Serious Games
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Wenn Jugendliche stundenlang vor der Spielkonsole sitzen, war das Eltern bislang oft ein Dorn im Auge. Das könnte sich bald ändern: Denn Lernspiele - sogenannte Serious Games - sind im Kommen.
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Mit Spaß lernt sich besser
Sie sollen nicht nur Spaß machen, sondern auch spielerisch Wissen vermitteln. Wirklich unterhaltsame Lernspiele sind aber immer noch rar - und längst nicht jedes Spiel mit dem Label "Serious Game" verdient diesen Namen auch.
"Spaß fördert den Lernprozess - insofern lernt sich zum Beispiel die Straßenverkehrsordnung leichter, wenn sie als Spiel verpackt wird", sagt Prof. Gernold Frank, der an der Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) in Berlin zu dem Thema forscht. Computerspiele hätten etwa gegenüber Lehrbüchern den Vorteil, dass Spieler Lernstoffe interaktiv erkunden können.
Weil Spaß den Lernprozess fördert, können auch Spiele zum einen den Lernerfolg positiv beeinflussen und zugleich die Hemmschwelle für die Beschäftigung mit ernsten Themen senken. SO hat beispielsweise die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Bonn das Spiel «Genius» entwickelt, in dem Jüngere die Spielregeln der Demokratie lernen sollen.
Neue Zielgruppe
Führten solche Titel früher eher ein Nischendasein, sind Lernspiele wie "Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" inzwischen echte Renner: Die Serie hat sich seit ihrem Erscheinen 2006 allein in Europa mehr als zwölf Millionen Mal verkauft.
Das liegt wahrscheinlich auch daran, dass solche Spiele eine neue Zielgruppe ansprechen: vor allem Ältere, die mit dem Daddeln vor dem PC bisher wenig Berührungspunkte hatten. Auch Unternehmen haben Potenzial des Spieltriebs mittlerweile entdeckt. "Game based Learning" wird inzwischen vermehrt in der Weiterbildung genutzt.
Künftig könnten Serious Games noch stärker als bislang in Schulen begleitend zum Unterricht eingesetzt werden.
Eine große Auswahl
Die Palette der Lernspiele ist breit: Sie reicht von Denksportaufgaben und spielerischem Tipp-Training über Wirtschaftssimulationen bis hin zu Yoga-Lektionen. Daneben werden Themen behandelt, um die herkömmliche Hersteller eher einen Bogen machen: In "Global Conflicts: Palestine" etwa wird der Nahost-Konflikt veranschaulicht.
Aktuelle Titel aus der Unterhaltungsindustrie sind oft aber aufwendiger gestaltet und den Serious Games damit einen Schritt in der Entwicklung voraus. Auch schaffen es längst nicht alle Serious Games, den gleichen Spaßfaktor wie Unterhaltungsspiele zu bieten.
Ein anderer Haken: Unterhaltungsspiele wollen auf der Welle der Serious Games mitschwimmen. Beim Kaufen sollte man daher beachten, dass nicht überall ein lehrreiches Spiel drinsteckt, wo "Serious Game" draufsteht.



