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Vater

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Als Vater bezeichnet man den männlichen Elternteil eines Kindes.
Als Vater bezeichnet man den männlichen Elternteil eines Kindes.
Ein Vater ist der männliche Elternteil eines Kindes. Vater sein hat drei Bedeutungen:
  • Der biologische Vater ist der Erzeuger der männlichen Keimzellen für die Zeugung eines Kindes.
  • Der soziale Vater trägt die Verantwortung und Sorge für das Kind.
  • Der juristische Vater trägt die juristische Verantwortung für das Kind.

In traditionellen Familien nimmt der Partner der Mutter alle drei Funktionen wahr. Es gibt aber auch viele andere Varianten - siehe Patchwork-Familie.


Inhaltsverzeichnis

Vaterschaft und Sozialwissenschaft

Als sozialer Vater gelten der Ehepartner der Mutter eines unerkannt unehelichen Kindes, der Adoptivvater, Stiefvater und Pflegevater, im weiteren Sinne ein Lebenspartner eines Elternteils, das dem Kind gegenüber eine verbindliche Vaterrolle übernimmt.

Vaterschaft und Psychologie

Wissenschaftler wollen folgende Tendenz bei Eltern herausgefunden haben:Mütter beschäftigen sich mit Babys eher pflegerisch während Väter zu Imitationsspielen neigen. Sie stimulieren die Kleinen mit Geräuschen oder optischen Reizen. Später stimulieren sie die Heranwachsenden mit Bewegung und Sport und fördern so besonders bei Söhnen die Autonomie und das geschlechtsspezifische Rollenverhalten. Während Väter in der Regel bei ihren Söhnen mehr auf Disziplin achten, lassen sie bei ihren Töchtern mehr Emotionen und Nähe zu. Nach der Pubertät bleiben Väter für ihre Kinder wichtige Ansprechpartner, vor allem in beruflichen Fragen.


Vaterschaft und Biologie

Die Psychologin Anne Storey von der Memorial University of Newfoundland will 2000 herausgefunden haben, dass schon der Hormonspiegel des Mannes während der Schwangerschaft der Frau über die Eigenschaften der künftigen Vaterschaft entscheidet. In einer Untersuchung mit Paaren entdeckte sie Änderungen im Hormonhaushalt der werdenden Väter beim Cortisol-, Prolaktin- und Testosteronspiegel. Während der Prolaktingehalt um etwa 20 Prozent stieg, sank der Testosteronspiegel nach der Geburt um etwa ein Drittel. Folge sei ein Verhaltenswechsel des Vaters hin zu mehr Fürsorglichkeit. Als Auslöser werden Pheromone der schwangeren Frau vermutet. Weiter wurden kaum Unterschiede zwischen biologischen Vätern und Ersatzvätern festgestellt.

Vaterschaft und Männlichkeitsbild

Vaterschaft ist auch in der Moderne eng mit der Bewertung von Männlichkeit verbunden. Bereits in der Antike galt der aristokratische pater familias als der Idealtyp des Männlichen.

In einem für das Bundesfamilienministerium erstellte Gutachten „Facetten der Vaterschaft“ hat Wassilios Fthenakis das sich ändernde Bild des Vaters der letzten 300 Jahre nachgezeichnet: Er erwähnte die Veränderung der Vaterrolle vom Familienpatriarchen im 18. Jahrhundert über den zunehmend an Autorität verlierenden Arbeitervater des 19. Jahrhunderts, den stolzen Alleinernährer im Wirtschaftswunder der 1950er Jahre, den ums Sorgerecht kämpfenden Scheidungsvater der 1980er bis hin zum partnerschaftlichen Vater der Gegenwart.

Trotz dieser Veränderungen ist das Bild des Vaters im westlichen Kulturverständnis noch immer stark durch das Rollenverständnis des finanziellen Versorgers der Familie geprägt. Das erschwert es Vätern, mehr Zeit im Alltag mit ihren Kindern zu verbringen und berufliche Interessen dafür zurückzustecken.


Deutsches Recht

Über die Vaterschaft entscheiden laut Bürgerlichem Gesetzbuch drei Faktoren:

  • Vater eines Kindes ist der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet ist. Diese Regelung findet unter Umständen keine Anwendung, wenn das Kind zwar während der Ehe, aber nach einem Scheidungsantrag geboren wurde. Wird ein Kind innerhalb von 300 Tagen nach dem Tod des Ehemannes geboren, so gilt der verstorbene Ehemann grundsätzlich als Vater.
  • Vater ist der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat. Die Anerkennung bleibt schwebend unwirksam, solange ein anderer Mann – etwa wegen bestehender Ehe zum Zeitpunkt der Geburt – als Vater des Kindes gilt. Erst mit erfolgreicher Anfechtung der Scheinvaterschaft wird sie wirksam.
  • Vater ist der Mann, dessen Vaterschaft von einem Gericht festgestellt wird.

Der juristische Vater hat ein Recht darauf zu erfahren, ob er auch der biologische Vater ist. Das entschied das Bundesverfassungsgericht am 13. Februar 2007.

Ferner kann durch Adoption eine juristische Vaterschaft begründet werden.

Mit der Vaterschaft ist auch die Unterhaltspflicht verbunden und darüber hinaus die sittliche Pflicht, für den Unterhalt des Kindes bis zum Abschluss seiner Ausbildung aufzukommen.

Die sorgerechtliche Stellung des nichtehelichen Vaters ist im deutschen Recht strittig.

Siehe auch

Weblinks