stadt wie Saarbrücken seien 2008 rund 1300 unterschiedliche Vornamen vergeben worden. Bei über der Hälfte der Namen gab es bundesweit nur je eine Meldung - dazu zählen Importe aus anderen Sprachen wie Adeyemi, Heaven, Gagik und Minas, aber auch selten gewordene deutsche Namen wie Gertrude, Heidrun, Gottlieb und Ruprecht. Für 2008 ergab sich folgende Rangfolge (in Klammern die Vorjahresplatzierung):

Mädchen:

  • 1. Sophie/Sofie(2)
  • 2. Marie (1)
  • 3. Maria (3)
  • 4. Anna/Anne (4)
  • 5. Johanna (7)
  • 6. Leonie (5)
  • 7. Lena (6)
  • 8. Hannah/Hanna (9)
  • 9. Mia (12)
  • 10. Charlotte (8)

Jungen:

  • 1. Maximilian (2)
  • 2. Alexander (3)
  • 3. Leon (1)
  • 4.Paul (4)
  • 5. Luca (5)
  • 6. Felix (7)
  • 7. Elias (8)
  • 8. Lukas/Lucas (6)
  • 9. David (9)
  • 10. Tim (12)

Im Streitfall vors Gericht

In Streitfällen, wenn der Standesbeamte die Eintragung der gewünschten Vornamen als aus seiner Sicht unzulässig ablehnt, entscheidet auf Antrag der Beteiligten in erster Instanz das Amtsgericht, ob der gewünschte Name in das Geburtenbuch eingetragen werden kann.

In Zweifelsfällen schaut der Standesbeamte in das Internationale Handbuch der Vornamen. Natürlich sind dort längst nicht alle Namen verzeichnet, und dann haben die Eltern ein Problem, denn sie müssen beweisen, dass der Vorname wirklich ein Vorname ist.

Beispiel "Hanuta". Dieser Namenswunsch wurde schon geäußert, steht aber nicht in dem Handbuch ist das ein Fall für Gabriele Rodriguez. Wenn Standesbeamte einen Vornamen nicht in ihrem schlauen Büchlein finden, klingelt bei ihr das Telefon. Bis zu 350 Anfragen verzweifelter Eltern bekommt die Sprachwissenschaftlerin - jeden Monat. Rodriguez leitet an der Universität Leipzig eine Stelle für Namensberatung, und sie recherchiert dann, ob der von den Eltern gewünschte Name auch existiert und ob er eintragungsfähig ist. Ist dies der Fall, schreibt sie eine Empfehlung für das Standesamt.

Strenge Kriterien

Aber auch Namensforscherin Rodriguez hat strenge Kriterien. "Hanuta" - eine Abkürzung, die jedes Kind kennt, weil Ferrero genügend Reklame für seine "Haselnusstasche" gemacht hat. Aber als Vorname? Nein, sagt Rodriguez. Genauso wie bei "Crazy Horse", "Borussia" und "Ariel" - Namen, die sie alle schon abgelehnt hat. Denn, der Vorname darf keinen Anlass zum Spott geben und man darf mit ihm kein Markenprodukt oder einen Sportverein verbinden.

Weil viele Eltern heutzutage nicht einen von fünf Andreas in der Schulklasse sitzen haben wollen, ist Internationalität angesagt. So werden neben schwedischen oder italienischen Namen auch indische, afrikanische und arabische Vornamen immer populärer. Als Vorbilder dienten heutzutage auch immer häufiger Stars aus Sport, Film und Musik.

Doch Vorsicht: Nicht immer sind die Kinder später mit ihrem exotischen Namen glücklich. Angenehmer ist es daher oft, einen alltagstauglichen Namen zu wählen, der leicht auszusprechen und einfach zu schreiben ist. Zudem sollte der Vorname mit dem Nachnamen harmonieren. Französische Namen wie Camille oder Antoine passten einfach nicht zu geläufigen deutschen Nachnamen wie Meier oder Schmidt. Wichtig ist außerdem, dass der letzte Buchstabe des Vornamens nicht derselbe ist wie der erste Buchstabe des Nachnamens.

Zudem sollten sich Eltern informieren, welche Bedeutung die Namen in einer anderen Sprache haben. So steht der ostfriesische Jungenname Joke im Englischen für Witz, während der ebenfalls ostfriesische Jungenname Lort im Schwedischen Dreck bedeutet.

Geschichte der Vornamen

Bis ins spätere Mittelalter (etwa 12. Jahrhundert) trugen Menschen in Deutschland einen einzigen Namen, mit dem sie gerufen wurden. Viele dieser altdeutschen und germanischen Namen sind durch historische Quellen überliefert, aber kaum mehr gebräuchlich, wie beispielsweise Bardulf oder Eberhild.

Ab 1200 gab man dann den Menschen Zunamen, die sich nach und nach zu festen Familiennamen entwickelten. Gerufen wurde jeder trotzdem nach wie vor jeder mit dem Vornamen, bis heute. Diese jedoch wurden immer weniger aus germanischem Gedankengut genommen, neue Namen aus dem Süden wurden immer "moderner". So drehte sich vom Mittelalter bis heute in Deutschland das Verhältnis der Herkunft der Namen mehr als um: Während früher nur einzelne Vornamem fremder Herkunft waren, ist heutzutage nur noch jeder vierte Name ursprünglich deutsch.

Beliebte Vornamen

Jedes Jahr, Anfang Januar, wird die Liste der beliebtesten deutschen Vornamen veröffentlicht. Eigentlich sind es zwei Listen: die des Hobbynamensforschers Knud Bielefeld aus Ahrensburg und - etwa eine Woche später - die der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS). Seit Jahren variieren die Listen etwas, beispielsweise in der Reihenfolge der Top-Namen. Insgesamt aber sind die Favoriten seit Jahren nahezu unverändert. Besonders beliebt sind Namen mit dem Anfangsbuchstaben L, bei Mädchen die Endung auf a.

Trotz der zunehmenden Globalisierung stellt Bielefeld nach wie vor regionale Unterschiede fest. Während Nele, Jette und Finn im Norden besonders beliebt seien, wählten Eltern in Süddeutschland häufiger Namen wie Maximilian oder Franziska.

Siehe auch

Weblinks

Quelle

Mainpost