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Studie „Kinder ohne Einfluss?“

Aus wiki.familieninsel.de

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Kinder bestimmen in der Schule und an ihrem Wohnort viel zu wenig mit. Dies ist das Ergebnis der repräsentativen Studie „Kinder ohne Einfluss?“ zur Beteiligung von Kindern in Familie, Schule und Wohnort. Danach findet der Nachwuchs zwar, zu Hause viel mitbestimmen zu können (53,8 Prozent), in der Schule jedoch nur wenig (60,4 Prozent) oder gar nicht (24,6 Prozent). An ihrem Wohnort haben mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) der Kinder laut Studie nach eigenem Empfinden überhaupt nichts oder nur wenig (33,6 Prozent) mitzubestimmen.


Inhaltsverzeichnis

Mitbestimmung zu Hause

Nach der Befragung entscheiden Kinder daheim vor allem mit, ob sie ihre Freunde treffen und was sie in ihrer Freizeit machen. Am konfliktträchtigsten sei das Thema „Zimmer aufräumen“. Die wenigsten Konflikte gibt es bei der Wochenendplanung.

Insgesamt sei Mitbestimmung in der Familie für Kinder wichtig, allerdings könnten rund 40 Prozent der Kinder nur „wenig“ oder „überhaupt nicht“ mitbestimmen. Dabei zeigen sich sehr deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Themen der Mitbestimmung.

„Gibt es Streit, dominiert nach Ansicht der Kinder der Wille der Eltern“, heißt es in der Studie. Allerdings würden auch häufig Aushandlungsprozesse von den Kindern wahrgenommen. „Eltern wiederum räumen ihren Kindern nach eigenem Empfinden zu Hause mehr Mitbestimmungsmöglichkeiten ein als dies von Kindern wahrgenommen wird.

Im Vergleich zu ihren Kindern nehmen Eltern ihre eigene Rolle bei mitbestimmungsbezogenen Konflikten als weniger dominant wahr: Für sie sind Kompromisse und eine Handlung nach ihrem Willen annähernd gleich häufige Lösungsmuster.“

Mitbestimmung in der Schule

In der Schule stoße die Mitbestimmung bereits bei der Gestaltung der Klassenzimmer an enge Grenzen. Auf die Frage, wie sehr sie in ihrer Schule mitbestimmen, antworteten 60 Prozent der Kinder mit „wenig“.

Ein Viertel der befragten Schüler erlebt überhaupt keine Beteiligungsmöglichkeit in der Schule. Obwohl die Kinder dort eine Mitbestimmung als bedeutsam ansehen und es auch gut finden, wenn sie mitbestimmen können, gibt es dafür offenbar kaum Angebote

Mitbestimmung am Wohnort

Noch geringer fällt jedoch die Mitbestimmung von Kindern am Wohnort aus. Fast 90 Prozent der befragten Kinder beteiligen sich an ihren Wohnort „wenig“ (34 Prozent) oder „überhaupt nicht“ (55 Prozent).

Der Grund: Es gibt keine Angebote, oder die Kinder wissen nicht darüber Bescheid. Sie haben zwar großes Interesse, sich in der Kommune zu beteiligen, können sich bislang aber nicht einbringen.

„Die Kommunen sollten der aktiven Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen wie gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen eine größere Bedeutung beimessen, denn das fördert nicht nur die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, sondern auch die soziale Integration und kann so der Politikverdrossenheit entgegenwirken“, heißt es in der Partizipationsstudie.

Fazit

Insgesamt gelangen die Autoren der Studie zu dem Schluss: „Was nur von Erwachsenen und Kindern gemeinsam regelbar ist, muss auf gleicher Augenhöhe ausgehandelt werden. Was Kinder aber alleine können und wollen, ist ihnen zu übertragen.“

Hintergrund

Die Studie wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Kindernachrichtensendung „logo!“ vom ZDF in Auftrag gegeben. Dazu befragte das Institut IFAK (Taunusstein) im Juli und August 2009 874 Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren in Deutsch sprechenden Haushalten sowie deren Eltern.

Quelle

bikl.de, Main-Post, dpa

Siehe auch

Weblinks

  • Website der logo!-Tagung des ZDF
  • Die Studie „Kinder ohne Einfluss?“ (PDF)