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Taschengeld

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Kinder müssen lernen, mit Geld umzugehen.
Kinder müssen lernen, mit Geld umzugehen.
Eine Verpflichtung für Eltern, ihren Kindern ein monatliches Taschengeld zu zahlen, gibt es nicht. Aber Experten empfehlen, dies zu tun.


Inhaltsverzeichnis

Den Umgang mit Geld lernen

Christine Blum-Köhler, Sozialpädagogin und stellvertretende Abteilungsleiterin im Fachbereich Jugend und Familie der Stadt Würzburg (Jugendamt), sieht im Taschengeld eine gute Methode, Kindern ein Gefühl für den Wert von Geld zu vermitteln. In manchen Familien ist das Thema Taschengeld jedoch ein heißes Eisen – oder sogar Mittel für Belohnung und Strafe.

Kinder lernen mit Geld umzugehen, wenn sie ein eigenes Budget haben. Auf diese Weise können Kinder im Lauf der Zeit einschätzen, was bestimmte Dinge kosten, wie lange sie auf etwas sparen oder auf was sie verzichten müssen, wenn sie sich diesen oder jenen Wunsch erfüllen. Sie lernen zudem, eine Auswahl zu treffen und sich zu entscheiden, was ihnen im Moment wichtiger ist, beispielsweise der Buntstift oder der Schokoriegel. Wenn Eltern alles bezahlen, stellt sich dieser Effekt nicht ein.

Frühestens ab dem vierten Lebensjahr und spätestens mit Schulbeginn den Umgang mit Geld lernen. Mit einem Geldbetrag, der zur freien Verfügung steht, können Kinder ihre eigenen Erfahrungen sammeln. Sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Zudem hat das Gefühl, eigenes Geld in der Tasche zu haben, etwas mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun.

Kinder und Jugendliche sollten sich deshalb darauf verlassen können. Deshalb eignet sich Taschengeld nicht für Erziehungsmaßnahmen. Es sollte also nicht zur Strafe gekürzt werden, etwa bei schlechten Noten.

Größtenteils sollte des Geld den Kindern zur freien Verfügung stehen. Eltern sollten aber klar regeln, für was Taschengeld gedacht ist: beispielsweise für Naschereien, CDs, Kinokarten, Kosmetika oder Sonderwünsche bei der Kleidung.

Taschengeld hat „nichts mit Sonderzahlungen, etwa für gute Noten, oder Zuwendungen der Großeltern an Weihnachten oder zum Geburtstag zu tun“. Eltern sollten hier nichts aufs Taschengeld anrechnen, aber sie können Absprachen treffen, was mit Sonderzahlungen geschehen soll (etwa ins Sparbuch einzahlen).

Taschengeld nachschieben oder Vorschüsse geben wirkt sich ungünstig auf den Lerneffekt aus. „Eltern können aber mal ein Auge zudrücken, wenn sie bemerken, dass Opa und Oma dem Enkel aushelfen, weil er sich verkalkuliert hat.“ Wenn dies jedoch häufiger passiert, dann heißt es auch hier wieder: darüber reden. Denn Ziel von Taschengeld ist, dass Kinder lernen, mit einem gewissen Betrag auszukommen.

So viel Taschengeld ist angemessen

Die Höhe des Taschengeldes hängt auch davon ab, welches Budget die Familie zur Verfügung hat. Wenn sich die finanzielle Situation der Familie ändert und die Eltern das Taschengeld reduzieren müssen, dann ist ein offenes Gespräch wichtig, „ansonsten empfinden Kinder die Kürzung als Strafe“, sagt Christine Blum-Köhler. Eltern können in diesem Fall gemeinsam mit ihren Kindern überlegen, auf welchen Betrag sie verzichten können. „So entsteht ein Gemeinschaftsgefühl in der Familie.“

Bei kleinen Kindern empfiehlt sich anfangs eine wöchentliche Zahlung, denn sie können den langen Zeitraum von einem Monat noch nicht überblicken. Kinder unter sechs Jahren sollten ein bis zwei Euro im Monat zur Verfügung haben, Schulkinder bis einschließlich dem siebten Lebensjahr zwei bis vier Euro, Acht- bis Neunjährige vier bis fünf Euro.

Für Kinder ab zehn bis elf Jahren sind etwa 15 Euro angemessen, ab zwölf bis 13 Jahren 20 Euro. Jugendliche ab 14 bis 15 Jahren sollten mit zirka 25 Euro im Monat auskommen, 16- bis 17-Jährige mit 50 bis 80 Euro.

Mädchen werden benachteiligt

Frauen verdienen in Deutschland weniger als Männer. Doch nicht nur das: Die finanzielle Ungleichbehandlung beginnt schon in der Kindheit: Mädchen bekommen in Deutschland deutlich weniger Taschengeld als Jungen.

Während Söhne durchschnittlich über 19,08 Euro im Monat verfügen, müssen sich Töchter im Schnitt mit 16,13 Euro begnügen. Das geht aus der jüngsten Erhebung des bundesweiten Kinderbarometers der Landesbausparkassen hervor. Befragt wurden etwa 10 000 Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren. Partner des Kinderbarometers ist der Deutsche Kinderschutzbund.

Insgesamt am besten schneidet der Nachwuchs im Saarland ab: Dort liegt das Taschengeld bei 20,26 Euro, in Sachsen sind es nur 11,63 Euro. Einen markanten Unterschied gibt es auch in einem anderen Punkt: Migranten geben ihren Kindern deutlich mehr Geld ab. Sie zahlen der Studie zufolge im Schnitt 23,09 Euro, sofern die Eltern Arbeit haben.

Etwa 61 Prozent der befragten Kinder gaben an, sich nebenher etwas dazuzuverdienen. "In jungen Jahren sind gute Noten, Hilfe im Haushalt oder die Unterstützung von Verwandten Einnahmequellen genug. Später kommen andere Tätigkeiten wie Kellnern oder Prospekte lochen hinzu", sagte eine Sprecherin der LBS West. "Bei Mädchen liegt Babysitten weit vorne, Jungen ziehen Autowaschen und Rasen mähen vor."

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