login


Schweinegrippe bei Kindern

Aus wiki.familieninsel.de

Wechseln zu: Navigation, Suche
Kinder und Jugendliche mit Schweinegrippe gehören ins Haus und nicht in die Schule.
Kinder und Jugendliche mit Schweinegrippe gehören ins Haus und nicht in die Schule.
Schweinegrippe bei Kindern unterscheidet sich von den Symptomen kaum von einem einfachen grippalen Infekt bei Kindern. Dazu gehören Fieber, Mattigkeit, Husten, Kopfschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen. Allerdings ist bei der Schweinegrippe das Fieber oft sehr hoch, dazu können Schmerzen im Unterleib kommen, Durchfall und Erbrechen. Schnupfennase und tränende Augen sind hingegen oft weniger stark ausgeprägt.


Inhaltsverzeichnis

Säuglinge und Kleinkinder stärker gefährdet

Aber nicht bei jedem kleinen Patienten sind diese Krankheitszeichen gleich stark vorhanden. Mancher steckt auch die Schweinegrippe gut weg, bei einem anderen kann es zu Komplikationen kommen.

Säuglinge und Kleinkinder gelten prinzipiell als gefährdeter, weil ihr Immunsystem noch nicht so trainiert ist. Dasselbe gilt für Kinder, die chronisch krank oder durch eine andere Infektion geschwächt sind. Die Ständige Impfkommission STIKO empfiehlt daher, Kinder mit einer Grudnerkrankung ab dem Altern von sechs Monaten impfen zu lassen.

Schonung muss sein

Kinder und Jugendliche mit Schweinegrippe gehören ins Haus und nicht in die Schule – auch wenn die Krankheit leicht verläuft oder fast schon ausgeklungen ist, sagt der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland, Dr. Wolfram Hartmann. Außerdem empfiehlt er, dass sie nach überstandener Krankheit drei Wochen keinen Sport treiben sollten.

Denn selbst wenn die Schweinegrippe bei vielen Kindern und Jugendlichen ähnlich harmlos verläuft wie eine Erkältung: Das Virus H1N1 sei nicht harmlos, betont der Kinderarzt, sondern könne den Körper genau so schwer und nachhaltig schwächen wie andere bisher bekannte Formen der Grippe. Kinder und Jugendliche deshalb nach einem Tag Fieberfreiheit wieder in die Schule oder Kita zu schicken und selbst zur Arbeit zu gehen, sei deshalb hochriskant.

Bei zu kurzer Genesungszeit und zu früher körperlicher Belastung kann es zu Herzmuskelentzündungen kommen. Die wiederum können sich – wenn auch erst später - zu ernsthaften Herzfehlern auswachsen. Aus diesem Grund gilt auch nach überstandener Krankheit: drei Wochen kein Sport.

Was müssen Schwangere beachten?

Schwangere haben ein deutlich höheres Risiko, bei einer Infektion mit H1N1-Viren schwerer zu erkranken. Wenn sie sih impfen lassen, empfiehlt die STIKO einen Impfstoff, der keine Wirkstoffverstärker enthält. Noch ist in Deutschland solch ein Impfstoff aber weder zugelassen noch erhältlich. Bis das der Fall sein wird, soll die Entscheidung über eine Impfung (bevorzugt nach dem zweiten Schwangerschaftsdrittel) bei einem sorgfältigen individuellen ärztlichen Beratungsgespräch über Nutzen und mögliches Risiko abgewogen werden.

Eine mit dem Schweinegrippe-Virus infizierte Schwangere überträgt nach Experteneinschätzung das Virus jedoch nicht auf das Ungeborene. Auch eine Ansteckung nach der Geburt sei sehr unwahrscheinlich, sagte der Gynäkologe Prof. Nicolai Maass, Leiter der Frauenklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Aachener Universitätsklinikum. "Nach der Geburt genießen die Neugeborenen einen gewissen Nestschutz, so dass das Risiko eigentlich am allergeringsten ist", sagte Maass.

So können Sie eine Ansteckung vermeiden

Die Ansteckung mit H1N1-Viren erfolgt von Mensch zu Mensch (Tröpfcheninfektion), also durch Sprechen, Niesen, Husten oder Küssen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung rät deshalb:

  • Waschen Sie regelmäßig 20 bis 30 Sekunden lang die Hände mit Wasser und Seife.
  • Säubern Sie zu Hause regelmäßig Oberflächen und Griffe.
  • Halten Sie beim Niesen und Husten Abstand.
  • Verwenden Sie beim Niesen und Husten immer ein Einmaltaschentuch und entsorgen Sie es sofort nach dem Gebrauch.
  • Werfen Sie das einmal benutzte Taschentuch in einen verschlossenen Mülleimer. Waschen Sie sich danach möglichst die Hände.
  • Wenn kein Einmaltaschentuch griffbereit ist, husten und niesen Sie in die Armbeuge. Vermeiden Sie, in die Hand zu husten, denn so können Sie die Viren weitergeben. Ausführliche Informationen dazu im Internet: www.wir-gegen-viren.de

Impfen bei chronisch krnakien Kindern

Auch nach dem ungeklärten Tod eines herzkranken Kleinkindes raten Ärzte dazu, chronisch kranke Kinder gegen Schweinegrippe impfen zu lassen.

"Gerade für chronisch kranke und ganz kleine Kinder ist der Schutz immens wichtig, denn dort haben wir die meisten schweren Verläufe und Todesfälle durch Schweinegrippe", betonte der Berliner Kinderarzt und Bundessprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Ulrich Fegeler. In Schweden und Spanien, wo bereits sehr viele Kinder geimpft worden seien, seien keinerlei Probleme aufgetreten. "Es gibt derzeit keinen Grund von der Impfempfehlung abzurücken", sagte Fegeler.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass bereits Ende Oktober ein kleiner Junge aus Berlin einen Tag nach der Impfung gestorben war. Der knapp Zweijährige war seit seiner Geburt schwer herzkrank und stand unmittelbar vor einer Herz-Lungen-Transplantation. Bislang ist unklar, ob sein Tod in irgendeiner Weise mit der Impfung in Zusammenhang steht. Die Untersuchungen dazu am Paul-Ehrlich-Institut (PEI) im hessischen Langen dauern an.

"Je schwerer die Krankheit ist, desto höher ist die Gefahr, dass der betreffende Mensch einfach an seiner Krankheit stirbt", hatte PEI-Sprecherin Susanne Stöcker erläutert. Je mehr Menschen sich zudem impfen lassen, desto höher sei auch die Zahl von Todesfällen im zufälligen Zusammenhang. Tatsache sei jedoch, dass das Virus für chronisch kranke Kinder "sehr, sehr gefährlich" sei, betonte Stöcker im "Tagesspiegel". Wegen des erhöhten Risikos auch für gesunde Neugeborene, raten die Kinderärzte dazu, unbedingt das Kreißsaalpersonal zu impfen. Auch die Mutter sollte sich gleich nach der Entbindung immunisieren lassen.

In Berlin war für Mittwochnachmittag der Beginn einer großen Impfaktion für die rund 40 000 chronisch kranken Kinder geplant, die in der Hauptstadt leben.

Das jüngste Opfer der Schweinegrippe ist nach Medienberichten ein erst sieben Monate alter Säugling aus München. Das Mädchen sei bereits am 31. Oktober in einer Klinik gestorben, berichtet die Münchner Tageszeitung "tz" unter Berufung auf das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen. Unklarheit herrsche über den Gesundheitszustand des Babys vor der Ansteckung, berichtete das Blatt. Während das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) in seiner Statistik die Risikofaktoren mit "unbekannt" angab, habe LGL-Sprecherin Claudia Schuller davon gesprochen, der Säugling habe an einer nicht näher bezeichneten chronischen Vorerkrankung gelitten.

Siehe auch

Weblinks


Quelle

bikl.de, Main-Post,dpa