Verkehrserziehung
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Schulische Verkehrserziehung in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Damit das so bleibt, müssen die Unterrichts- und Lehrmethoden fortwährend an die gesellschaftlichen und verkehrstechnischen Veränderungen angepasst werden, auch an nachlassende motorische Fähigkeiten bei Kindern.
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Weniger Unfälle
Seit die Verkehrserziehung 1972 verbindlich in die Lehrpläne aufgenommen wurde, zeigen die Statistiken einen steten Rückgang von Unfällen, in die Kinder verwickelt sind. Besonders erfreulich ist hierbei die Abnahme von Unfällen mit tödlichem Ausgang (1978: 1 449 und 2006: 136). Den Ausschlag für diese positive Entwicklung hat die Ausweitung und Verbesserung der Verkehrserziehung der Vorschul- und Schulkinder gebracht, wie Statistiken zeigen.
In den Anfängen der Verkehrserziehung stand noch die reine Vermittlung von Verhaltens- und Verkehrsregeln im Straßenverkehr im Vordergrund. Die eingängigen Lehrreime – „Bei Rot bleibst du stehen, bei Grün darfst du gehen“ – sind vielen noch bis ins Erwachsenenalter im Gedächtnis geblieben. Mit der Veränderung unserer Gesellschaft und der Zunahme des Straßenverkehrs geht auch die Notwendigkeit einher, neue pädagogische Lösungsansätze für die Verkehrserziehung von den Schülerinnen und Schülern zu formulieren.
Verkehrserziehung im Kindergarten
Wie für viele Fragen der Bildung gilt auch für die moderne Verkehrserziehung, dass sie im Elternhaus beginnen sollte – wenn das Kind laufen lernt, wenn es seine Umgebung erkundet, wenn es zum Kindergarten gebracht wird und als Vorbereitung auf den Schulweg, den es selbständig zurücklegen wird.
Darüber hinaus gewinnt die institutionelle Verkehrserziehung an Bedeutung und Wichtigkeit. Sie setzt bereits im Kindergarten ein und ist den besonderen Problemen von sehr jungen Kindern im Straßenverkehr angepasst.
Was kleine Kinder (nicht) können
Kleine Kinder hören, sehen und erleben Straßenverkehr ganz anders als Erwachsene. Allein durch ihre Körpergröße haben sie ein bedeutend kleineres Blickfeld. Zusätzlich zeigen Studien zur Wahrnehmungsfähigkeit, dass der Seh- und Hörsinn bei Kindern bei weitem nicht so ausgebildet ist, wie das bei Erwachsenen der Fall ist.
Kinder können Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht einschätzen. So sind beispielsweise Drei- bis Vierjährige noch nicht in der Lage, genau zwischen einem stehenden und einem fahrenden Fahrzeug zu unterscheiden. Auch die Konzentrationsfähigkeit ist weniger ausgeprägt. So lassen sich Kinder von Bällen leicht ablenken und vergessen darüber schnell die Gefahren des Straßenverkehrs. Daher ist es wichtig, die Kindergartenkinder durch erste praktische Übungen an ein sicheres Verhalten im Straßenverkehr heranzuführen.
Verkehrserziehung in der Grundschule
Im Mittelpunkt der Verkehrserziehung in der Grundschule steht die Radfahrausbildung. Als Radfahrer nehmen Kinder das erste Mal aktiv am Straßenverkehr teil, ab dem vierten Schuljahr – da sie mit zehn Jahren als Radfahrer die Straße benutzen und nicht mehr den Gehweg – als gleichberechtigte Partner.
Die Radfahrausbildung in der dritten und vierten Grundschulklasse und die anschließende Prüfung durch die Polizei erreicht mittlerweile 95 Prozent aller Schüler. Beispielhafte Situationen und Gefahren des Straßenverkehrs werden sicher und nachhaltig erprobt und Kenntnisse der Straßenverkehrsordnung vermittelt und überprüft.
Problem Bewegungsarmut
Als neues Problem in der Mobilitätserziehung hat sich in den letzten Jahren verstärkt die nachlassende motorische Fähigkeit bei Kindern herauskristallisiert, wie es sich in den Ergebnissen des Motoriktests für Vier bis Sechsjährige widerspiegelt.
Durch Computerspiele und Fernsehen entwickeln sich die heutigen Kinder in einer bewegungsärmeren Welt als früher. Kinder wachsen häufiger unter Erwachsenen auf, und das kindgemäße Erlernen von Bewegungsabläufen durch bewegungsintensives Spielen nimmt in der Tendenz ab. Aus diesen Gründen ist das Erlernen von motorischen Grundfähigkeiten ein wichtiger Bestandteil der schulischen und vorschulischen Mobilitätserziehung geworden. Im Sportunterricht, aber auch durch Projekte wie „move it“ der Verkehrswacht werden diese notwendigen Kernkompetenzen vermittelt.
Theorie, Praxis, Motoriktraining
Heute unterteilt sich die Verkehrserziehung in Theorie, Praxis und Motoriktraining. Zudem gewinnen Umwelt- und Gesundheitsaspekte in der Verkehrs- und Mobilitätserziehung immer mehr an Wichtigkeit. Der Weg zu Schulen und Kindergärten nimmt zwar nur etwa fünf Prozent der Gesamtverkehrsleistung ein, dennoch soll den Schülerinnen und Schülern nicht nur ein sicheres, sondern auch ein nachhaltiges Verkehrsverhalten nahe gebracht werden, indem gezeigt wird, dass Bus, Bahn und Fahrrad gute Alternativen zum Auto sein können.
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