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Umfrage: Missstände an deutschen Schulen

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Zu große Klassen und zu viel Stundenausfall sind laut einer Umfrage die größten Missstände an deutschen Schulen.
Zu große Klassen und zu viel Stundenausfall sind laut einer Umfrage die größten Missstände an deutschen Schulen.
Zu große Klassen und zu viel Stundenausfall sind in den Augen der Deutschen die beiden größten Missstände an deutschen Schulen. Das ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bei 1.807 Bundesbürgern im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland. Die Umfrage wurde im Rahmen des vom Deutschen Philologenverband (DPhV), vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Vodafone Stiftung Deutschland neu ausgeschriebenen Wettbewerbs „Deutscher Lehrerpreis – Unterricht innovativ“ durchgeführt.


Inhaltsverzeichnis

Zu große Klassen

Laut Umfrage sehen 61 Prozent der Deutschen in der zu hohen Schülerzahl pro Klasse und 53 Prozent in zu viel Unterrichtsausfall den dringlichsten Verbesserungsbedarf in den nächsten Jahren. Fast jeder zweite Befragte (49 Prozent) erwartet außerdem von einer Verpflichtung ausländischer Schüler mit Sprachproblemen zu zusätzlichen Deutschkursen einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der Schul-Qualität in Deutschland.

Jeweils gut 40 Prozent der Bundesbürger sind ferner der Ansicht, dass mehr Allgemeinbildung vermittelt werden müsste, dass Schüler stärker entsprechend ihren Begabungen gefördert werden und die Schule besser auf das Berufsleben vorbereiten sollte. Keinen oder nur einen geringen Beitrag zur Verbesserung der Bildungsqualität erwarten die Deutschen vom verstärkten Einsatz von Computern (23 Prozent) sowie einem stärkeren Wettbewerb zwischen den Schulen (8 Prozent) und einer früheren Einschulung (3 Prozent).

Autonomie an den Schulen

Geteilter Meinung sind die Deutschen bei der Frage, ob die Schulen mehr Freiheiten beispielsweise bei den Lehrplänen bekommen sollten oder ob es doch besser wäre, wegen der Einheitlichkeit der Bedingungen möglichst viel zentral zu regeln.

Die Befürworter (39 Prozent) und Gegner (42 Prozent) einer größeren Schulautonomie halten sich laut Allensbach-Umfrage in etwa die Waage.

Berufsorientierung nicht ausreichend

Die Vorbereitung der Schüler auf das Berufsleben ist nach Ansicht von mehr als zwei Dritteln der Befragten nicht ausreichend. Insgesamt 70 Prozent der Bevölkerung bescheinigen den Schulen dabei Defizite und finden, dass die Kinder dort weniger (56 Prozent) oder gar nicht gut (14 Prozent) auf das Berufsleben vorbereitet werden.

Lediglich 16 Prozent meinen, dass die Vorbereitung auf den Beruf gut oder sehr gut ist.

Ursachen für schlechte Schulleistungen

Bei der Grundsatzfrage, welche Ursachen schlechte Schülerleistungen haben, rangieren der zu große Medienkonsum der Jugendlichen, die Überforderung der Lehrer und die zu geringe Unterstützung der Kinder durch ihre Eltern ganz vorn.

Für 68 Prozent sind der zu große TV-Konsum und das zu häufige Spielen am Computer die Hauptgründe für schlechte schulische Leistungen. Ganz knapp dahinter rangiert mit 67 Prozent der Nennungen, dass viele Lehrer mit ihren Klassen überfordert sind. Dass sich Eltern zu wenig um die schulischen Angelegenheiten ihrer Kinder kümmern, ist für 67 Prozent ebenfalls eine wichtige Ursache.

Die zu großen Klassen (66 Prozent) und die mangelnde Fähigkeit von Lehrern, den Unterrichtsstoff angemessen zu vermitteln (65 Prozent), werden als weitere Gründe für unzureichende Leistungen an der Schule angegeben. Aber auch die Schüler sind für 60 Prozent der Befragten mit ihrem zu geringen Interesse am Unterricht für ihre mangelhaften Leistungen selbst verantwortlich.

Lehrer-Image

Das Spannungsfeld zwischen Schule und Elternhaus wird für eine klare Mehrheit der Bevölkerung (59 Prozent) dadurch gekennzeichnet, dass Lehrer viele Erziehungsfehler ausbügeln müssen, die im Elternhaus begangen werden. Bei den Aussagen, die sich direkt auf die Lehrer beziehen, sind sich 59 Prozent der Befragten der hohen Verantwortung des Lehrers bewusst, aber auch seiner Klagen über die berufliche Belastung (54 Prozent).

Dabei konstatieren 52 Prozent, dass dieser Beruf sehr anstrengend ist. Schlechte Noten gibt es für die deutschen Lehrer in Sachen Kritikfähigkeit, Fortbildungsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für neue Unterrichtsformen und ihre Ansprechbarkeit für Schüler auch außerhalb des Unterrichts.

Nimmt man die Gruppe der Befragten mit schulpflichtigen Kindern und fragt diese nach dem Bild des Lehrers ihrer Kinder, den sie am besten kennen, dann ist das Lehrer-Image deutlich positiver. Das Bemühen um eine gerechte Notengebung, einen interessanten Unterricht oder auch die Liebe zum Beruf wird den deutschen Lehrkräften von einem erheblich höheren Prozentsatz zugestanden als von der Gesamtgruppe der Befragten.

Siehe auch

Weblinks

  • Offizielle Website des Deutschen Lehrerpreises