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Stillen

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Stillen
Hautkontakt und Stillen in den ersten Lebensstunden nach der Geburt sind für die Mutter-Kind-Bindung äußerst wichtig; auch unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit für Mutter und Kind ist die Ernährung des Babys mit Muttermilch sehr sinnvoll.


Inhaltsverzeichnis

Die körperlichen Veränderungen

Bauch und Busen wachsen, die Brustwarzen und Brustwarzenhöfe werden dunkler und es kommt vor, dass sich die Venen unter der Haut sehr viel deutlicher abzeichnen. Manche Frauen leiden unter Wassereinlagerungen, andere unter Krampfadern. Also besser nicht stillen, um ungewünschte körperliche Veränderungen zu vermeiden?

Definitiv nein. Der ganze Körper und die Brust verändern sich durch die Schwangerschaft und nur wenige Frauen werden erleben, dass nach der Geburt alles noch so mädchenhaft sein wird wie zuvor. Doch es ist die Schwangerschaft und nicht das Stillen, die zu diesen Veränderungen führen. Es lässt sich an der Brust einige Zeit nach dem Abstillen nicht feststellen, ob die Frau jemals gestillt hat, wohl aber ob sie einmal schwanger war.

Stillen hilft beim Abnehmen

Außerdem hilft Stillen Müttern beim Abnehmen nach der Geburt. Denn die Milchbildung der Brust und das Füttern des Kindes verbraucht zusätzlich Energie. Wichtig ist aber, dass die Frau mindestens sechs Monate lang stillt. Die Pfunde purzeln vor allem bei denen leichter, die während der Schwangerschaft im Normgewicht geblieben sind.

Üblicherweise verlieren Mütter in den Monaten nach der Geburt nur langsam an Gewicht. Während des Stillens sollten sie sich nicht übermäßig bemühen, abzunehmen. Eine Diät kann sich ebenso negativ auf die Qualität und die Menge der Muttermilch auswirken wie zu viel körperliche Aktivität.

Verlieren Frauen nicht ein halbes bis ein Jahr nach der Geburt den Großteil des Gewichts, das sie in der Schwangerschaft zugenommen haben, ist das Risiko größer, dass sie langfristig Gewichtsprobleme bekommen. Das kann sich in einer weiteren Schwangerschaft verstärken.

Gesundheitlicher Nutzen fürs Kind

Schon die Neugeborenenmilch, das so genannte Kolostrum, hat viele Vorteile: Sie sättigt das Neugeborene, ohne seinen Magen zu überfordern und enthält jede Menge mütterliche Abwehrstoffe gegen Krankheiten.

Ausschließliches Stillen in den ersten Lebensmonaten verringert zudem nachweislich eine Reihe gesundheitlicher Risiken für das Kind, wie zum Beispiel Allergien oder Übergewicht zu entwickeln.

Mütter sollten deshalb ihre Babys in den ersten sechs Monaten ausschließlich stillen, darauf weist beispielsweise der Verband der Frauenärzte hin. Erst nach einem halben Jahr seien Immunsystem und Stoffwechsel des Kindes so weit, dass der Kontakt mit anderen Nahrungsmitteln gut verarbeitet werden könne.

Zugleich hat die Brusternährung eine lebenswichtige Funktion. Viele Krankheiten treten bei gestillten Kindern seltener auf. Auch allergische Erkrankungen verlaufen bei gestillten Kindern abgeschwächt oder stellen sich später ein, erklären die Ärzte.

Da das Saugen an der Brust die Bildung der Kiefermuskulatur wesentlich intensiver fördere als das Nuckeln an der Flasche, litten gestillte Kinder auch weniger häufig an Zahnfehlstellungen.

Stillen schützt vor Übergewicht

Dass Stillen vor späterem Übergewicht schützt, ist bekannt. Allerdings findet sich in den meisten Studien nur ein leicht schützender Effekt, der jedoch zunimmt, wenn die Kinder nicht nur in den ersten Wochen gestillt werden.

Die aktuellen Ergebnisse der DONALD-Langzeitstudie des Forschungsinstituts für Kidnerernährung (FKE) in Dortmund bestätigen erstmals auch einen günstigen Einfluss des Vollstillens auf die Entwicklung des Körperfetts in der Kindheit. Erstaunlicherweise fand sich dieser Effekt vor allem bei Jungen übergewichtiger Mütter.

Während bei den Jungen und Mädchen normalgewichtiger Mütter die Körperfett-Menge im Laufe der ersten Lebensjahre abnahm, stieg sie bei Jungen übergewichtiger Mütter ab dem dritten Lebensjahr wieder an - aber nur, wenn sie nicht voll gestillt worden waren. Bei den Mädchen in dieser Studie hingegen war die Entwicklung des Körperfett-Anteils im Wesentlichen davon abhängig, ob ihre Mütter übergewichtig waren. Einen Effekt des Stillens gab es nicht.

Vollstillen scheint Jungen also vor Fettleibigkeit zu schützen - und zwar gerade dann, wenn die Mütter übergewichtig sind. Das Ergebnis ist auch deshalb interessant, weil es zeigt, dass die positiven Auswirkungen des Stillens nicht auf Vorbild-Effekte zurückzuführen sind, erklärt FKE-Forscherin Anette Buyken.

Stillen schützt vor hohen Cholesterinwerten

Muttermilch kann nach einer Studie der Londoner St. George's Universität im späteren Leben vor hohen Cholesterin-Werten schützen. Laut der Studie haben Erwachsene, die als Baby gestillt wurden, niedrigere Cholesterin-Spiegel als Menschen, die in den ersten Monaten andere Säuglingsnahrung erhalten hatten.

Das geht aus einer am 8. August 2008 veröffentlichten Studie hervor, für die Daten von 17 000 Menschen ausgewertet worden waren. Die Untersuchung sei ein neuerlicher Beleg dafür, dass Stillen langfristig positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, urtiielen Fachleute.

Aus der Ergebnissen folgern die Experten zudem, dass alternative Säuglingsnahrung der Muttermilch so stark wie möglich angepasst werden sollte. Jegliche Versuche, den Fettanteil zu reduzieren, könnten kontraproduktiv sein. Hohe Cholesterinwerte gelten als eine wichtige Ursache für Herzinfarkte.

Wann zufüttern?

Eltern sollten sich Verbraucherschützern zufolge nicht von Werbung für Säuglingsanfangsnahrung verunsichern lassen. Es sei eine irreführende Behauptung mancher Hersteller, Muttermilch reiche zur Versorgung eines vier Monate alten Babys mit allen lebenswichtigen Nährstoffen nicht aus.

Experten empfehlen ausschließliches Stillen als die natürlichste und beste Ernährung während der ersten sechs Lebensmonate. Zwar stillten 90 Prozent der Mütter nach der Geburt. Studien belegten allerdings, dass mehr als die Hälfte der Babys in den ersten Lebensmonaten abgestillt und früher als notwendig und empfohlen zusätzliche Nahrung bekommen.

Gesundheitlicher Nutzen für die Mutter

Doch auch die Mutter profitiert vom Stillen. Die während des Stillens ausgeschütteten Hormone begünstigen die Gebärmutter-Rückbildung und mindern Blutungen und Wochenfluss. Außerdem erreichen stillende Frauen meist schneller wieder das Gewicht vor der Schwangerschaft - und Stillen gilt als Vorsorge gegen Brustkrebs.

Nach dem Abstillen

Bei den meisten Müttern nehmen die Brüste nach dem Abstillen wieder die Größe an, die sie vor der Schwangerschaft hatten. Die Brustwarzenhöfe können dunkler als vor der Schwangerschaft bleiben und die Montgomerydrüsen zurückweichen. Die Brüste mancher Mütter werden weich und etwas schlaff, doch nach einigen Menstruationszyklen gewinnen sie aber allmählich ihre Festigkeit wieder zurück.

In seltenen Fällen verlieren einige Mütter vorübergehend die Fettschicht, die vor der Schwangerschaft in ihrer Brust vorhanden war. Diese Fettschicht bildet sich im Laufe der Zeit allmählich wieder.

Allerdings dauert es einige Zeit, bis die durch die Schwangerschaft verursachten Veränderungen sich wieder zurückbilden und nicht immer wird alles wieder wie vor der Schwangerschaft. Bei Frauen mit einem schwachen Bindegewebe sind mehr Veränderungen zu erwarten als bei Frauen mit einem sehr festen Bindegewebe.

Hilfe bei Stillproblemen

Stillhotline der AsF: (0180)-5-7 84 55 36 für 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz

Siehe auch

Weblinks

Quelle

mainFamily/dpa