Schwanger über 40 - Tagebuch: 20.- 40. Woche
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21. Woche: Unvorhergesehenes
Heute halte ich mich kurz. Nur so viel: So weit ein schneller Ultaschall das abklären kann, geht es Pünktchen gut und auch die Planzenta ist okay (und nicht abgelöst oder so). Aber ich habe einen sehr schnellen Abfall des Eisenwertes (HB-Wertes) - in sechs Tagen von 15,6 auf 10,8. Das habe ich heute per Anruf erfahren, als ich schon bei meinem Lebensgefährten war, rund 500 Kilometer weg von zu Hause. Das bedeutet jetzt, dass ich ins Krankenhaus gehen muss, um abzuklären, woher die schlechten Werte kommen. Momentan ist das noch völlig unklar. Es kann 1000 Ursachen haben - schlimme wie harmlose. Natürlich machen wir uns Sorgen - um Pünktchen, um mich. Aber jetzt heißt es ,kühlen Kopf bewahren. Vielleicht ist ja gar nichts. In ein, zwei Tagen sind wir schlauer. Daumen drücken!
Alles in Ordnung!
Das Daumen drücken hat geholfen: Ich bin nicht im Krankenhaus und alles scheint so weit in Ordnung. Woher der plötzliche Abfall innerhalb weniger Tage kam, ist zwar noch immer unklar (ich hatte ja keine Blutungen. weder äußerlich noch innerlich), aber die Werte sinken nicht weiter und alle anderen Blutwerte sind gut und auch sonst ist alles okay. Letztlich musste ich jetzt gar nicht in der Klinik bleiben. Das Ganze war auch ein (schlechtes) Beispiel für die Auswirkungen der Gesundheitsrefom. Denn ohne Über-oder Einweisung - wo sollte ich die am Freitagabend in einer fremdem Stadt herbekommen ?! - oder zwingend notwendige stationäre Aufnahme waren dem Personal in der Klinik die Hände gebunden. Sie dürfen weder Unterschungen machen (außer man zahlt alles selbst, aber leider bin ich kein Krösus), nichts verschreiben, gar nichts. Das geht nur vorstationär. Findet sich dann nichts. heißt das bei Schwangerschaft, erst mal mindestens 'ne Woche bleiben. Ich hätte mich also einfach mal so eine Woche hier ins Krankenhaus legen müssen - was ich logischerweise nicht wollte, wenn schon dann wollte ich zu Hause im Krankenhaus liegen, wo man mich kennt und wo meine Kinder zu mir kommen können. Eine Verlegung wäre nämlich - außer auf eigene Kosten und Risiko - auch nicht gegangen, da ein Vollversorgungshaus nicht verlegen darf, auch nicht wenn man von ganz woanders her kommt. Wie ist das alles bloß, wenn man dann in so einem Fall womöglich noch im Ausland ist und die Sprache nicht perfekt kann, wenn das innerhalb Deutschlands schon alles so schwierig ist! Nun ja, mit ein paar Tricks und vielen Unterschriften (und der Bereitschaft doch was selbst zu zahlen), haben wir es jetzt ja doch irgendwie hingekriegt, zumindest einigermaßen Bescheid zu wissen. Zu Hause steht dann der nächste Arzttermin an. Aber da es mir gut geht und Pünktchen weiterhin spürbar vergnügt strampelt, bin ich doch ziemlich beruhigt.
22. Woche: Pünktchen live
Ordnung! - So jedenfalls lautet das Fazit des Frauenarztes, bei dem Pünktchen und ich gerade beim Spezialultraschall waren. Der Fachmann meint, Pünktchen ist altersgemäß entwickelt, hat alles dran und "drin" (also: Organe) was und wie es sein soll. "Keinerlei Auffälligkeiten, so weit man das mit Ultraschall überhaupt sehen und erkennen kann". - so lautet das Resümee des Frauenarztes.
Ich bin natürlich gaaaaaaanz anderer Meinung: Pünktchen ist das absolut schönste, goldigste und süßeste Pünktchen auf der ganzen Welt. Das sieht man doch schon ganz deutlich auf dem Profilbild, oder? Das Herz und alle vier Kammern
Es ist schon faszinierend, was man mit so einem Ultraschallgerät alles sehen und erkennen kann . Beispielsweise das ganze kleine Herzchen mit den vier Kammern und dann (farbig dargestellt) wie das Blut da hindurchfließt. Man kann die Nieren vermessen, die einzelnen Knochen (wie Unter- und Oberarmknochen, Oberschenkelknochen und natürlich die Wirbelsäule). Sogar die Nasenlöcher des kleinen Näschens waren von vorne zu sehen und wie Pünktchen seinen Mund aufmachte und ein bisschen Fruchtwasser trank. Wahnsinn!
Natürlich ging es auch darum, zu sehen, wo die Plazenta (Mutterkuchen) liegt, ob sie in Ordnung ist, ob die Nabelschnur "funktioniert" und die Fruchtwassermenge stimmt. Alles im grünen Bereich!
23. Woche: Nicht jammern
Pünktchen ist jetzt manchmal ganz schön lebhaft. Vor allem, wenn ich mich freue, am Abend endlich Ruhe zu haben, dann hat es ganz offensichtlich Turnstunde. Es sei denn - ich will jemanden - wie etwa Pünktchens Papa - an seinen Übungen teilhaben lasse: Dann verkriecht es sich mucksmäuschen still in die "hinterste Ecke".Na, ja: Wenn ich ehrlich bin, glaube ich ich nicht, dass es noch so viel Platz hat, um sich groß zurückzuziehen -so wie die Mutterbänder jetzt ab und an ziehen, ist da schon etwas zu Tragen im Bauch. Ich fühle mich manchmal so dick und schwer und unbehäbig wie sonst nicht mal am Ende - und ich bin ja gerade mal am Beginn des sechsten Monats! Da macht sich schon ganz deutlich bemerkbar, dass ich nicht mehr 20, nicht mehr 30, sondern bald Mitte 40 bin. Und schon sechs Schwangerschaften hinter mir habe. Aber ich will nicht jammern. Gerade, wenn man so sieht, was anderen passiert, dann bin ich eigentlich ein unheimlicher Glückspilz! Ich habe fünf pumperlgesunde Kinder und bekomme - wie es aussieht - noch ein sechstes solches Prachtexemplar. Da verbietet sich jammern von selbst.
Alles im Lot
Die Eisenwerte sind übrigens (dank Floradix Kräuterblut) wieder leicht gestiegen. Die Schilddrüsenweret bewegen sich knapp unter Normalwert (klitzekleine Unterfunktion). Also: wirklich alles im Lot - auch mit mir, Pünktchens Mama. Allerdings fällt es mir mit jeder Woche schwerer zu akzeptieren, dass Pünktchen Papa noch nicht bei uns sein kann. Wie schlimm muss es erst sein, schwanger zu sein ohne Partner, der Mitverantwortung übernimmt! Ich habe wirklich riesige Hochachtung vor all den Frauen, die diese Situation ganz alleine meistern mussten!
Schwangerschaftsdemenz und Nestbautrieb
Eines aber kann ich ebenfalls nicht mehr verleugnen: die Schwangerschaftsdemenz! Ich vergesse Namen, Dinge, die ich erledigen will und was sonst noch alles. Dafür bin ich - was ich diesmal wirkich nicht erwartet hätte - wieder dem, Nestbautrieb verfallen und häkele, stricke und werkele für Pünktchen und seine Umgebung. Dagegen ist man bei entsprechender Veranlagung also auch nicht beim siebten Mal gefeit!
24. Woche: Was ist Pünktchen?
"Was ist es denn, ein Junge oder ein Mädchen?" - Sehr oft habe ich diese Frage in den letzten Monaten gehört. Seit ein paar Wochen schon könnten Pünktchens Papa und ich diese Frage beantworten (zumindest mit 90-prozentiger Sicherheit) . Beim vorletzten Ultraschall meinte ich ganz unverhofft, Pünktchens Geheimnis zu erkennen und fragte daraufhin meine Frauenärztin. Diese bestätigte meinen Verdacht.
Beim Spezialultraschall wiederum bestätigten die Bilder, die sich sah, meine und ihre Vermutung erneut. Auch dieser Gynäkologe nickte auf meine diesbezügliche Frage. "So weit man das nur von den Bildern her mit Sicherheit sagen kann, würde ich sagen, sie haben recht", antwortete er. Hinzu kommt, dass mein Bauch-Gefühl mir von Beginn an das Gleiche sagte. Doch das kann, wie ich bei vielen Bekannten schon erfuhr, ja durchaus täuschen. Jetzt aber bin ich ziemlich sicher. Ganz unberücksichtigt blieb bei all dem, dass Pünktchens Papa ebenfalls Glück hat: Denn er bekommt genau das, was er sich wünschte.
Bestärkt durch all das, habe ich es diese Woche nun gewagt und mich bei den Vorbereitungen für Pünktchen erstmals festgelegt. Beim Stöbern im Keller (ich suchte irgendein Werkzeug) "stolperte" ich über einen Karton mit diversen beim Umzug ausgemusterten Sachen meiner Zweitältesten. Da fanden sich gut brauchbare kleine Holzkisten ebenso wie ein ganzes Sortiment Plastikschälchen. Die dienten ihr früher zur Aufbewahrung von Bügelperlen - fein säuberlich nach Farben sortiert. Jetzt nutzen meine zwei Jüngsten sie zum besseren Sortieren ihrer Legosteine.
Das Lieblingsstück
Daneben aber fand sich auch eine Puppe, knapp 80 Zentimeter groß. Die Pupe selbst ist nicht mehr schön, aber sie trug die Lieblingskleider meiner großen Kinder. Genauer gesagt: Sie trug das Lieblingskleid meiner großen Mädchen. Zeitlos geschnitten, dunkelblau mit altrosa Stehkragen und rosa-blauen Applikationen.
Ich habe der Puppe das Kleid ausgezogen und es in die Waschmaschine gesteckt. Nach dem Bügeln wird es in Pünktchens Kleiderschrank wandern. Weihnachten 2008 kann sich unser Töchterchen dann damit schmücken - wie ihre Schwestern gut 20 Jahre zuvor. Eines aber sei auch noch verraten: "Luise" wie bei Erich Kästner wird Pünktchen trotzdem nicht heißen.
Beulen im Bauch
Mir selber geht es momentan leidlich gut. Ich bin zwar abends nach wie vor meist zum Umfallen müde, aber außer den "üblichen Schwangerschaftswehwehchen" (Kreuzschmerzen, abends leicht geschwollene Beine, furchtbar kurzatmig) kann ich über nichts klagen - außer dass Pünktchen mir manchmal mit seinen Püffen richtige Dellen in den Bauch macht. Ich bin mal gespannt, was nächste Woche bei der Frauenärztin die Waage spricht. Neulich bin ich auf meine zu Hause gestiegen und hatte noch immer nicht mehr zugenommen (gewichtsmäßig, was die Größe des Bauchs angeht, sieht das ganz anders aus). Das wär ja toll. Andererseits kann man meiner Uralt-Billigwaage nur sehr bedingt trauen. Nächste Woche bin ich jedenfalls auch darüber schlauer!
25. Woche: Zuckerbelastungstest
Diese Woche stand er jetzt an: der Zuckerbelastungstest. Und er bestätigte, was ich schon ahnte: Noch habe ich keine behandlungsbedürftige Schwangerschaftsdiabetes, aber ich bin hart an der Grenze. Konkret war der erste Wert (nüchtern) ganz knapp über dem Grenzwert, der zweite (nach einer Stunde) ein bisschen mehr drüber, der dritte dann aber deutlich unter Grenzwert.
Für mich heißt das jetzt: Mit dem Essen aufpassen, Zucker und Süßigkeiten (oder stark süßes Obst wie etwa Trauben) möglichst vermeiden. Eigentlich tue ich das ja ohnehin schon die ganze Zeit. Pünktchen - Die Langbeinige
Gewichtsmäßig habe ich mich auch einigermaßen gehalten: In den letzten sechs Wochen habe ich gerade mal 500 Gramm zugenommen (am Umfang - meinem Eindruck nach - ungefähr zwei Meter). Mit dem Gewicht kann ich leben.
Pünktchen hingegen zeigt sich "gut im Futter", aber nicht übermäßig groß. Der Kopf liegt total im Durchschnitt, die Beine allerdings deuten eher daraufhin, dass unsere Tochter eher zu den langbeinigen Wesen gehören wird. Na, ja. Immerhin bringt es Pünktchens Papa auch auf fast 1,90 Meter und überragt mich damit um mehr als einen Viertelmeter. Und schon meine beiden erwachsenen Töchter sind gut zehn Zentimeter größer als ich. Heute lag Pünktchen beim Ultraschall schon mit dem Kopf nach unten. Aber sie hat noch genug Platz, sich anders zu drehen - noch zumindest.
Geburtsvorbereitungskurs: Schwangerschafts-Yoga
Als echte Gemeinheit erweisen sich langsam die ausgeleierten Mutterbänder. Ausgiebig lachen, aufstehen, ein bisschen schief sitzen, lange laufen - alles endet in Schmerzen, die mir oftmals wirklich den Atem rauben. Ein bisschen hoffe ich hier auf Abhilfe durch den speziellen Geburtsvorbereitungskurs für den ich mich diesmal entschieden habe: Schwangerschafts-Yoga (wird wie jeder Vorbereitungskurs durch die Krankenkasse bezahlt) .
Die Hebammen der Hebammenpraxis rieten mir dazu, weil ich als Mehrfachgebärende ja eigentlich keinen Wissensbedarf mehr habe, aber groen Bedarf an ruhige Minuten mit meinem Kind, überhaupt zur Ruhe kommen, dabei Kraft tanken und mit den körperlichen Wehwehchen besser zurecht kommen. In knapp vier Wochen geht es los: Ich freue mich schon sehr drauf!
26. Woche: Pünktchens Trampolin
"Wann ist es denn so weit - und wie geht es Dir." Diesen Satz höre ich momentan täglich mindestens zehnmal. Der erste Teil ist einfach zu beantworten ("Ende des Jahres") nervt aber trotzdem , weil ich das Gefühl habe, immer die selben Leute fragen wöchentlich (oder noch öfter) nach.
Klar, nicht jeder muss sich meinen Geburtstermin merken. Aber wenn man schon nachfragt, sollte man doch zumindest so viel Interesse haben, dass man sich diese relativ einfache Zeitangabe merkt, oder? "Den Umständen entsprechend" Mit der Antwort auf den zweiten Teil der Frage, tue ich mir allerdings jedesmal schwer. Meistens rette ich mich in die vage Formulierung: "den Umständen entsprechend." Denn eigentlich ist ja alles okay, weder ich noch Pünktchen haben wirkliche gesundheitliche und schon gar keine lebensbedrohlichen Probleme. Also alles in Ordnung. Aber wirklich gut geht es mir eben auch nicht. Nie. Aber es sind eben nur die übrigen Problemchen, die eine soundsovielte Schwangerschaft in späteren Jahren so mit sich bringt. Und das - denke ich - wollen die Frager ja nicht wirklich wissen kann - können es meistens eh nicht nachvollziehen und müssen es ja auch nicht. Und ich mag auch nicht ständig darüber nachdenken oder es in Wort fassen. Neben der Schwangerschaft bin ich ja auch ganz einfach ein Mensch, der sich - wenn auch manche das angesichts meiner Kinderzahl nicht glauben wollen - mit anderen Dingen als der Vermehrung beschäftigt ;.))
Countdown für Pünktchens Papa
Langsam geht es, was Pünktchens Papa betrifft - in den Countdown. Noch vier Wochen und er ist endlich da. Und ich muss nicht mehr weitgehend alles alleine meistern und regeln. Es ist allerdings wirklich schlimm: Je näher der Termin rückt, umso länger wird jeder Tag, jede Woche, die Pünktchen und ich noch darauf warten müssen.
Den Weg bereitet, was unser Häuschen angeht, haben wird jedenfalls - wo weit möglich. Einfach ist es nicht in 105 Quadratmeter, bewohnt von drei Kindern und einer Erwachsenen, jetzt noch einen Erwachsenen samt Möbeln unterzubringen (und noch Platz für Pünktchen zu schaffen). Trampolinspringen auf der Blase Pünktchen uns Platz - das ist ohnehin ein Thema. Langsam wird der auch in meinem Bauch enger. Und bei aller Liebe zu meiner Tochter: Wenn sie auf meinen Magen oder meiner Blase Trampolin springt (jedenfalls fühlt es sich so an) finde ich das nicht wirklich lustig.
Eine Kollegin fragte mich neulich, ob es sich nicht komisch anfühlt, einen anderen Menschen im Bauch zu haben und Hände, Füße etc. zu spüren. Meistens fühlt es sich schön an und ist für mich - auch beim siebtenmal - immer wieder ein kleines, unfassbares Wunder. Manchmal ist es aber schon komisch, vor allem, wenn ein Tritt oder Streichler einem schlagartig in Erinnerung ruft, dass man schwanger ist.
27. Woche: Wehen
In den letzten Tagen ging das los, was bei mit in früheren Schwangerschaften oft für große Panik sorgte und auch für wenig schöne Zeiten: Ich habe ab und an Wehen.
inzwischen weiß ich glücklicherweise, dass es ganz unterschiedliche Wehen gibt und längst nichts jedes hart werden des Bauches bedenklich und Grund zur Sorge ist. Da viele Ärzte das auch nicht zu wissen scheinen, werden viele Frauen zum Liegen und Krankenhausaufenthalten verdonnert, bei denen das eigentlich völlig überflüssig ist und sie, ihre (anderen) Kinder nur unnötig belastet. Denn was tut man schon als Schwangere im Krankenhaus: Rumliegen, pausenlos in sich reinhören und sich viele, viele Sorgen machen.
So jedenfalls habe ich das schon dreimal erlebt. Und rückblickend muss ich sagen: völlig grundlos.
Die Unwissenheit mancher Ärzte
Klar, wenn eine Schwangerschaft tatsächlich gefährdet ist, tut man als werdende Mutter sicher gerne alles Menschenmögliche für sein Kleines und erträgt viel. Und natürlich ist im Zweifelsfall jeder Tag, jede Stunde, jede Minute, die ein Baby länger im Schutz der Gebärmutter verbringen kann, wertvoll und wichtig für sein ganzes späteres Leben. Trotzdem bin ich der Meinung, dass manche Ärzte (natürlich längst nicht alle), einfach zu wenig über Schwangerschaft wissen und Frauen deshalb unnötig in Panik stürzen.
Die verschiedenen Arten von Wehen
So wie ich das sehe und erlebt habe, gibt es (auch schon weiter) vor der Geburt verschiedene Arten von Wehen.
- Da sind zum einen die "Übungswehen": Die spürt man irgendwo so ab dem sechsten, siebten Monat. Der Bauch wird dabei kurzzeitig hart und es fühlt sich (für mich) ein bisschen so an, als sei die direkte Verbindung zum Kind kurzzeitig unterbrochen. Sie sind nicht schmerzhaft, allenfalls als leicht unangenehmer Druck zu spüren (so etwa wie Blähungen, die sich ankündigen). In extremen Stresszeiten treten sie (bei mir jedenfalls) öfter verstärkt auf. Aber sie üben keinerlei Druck auf den Muttermund oder das Kind aus. Wenn es mir zu unangenehm wird, hilft mir ein Tütchen Magnesium (Diasporal) zu trinken, mich hinzulegen und vor allem zur Ruhe zu kommen.
- Zum Unterschied zu diesen Wehen gibt es natürlich auch die so genannten "vorzeitigen Wehen". Die kommen viel zu früh, wirken aber sehr wohl auf den Muttermund (und das Kind) und kündigen eine drohende Frühgeburt an. Solche hatte ich noch nicht. Dagegen hilft aber nur strikte Bettruhe, ein wehenhemmender Tropf (Partusisten), Krankenhaus - und wenn sie ganz früh schon kommen "das Zunähen des Muttermundes" (Cerclage). Meistens gelingt es trotz aller Mittel nur, die Geburt zu verzögern. Was aber ganz wichtig fürs Kind sein kann (Lungenreife!).
- Etwa vier Wochen vor dem Termin kommen dann die Senkwehen. Die sorgen quasi dafür, dass das Kind schon mal nach unten rutscht und sich in die Startlöcher zu Geburt begibt. In meinen letzten zwei Schwangerschaften hatte ich solche Wehen allerdings nicht, schon weil die Bauchdecke (sehr schlechtes Bindegewebe) zu ausgeleiert ist, das Kind so nach vorne fällt und keinen Druck nach unten verspürt.
- Dann gibt es noch Vorwehen, die eine baldige Geburt ankündigen, schmerzhaft, häufig (durchaus auch viel öfter als alle zehn "Minuten") ,aber nicht wirklich regelmäßig sind und auch kaum auf den Muttermund wirken. Die können manchmal richtig heftig sein, dann aber wieder einfach aufhören und erst Tage später kommt die Geburt wirklich in Gang (hab' ich selbst so erlebt und wirklich gedacht, es ist so weit.).
- Die eigentlichen Eröffnungswehen sind dann regelmäßig, sehr schmerzhaft, aber bringen eben auch wirklich etwas voran. Wirklich gut veratmen konnte ich diese bei meiner letzten (sechsten) Geburt, auf einem großen Ball sitzend, in der Wehe die Füße fest auf den Boden gestemmt. und gemeinsam mit der Wehe das Baby nach unten drückend.
- Als ich das nicht mehr aushielt und mich hinlegen wollte, kamen die Presswehen und ruckzuck war mein Sohn geboren . . .
Na, mal schau'n, wie das bei Pünktchen wird. Aber da bis dahin ja noch gut zwölf Wochen Zeit sind, werde ich versuchen, durch möglichst wenig Stress (entscheidend ist dafür ausschließlich die innere Einstellung, was ich sehr wohl weiß, aber manchmal "vergesse" !) für möglichst wenig Wehen zu sorgen.
Ich denke, dass mir gerade dabei auch das Schwangerschafts-Yoga hilft, das in zwei Wochen beginnt.
28. Woche: Es wächst
So langsam geht es für Pünktchen und mich in den Endspurt: Bei der Frauenärztin wurden wir zum ersten Mal ans CTG (Wehenschreiber) gehängt, übernächste Woche melden wir uns zur Geburt in der Uniklinik an und ab sofort müssen wir alle zwei Wochen zum "Check" bei der Ärztin.Wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, schmollt Pünktchen ein bisschen deswegen. Aber es hilft nix: Da müssen wir durch.
Pünktchen, so hat der Computer ausgerechnet, wiegt mittlerweile etwa 1500 Garmm, gehört also nicht zu den Kleinen, aber ist auch nicht übergroß und daher bisher nicht verdächtig als übergroßes Diabetesbaby. Auch wenn die Nadel der Waage jetzt zu meinem Leidwesen doch steigt: Etwa fünf Kilo wiege ich jetzt mehr als zu Beginn der Schwangerschaft. Aber ich denke, das ist bei 3 Pfund Baby, bestimmt einem Pfund mehr Blut, einem Pfund Plazenta, Gebärmutter etc., einem Pfund Brustgewebe noch ganz okay. Aber aufpassen muss ich schon, dass bloß Pünktchen zunimmt, ich aber möglichst nicht mehr.
Was das Tragen des Bauchs angeht und das Ziehen sämtlicher Bänder reicht es mir eh schon. Ebenso wie die nach wie vor vorhandene Übelkeit - Gott sei Dank wenigstens ohne mich übergeben zu müssen. Angenehm ist es trotzdem nicht. Und ich wünsche mir schon manchmal, dass das bald aufhört (im Klartext: die Schwangerschaft zu Ende geht.). Aber ich weiß ja, das wäre noch viiiiiiiiiieeeeeeeeeel zu bald. Auch wenn ich vor kurzem einen Bericht hörte über ein Frühchen, dass es mit gerade mal 300 Gramm!!! Geburtsgewicht geschafft hat zu überleben und wie es aussieht ohne Spätschäden zu bleiben, ist das zwar irgendwo beruhigend, aber natürlich nichts, was man sich wünscht!. Die Ängste und die schlimmen Wochen, die Eltern von Frühchen durchmachen, sind wirklich nicht erstrebenswert und die Gefahr von Spätfolgen ohnehin immer sehr hoch.
Also hoffe ich mal, dass Pünktchen und ich noch mindestens sieben, acht Wochen durchhalten. Wenn ich ehrlich bin, denke ich eh, dass Pünktchen es seinem nächstälteren Bruder nachmacht und auch erst nach dem Termin kommt (die anderen kamen alle einen bis fünf Tage vorher).
29. Woche: Yoga
Es ist so weit: Ich habe den ersten Yoga-Abend hinter mir. Und ich muss sagen: Ich finde es toll. Weil es genau da ist, was ich brauche: Auf der einen Seite Entspannung, auf der anderen Seite Bewegung und das alles kombiniert mit Atmung und einem besonderen, etwas anderen Körperbewusstsein. Ich kann Yoga in der Schwangerschaft also wirklich nur empfehlen!
Ansonsten wachsen mein Bauch (und hoffentlich auch Pünktchen) zusehends. Und ersterer trägt sich langsam richtig schwer. Ich befürchte in wenigen Wochen brauche ich wirklich einen Kran zum Aufstehen . . .
Noch immer bin ich allein erziehend - aber nur noch ein paar Tage - jubel!!!!!!
Launige Schwangere
Ein bisschen schade ist es ja schon, dass Pünktchens Papa den größten Teil der Schwangerschaft mehr aus der Ferne als real erlebt hat, aber jetzt haben beide (oder besser: wir Drei) ja noch etwa zehn Wochen uns richtig aneinander zu gewöhnen. Prima, dann ist endlich jemand da, an dem ich die typischen Schwangerschaftslaunen aus lassen kann . . . Ne, im Ernst: so wenig launisch wie in dieser Schwangerschaft war ich bisher noch in keiner. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich, weil mir gar keine Zeit bleibt, groß über irgendetwas nachzudenken. Was ich allerdings nach wie vor merke, ist die so genannte Schwangerschaftsdemenz. Manche Dinge bleiben irgendwie gar nicht im Gedächtnis haften. Das ist ab und an schon ein bisschen lästig, aber wohl nicht zu ändern.
30. Woche: Noch mal Diabetes
Diese Woche war ich zur Vorstellungsuntersuchung im Krankenhaus. Beim Ultraschall war - glücklicherweise - wieder alles in Ordnung. Fotografieren lassen wollte sich Pünktchen aber mal wieder nicht. Rigoros hat es immer wieder Hände und/oder Füße vors Gesicht gehalten, so dass es nix wurde mit dem schönen 3-D-Porträt.
Nicht so toll war, dass ich mal wieder Zucker im Urin hatte und folglich deswegen (und wegen des Ergebnisses des Zuckerbelastungstests) gleich weiter zur Diabetes-Ambulanz geschickt wurde. Dort hieß es, eine richtige Schwangerschaftsdiabetes Typ-IV-Diabetes) hätte ich (noch) nicht, aber eine se genannte gestörte Glucose-Toleranz. Ich bekam eine Ernährungsberatung und ein Blutzuckermessgerät und muss jetzt täglich siebenmal Blutzucker messen und alles aufschreiben, was ich esse und trinke. Ist schon ziemlich lästig. Aber für Pünktchen tue ich ja (fast) alles . . .
Ernährung bei Schwangerschafts-Diabetes
Die Ernährungsratschläge für Schwangerschafts-Diabetes waren: möglichst wenig Kohlehydrate (Nudel, Reis, Kartoffeln) essen, natürlich möglichst wenig Zucker (keine Fruchtsäfte, höchstens Saftschorle im Verhältnis 1:3), kein süßes Obst (Trauben, Ananas, Bananen); Fleische, Gemüse, Wurst un Käse sind dagegen nahezu unbegrenzt (zumindest was die Diabetes angeht!) erlaubt. Bei Süßhunger sind Diät-Schokolade oder Joghurt gut oder natürlich diverses Obst (Äpfel, Birnen etc.). Wobei Diät in dem Fall "ohne Zucker" heißt und nicht fettreduziert. Besser als "normaler Zucker" ist Fruchtzucker oder eben Süßstoff, also alle Zuckerarten, die nicht zu schnell aufgenommen werden, sondern den Glucosespiegel langsam steigen lassen.
Glukose und Kohlehydrate
Ganz auf Kohlehydrate verzichten und nur noch Fleisch und Gemüse zu essen, ist allerdings auch nicht die Lösung, erfuhr ich. Weil es sen kann, dass der Körper auf derartiges "Austricksen" damit reagiert, dass er Vitamine schnell in Zucker umwandelt und man damit fast den gleichen Effekt erzielt als würde man gleich Zucker essen. Na, ja ist ein schwieriges Thema. Und wie die Hebammenschülerin im Krankenhaus meinte, eines, das noch längst nicht zuverlässig erforscht ist. Auch die Hebamme meines Yoga-Vorbereitungskurses forderte zu eher kritischem Umgang mit dem Thema auf. "Vor zehn Jahren kannte man Schwangerschaftsdiabetes praktisch noch gar nicht und möglicherweise stellt sich in zehn Jahren raus, dass einzelne Ausreißer (wie sie ja auch bei mir vorliegen) in der Schwangerschaft (gerade bei Mehrgebärenden) völlig "normal" sind.
Was mich allerdings beruhigt ist, dass an meinem ersten Messtag alle Werte ausnahmslos innerhalb des Normalbereiches lagen. So weit her scheint es also bei mir ohnehin mit der "gestörten Glukose-Toleranz" nicht zu sein.
Sodbrennen
Da ich praktisch fast nur noch Wasser, keine Säfte, keinen Tee (sind mir alle diesmal komischerweise total zuwider) und kaum noch Kaffee trinke und generell nicht sehr viel essen kann, ohne dass mir übel wird, leide ich in dieser Schwangerschaft nur sehr eingeschränkt an Sodbrennen. Trotzdem will ich den Tipp nicht verschweigen, den die Hebamme im Vorbereitungskurs gab: Das ideale Mittel gegen Sodbrennen (vor allem abends) sind Reiswaffel (ohne Zucker und ohne Salz), weil diese die überschüssige Säre regelrecht aufsaugen.
Ein ganz tolles Mittel gegen Kreuzschmerzen gab's auch - fand ich jedenfalls: die Feldenkrais-Uhr. Auf dem Rücken liegend das Becken erst auf einem Kirschkernkissen kreisen lassen, dann ohne - ich fand's' himmlisch fürs gebeutelte Kreuz. Ein guter Tipp war auch - ganz unabhängig vom Yoga - alle Übungen und das bewusste Atmen mit einem innerlichen Lächeln und dadurch entspanntem Gesicht zu absolvieren. In der Tat geht dann alles leichter (sehr sinnvoll auch für die Geburt: Dann kann der Atem besser strömen und man kann die Wehen viel, viel besser verarbeiten).
31. Woche: Insulin
Jetzt ist doch eingetreten, was ich lange befürchtete, aber nicht wirklich glauben wollte: Meine Werte sind so schlecht, dass ich Insulin spritzen muss. Die siebenmalige Messung pro Tag sowie ein genau geführtes Ernährungstagebuch brachten es an den Tag: Über Ernährung lassen sich die Werte nicht wirklich verbessern, sprich noch mehr Kohlehydrate sparen ist im Sinne einer einigermaßen vernünftigen Ernährung in der Schwangerschaft gar nicht mehr möglich.
Schwangerschaft und Insulin
Trotzdem aber sind vor allem spätabends und morgens (!) die Zuckerwerte zu hoch, sprich mein Körper schafft es momentan nicht ausreichend Insulin herzustellen. Wohlgemerkt: Absolut sind die Zuckerwerte nicht zu hoch, für einen Diabetiker wären sie okay, für eine Schwangere aber nicht. Zu oft steigen sie über 140 mg/dl (eine Stunde nach dem Essen) bzw. über 90 mg/dl (morgens nüchtern). Und das, so erklärte mir der Arzt, bedeutet, dass der Zucker in die Plazenta übergeht und dort unserem Pünktchen Probleme macht. Gelingt es nicht, die Werte zu senken, werden die Organe zu groß angelegt und die "Arbeit" der Plazenta beeinflusst. Zudem steigt dann das Risiko, dass Pünktchen selbst später an Diabetes leidet. Und deshalb spritze ich jetzt täglich dreimal vor dem Essen kurzzeitig wirksames Insulin sowie mittags und abends Langzeit-wirksames.
Und muss natürlich jetzt jede Woche zur Diabetes-Ambulanz zur Kontrolle.
Was die gynäkologische Kontrolle angeht, werde ich morgen sehen wie es weitergeht, denn da steht der nächste Kontrolltermin an . . . Hoffentlich zeigt sich im Ultraschall, dass die Plazenta nach wie vor - zumindest bis zum Schall vor zwei Wochen - gut und unbeeinflusst arbeitet . . .
Pünktchen geht es gut
Ultraschall, CTG und Untersuchung bestätigten, dass es Pünktchen weiterhin gut geht. Unser Töchterlein ist zwar groß, aber darauf, dass sie zu groß ist, lässt bisher nichts schließen. Hoffen wir mal, dass es so bleibt. Jedenfalls wird jetzt erst mal engmaschiger kontrolliert.
32. Woche: Ratlos
Die erste Woche Insulin-Spritzen liegt hinter mir - mit mehr oder eher weniger Erfolg. Denn allem Insulin zum Trotz: nach wie vor sind die nüchtern-Werte sowie die Werte spätabends noch immer zu hoch. Sie sind trotz der Spritzen sogar eher gestiegen als gesunken. Ich habe ein bisschen den Eindruck, dass nicht nur ich deswegen relativ ratlos bin, sondern auch die Ärzte in der Diabetes-Ambulanz.
Eine Erhöhung der Einheiten jedenfalls, die mir jetzt angeraten wurde, brachte ebenfalls alles andere als den gewünschten Erfolg: Die Werte sind jetzt höher denn je . . .?????
Komplikation bei erhöhtem Blutzucker
Froh bin ich, das unser Pünktchen so lebhaft ist und ich eigentlich ständig seine Anwesenheit spüren und fühlen kann. Denn eine "Komplikation", die bei erhöhtem Blutzucker einer werdenden Mama auftritt (wenn auch selten) ist, dass das kleine Herzchen im Mutterleib zu schlagen aufhört. Aus diesem Grund nehme ich auch bereitwillig die ständigen Kontrollen bei Frauenärztin und Diabetes-Ambulanz in Kauf. So kann ich wenigstens hoffen, dass es auffällt, wenn es Pünktchen schlecht geht.
Bisher gibt es dafür - Gott sei Dank - keinerlei Anhaltspunkte. Übrige Blutwerte, Urinwerte, Ultraschallbilder - alles signalisiert "alles okay" - wenn eben nur diese blöde "gestörte Glucose-Toleranz" nicht wäre!
Das Nest ist gebaut
Ansonsten gehen die letzten Vorbereitungen zu Hause dem Ende entgegen. Pünktchens Zimmer und Ausstattung sind schon recht komplett, es fehlen nur noch wenige Stücke, was auch sehr beruhigend ist. Allerlei Bürokratie Nicht so toll allerdings steht es mit den "bürokratischen" Vorbereitungen, die bei der Geburt eines (nicht-ehelichen) Kindes so dazugehören. Vaterschafts-Anerkennung, Namenserklärung, Mutterschutzgeld-Antrag, Antrag auf Erziehungszeit, Kindergeldantrag sowie die Regelung der von mir jetzt (mit dem Auftreten der Diabetes) noch mehr gewünschten Sterilisation stehen noch aus. Und sind leider meist nicht nur mit Ausfüllen, sondern persönlicher Vorsprache zu erledigen. Weil man ja sonst nichts zu tun hat . . . . Dass selbstständige, werdende Mütter mehrer Kinder trotz Risikoschwangerschaft nun mal arbeiten (müssen), scheint für viele nach wie vor undenkbar zu sein. "Sie sind ja eh schon längst im Mutterschutz", kriege ich immer wieder zu hören. Und ernte großes Erstaunen, wenn ich verneine. Helfen tut das aber auch nix. Die Termine muss ich trotzdem wahrnehmen.
33. Woche: Richtig eingestellt
Endlich ist (vorübergehend?) eingetreten, was ich sehnlichst wünschte: Momentan scheint die richtige Dosis Insulin gefunden und meine Blutzucker-Werte sind gleichbleibend niedrig und gut. Oder - wie es die Hebamme ausdrückte, bei der ich mir jetzt etwas moralischen und seelischen Beistand holte: "So lange die Werte so sind, kannst Du einfach mal davon ausgehen, dass Du eine 'ganz normale' Schwangere' bist." Nun ja, zumindest eine normale, 44-jährige, mit dem siebten Kind Schwangere.
Mein Bauch ist jetzt in der Tat riesig und schön rund, Pünktchen - obwohl nicht klein geraten - hat aber immer noch viel, viel Platz und dreht sich kopfüber, kopfunter wie sie gerade munter ist (und das ist sie nach wie vor oft).
Das einzig Bedenkliche ist, dass ich in den letzten zwei Wochen jetzt zwei Kilo abgenommen hab' - und das, wo ich bisher ohnehin gerade mal knappe sechseinhalb Kilo zugenommen hatte. Abnehmen in der Schwangerschaft - außer im ersten Drittel (vor allem, wenn man häufig rückwärts isst) sehen Ärzte und Hebammen allerdings gar nicht gern. Und ist wohl auch nicht wirklich gut. Das zeigen die Zahlen von fehlentwickelten, mangelernährten, missgebildeten oder gar tot geborenen Babys in Krisenzeiten und -gebieten. Anders als die Volksweisheit behauptet, holt sich das Kind eben nicht, "immer alles, was es braucht" und nur die Mutter leidet Not und Mangel.
Aber ich lebe ja Gott sei Dank weder in dem einen noch dem anderen. Abnehmen tue ich leider trotzdem - ohne so recht zu wissen, warum. Absichtlich jedenfalls mache ich es nicht.
Aber da ich nun definitiv doch in Mutterschutz gehe - jubel!!!! - wird sich das vielleicht auch bald wieder ändern. Sechs Wochen (so alles weiterhin so gut und "normal" läuft), haben Pünktchen und ich ja noch Zeit, um zuzulegen.
Irgendwie kann ich mir das noch gar nicht richtig vorstellen, wie das sein wird: Sechs Wochen zu Hause und das den ganzen Tag über ohne Arbeit (außer dem Haushalt natürlich, aber den habe ich ja ohnehin und sowieso immer noch so nebenbei gehabt) und ohne Kinder (denn die sind ja in Hort und Kindergarten)! Diesen Zustand hatte ich schon mehr als zwei Jahrzehnte nicht mehr. Unter solchen Bedingungen muss doch Pünktchen ein absolutes Prachtexemplar werden – oder?
34. Woche: Ein Füßchen zeigt sich
Woche stand wieder mal ein Ultraschall an: Diesmal am Doppler der Uni Würzburg. Vor allem, um zu schauen, wie groß unser Pünktchen denn nun ist und ob Nabelschnur und Plazenta richtig arbeiten und wieviel Fruchtwasser denn nun da ist.Alle zwei Wochen, habe ich erfahren, muss ich jetzt dorthin, um per Schall den Blick in die Gebärmutter zu werfen. Einerseits natürlich beruhigend (vor allem, wenn alles so in Ordnung ist, wie diesmal), andererseits scheint Pünktchen eine ganz klare Abneugung gegen die ständige Beschallung zu haben, so heftig wie sie immer gegen den Schallkopf tritt. Nicht mal ein hübsches, dreidimensionales Foto haben wir bekommen, weil sie sich - genant wie eh und je - jedesmal wegdrehte. Dafür besitzen wir nun ein Prachtfoto von Pünktchens Füßchen (oder etwa nicht?). Wir haben sie dabei ertappt wie sie die Fußsohne von innen gegen Gebärmutterwand und Bauckdecke drückte. Pünktchens Papa sagte, man habe das sogar ganz ohne Ultraschall von außen richtig gesehen. Was die Größe angeht, so ist sie momentan noch immer das absolute Normkind, zeitgemäß entwickelt und momentan knappe 45 Zentimeter lang (errechnet wird das aus der Oberschenkellänge - 6,3 Zentimeter - mal sieben). Pünktchens Papa wäre es glaube ich lieb, wenn sie eher heute als morgen "schlüpfen" würde, aber ich bin so alles in allem doch froh, wenn sie sich (und mir) noch ein paar Wochen Zeit lässt. Na, ändern können wir eh nix, das entscheidet die kleine Dame ja schließlich ganz alleine. Denn das die Ärzte das entscheiden, dafür gibt es momentan keinen Anlass. Im Moment sitzt sie auch noch verkehrt herum, also Kopf nach oben. Was die Gynakölogin zum Anlass nahm, umn zu fragen, ob ich auch bei einer Steißlage (Beckenendlage) eine normale Geburt versuchen möchte. Klar will ich das. Schließlich haben fünf Vorgänger (meine jetzt älteste Tochter war ein Kasierschnitt wegen Beckenendlage) den Weg sozusagen schon geebnet. Und um nichts in der Welt würde ich freilich von einer natürlichen Geburt absehen. Allen heutigen Zeitströmungen zum Trotz: ein Kaiserschnitt ist für mich eine Operation und damit allenfalls eine Notlösung, wenn es anders ohne Gefährdung für Mutter und/oder Kind nicht geht! Versucht zu klären habe ich jetzt auch, wie die Uniklinik nach der Geburt mit Kindern verfährt, deren Mütter Schwangerschaftsdiabetes hatten. Diesen Tipp habe ich von der Hebamme. Es gibt nämlich Kliniken, in denen diese Babys grundsätzlich der Mutter weggenommen und an den Tropf gehängt werden. Und das, so die Hebamme, sei aber sehr umstritten und keinesfalls unbedingt nötig. Mal seh'n: Die Gynäkologin der Schwangerenambulanz (übrigens selbst schwanger und mit Gestationsdiabetes "gesegnet") meinte, erst mal werden die Zuckerwerte von Pünktchen gemesssen (was ja absolut okay und sinvoll ist) und dann entschieden. Aber da werden wir, denke ich, auch ein Wörtchen mitreden.
35. Woche: Beckenendlage
So langsam muss ich mich wohl darauf gefasst machen, dass unser Pünktchen sich in den Kopf gesetzt hat, keinesfalls mit dem Kopf zuerst zur Welt zu kommen, sondern mit dem Hinterteil, also sozusagen hoch erhobenen Hauptes. Seit über vier Wochen jedenfalls liegt sie nun verkehrt herum im Bauch und da der Platz langsam ziemlich eng wird - den Tritten in alle Bereiche meines Innersten nach zu urteilen sowie dem straff gespannten Bauch - wird es mit einer Drehung auch langsam schwierig. Einen Kaiserschnitt ziehen aber weder ich noch die beteiligten Ärzte und/oder Hebammen deshalb von vorneherein in Erwägung: Schließlich habe ich bereits mehrmals geboren und da ist die Wahrscheinlichkeit, dass es trotzdem "fluscht" doch recht hoch. Mal seh'n. Die letzte Kontrolle bei der Frauenärtin ergab nach wie vor - alles roger und Geburt noch in weiter Ferne. Der Muttermund ist nach wie vor fest zu und das Kind steht hoch (meinen Erfahrungen nach wird das auch bis kurz vor knapp so bleiben).
Akkupunktur
Gestern war ich schon das zweite Mal zur Akkupunktur. Nicht zur Geburtsvorbereitung, sondern zur allgemeinen Stärkung und fürs innere Gleichgewicht - und da sich jetzt eine Erkältung ankündigte, mit Schnupfen, Kratzen im Hals und schweren Gliedern - gestern zur Stärkung des Immunssystems. Das Nadeln ist für mich eine ganz neue Erfahrung, aber ich scheine gut darauf anzusprechen. Gestern habe ich die animierten Punkte sogar noch lange nach dem Herausziehen der Nadenl gespürt. Bei der Behandlung selbst bin ich postwendend eingeschlafen, war danach wie erfrischt und habe in der darauf folgenden Nacht geschlafen wie ein Stein. Was beim derzeitigen Stand der Schwangerschaft eher selten und sehr ungewöhnlich ist, da ich meist eher wenig und schlecht schlafe (man weiß ja nicht mehr wie man sich legen soll). Nächste Woche gehe ich dann das erste Mal zur Geburts-vorbereitenden Akkupunktur. Etwas schwierig sind diesmal für mich/uns die Weihnachtsplanungen. Immerhin müssen wir schon die Interessen aller Kinder, sowie von mehreren beteilgten Großelternpaaren und Vätern unter einen Hut bringen - und jetzt noch die Tatsache, dass niemand weiß, wann Pünktchen denn nun wirklich zur Welt kommen will. Da hilft wohl nur eines: eine Riesenportion Gelassenheit und Flexibiltät bei allen. Notfalls müssen wir die Bescherung halt ein bisschen verschieben . .
36. Woche: Schmollmündchen
Heute hatten wir endlich Glück: Pünktchen hatte mal weder Hände noch Füße vor dem Gesicht und der Ärztin gelang beim Doppler-Ultraschall ein erstes dreidimensionales Porträtfoto unserer Tochter! Ist das Schmollmündchen nicht einzigartig?Das entschädigt doch für die letzten Tage, die alles andere als schön waren. Eine heftige Erkältung quält(e) mich und jeden Tag/Abend "übt" mein Bauch jetzt schon mal für die Geburt: Immer wieder habe ich Wehen bzw. Kontraktionen, die lästig sind, noch zusätzlich Atem rauben und ab und an auch schon ganz schön zwicken. Aber natürlich sind das keine Wehen, die irgendetwas in Richtung Geburt voranbringen. Nachts schlafe ich (der Atmung wegen) mehr im Sitzen als im Liegen und entsprechend schlecht und wenig. Aber das ist weniger als fünf Wochen vor Termin ja weitgehend normal.
Erst mal kein Kaiserschnitt
Ansonsten gab es beim Ultraschall noch mehr Erfreuliches: Pünktchen ist zwar groß, aber trotz der SW-Diabetes nicht über der Norm. Sie wiegt jetzt etwa 3150 Gramm. Auch das Fruchtwasser ist reichlich, aber nicht zu viel und Gebärmutter, Nabelschnur und Plazenta sind alle ausreichend durchblutet und arbeiten ganz normal. Auch weiterhin gibt es keine Anzeichen für irgendwelche Annomalien oder Behinderungen unseres Töchterchens. Leider allerdings hat sie sich noch immer nicht gedreht, liegt also nach wie vor mit dem Kopf oben quasi quer im Bauch. Deshalb bekamen wir jetzt eine Beratung über die Geburt bei Beckenendlage und besprachen mit der Ärztin das weitere Vorgehen. Zweieinhalb Wochen vor Termin haben wir wieder Termin für Doppler etc. in der Klinik - falls es vorher nicht irgendwie "losgeht". Problematisch wird das dann, wenn die Fruchtblase in Querlage platzen sollte. Da dann die Nabelschnur vorfallen kann, muss ich sofort und liegend per Notarztwagen ins Krankenhaus. Dann blüht mir wir wohl ziemlich sicher ein Kasierschnitt. Sollte sich Pünktchen bis zum nächsten Termin immer noch nicht in Geburtslage drehen, kann man eine äußere Drehung versuchen. Dann würde man aber wohl gleichzeitig die Geburt einleiten, da sich die Kinder sonst oftmals wieder in die Beckenendlage zurückdrehen und der ganze Aufwand dann umsonst war. In Absprache mit der Ärztin werden wir auch in Beckenendlage aber erst mal eine natürliche Geburt versuchen. Dabei gibt es Risiken, dann nämlich, wenn die Geburt ins Stocken kommt, wenn das Kind "halb geboren" ist, der Kopf aber sozusagen "festklemmt". Da die Nabelschnur dann ebenfalls abgeklemmt und undurchlässig ist, kann es zu Sauerstoffmangel kommen. Eine weitere denkbare Komplikation sind Brüche (und zeitweise oder dauerhafte Lähmungen) an Schulter/Arm bei Pünktchen, wenn diese sich im Geburtsverlauf irgendwo verklemmen. Doch das alles ist selten und auch ein Kaiserschnitt hat als OP nicht zu verachtende Risiken. Zudem sind nicht nur wir, sondern auch die Ärztin (und meine Hebammen) zuversichtlich, dass alles ohnehin anders kommt und Pünktchen sich zum entspechenden Zeitpunkt von ganz allein in die "richtige" Geburtshaltung bequemt. Also wie gehabt: Einfach mal weiter abwarten, Ruhe und Gelassenheit bewahren und der Natur ihren Lauf lassen: Schließlich habe ich bereits sechs Geburten, davon fünf auf "normalem Weg" hinter mir. Ich vertraue mal drauf, dass meine Tochter und ich das gemeinsam schon für uns perfekt hinkriegen.
37. Woche: Drehen oder nicht?
Diese Woche stand vor allem unter einem Thema. Das lässt sich so zusammenfassen: Pünktchen dreh dich um!
Sprich Pünktchens Papa und ich haben gemoxt, indische Brücke gemacht und gehofft, dass sich die Kleine dazu bewegen lässt, den Kopf in Richtung Boden zu begeben. Aber vergebens. Nach wie vor legt sich unser Töchterchen sozusagen quer und verweigert die "normale" Geburtshaltung. Da die Klinik ja eine äußere Wendung mit darauf folgender Einleitung vorgeschlagen hatte, hatten wir diese Woche zudem viel Gesprächsbedarf. Denn ich kann und konnte mich mit diesem Weg partout nicht anfreunden. In Absprache mit Ärztin und Hebammen ist schließlich der Entschluss gereift, erst mal einfach weiter der Natur ihren Lauf zu lassen und gar nichts weiter zu unternehmen, sondern darauf zu vertrauen, dass Pünktchen den für sie richtigen Weg und Zeitpunkt der Geburt schon wissen wird.
38. Woche: Wehen über Wehen
Langsam wird die Warterei quälend. Weniger weil ich Pünktchens Geburt nicht erwarten kann, aber weil mit dem Nahen des Termins meine Angst, schließlich doch den "Mühlen" moderner Geburtsmedizin ausgeliefert zu sein, steigt. Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin froh, dass es Kaiserschnitt, Einleiten, PDA und all das gibt und Frauen und Kindern heute so viel geholfen werden kann, dass Tod von Mutter und/oder Kind bei der Geburt selten geworden sind. Aber es bleibt halt immer die Frage, wann ist es wirklich nötig und wann wäre einfach noch ein bisschen warten, die bessere Alternative gewesen?
Da ich nun mal Gestationsdiabetes habe und zudem Insulin spritzen muss, wird es sehr sehr schwer für uns, falls Pünktchen sich nicht vor dem errechneten Termin auf den Weg macht. Denn, so erklärte mir der Arzt, die Gefahr, dass Kinder im Mutterleib sterben, steigt bei Gestationsdiabetikerinen, die über den Termin gehen. Wohlgemerkt, das Risiko steigt, das heißt trotzdem ja überhaupt nicht, dass es so kommen muss. Und auch Kasierschnitt und (zu frühe) Einleitung und sogar eine "ganz normale" Geburt bergen Gefahren. Da gilt es, alles gut gegeneinander abzuwägen. Und das ist so verdammt schwer. Für uns, aber natürlich auch für die Ärzte. Ich will ja nicht als halsstarrig rüberkommen, aber ich kenne halt den Unterschied von einer natürlich ablaufenden Geburt zu einer medizinisch stark unterstützen wie zum Kaiserschnitt. Und ich würde immer, immer, immer die natürliche Geburt bevorzugen: für mich, fürs Baby, für den Vater und den Arzt. Und das Wissen, genau diese Entscheidung doch irgendwann treffen zu müssen, quält mich Tag für Tag - neben den immer schlimmeren werdenden Schwangerschaftswehwehchen (Übelkeit, heftigstes Sodbrennen, Schlaflosigkeit, Kreuzschmerzen, Unterleibschmerzen etc.). Dazu kommt, dass ich jeden Abend (und auch oft tagsüber) Wehen habe, mal mehr, mal weniger heftig, auch ab und an regelmäßig und damit verbunden stets die Hoffnung, "jetzt wird es aber wirklich bald ernst". Aber leider wird es das nicht. Auch wenn die Wehen manchmal schon ganz schön zwicken, Geburtswehen sind es halt nicht. Leider. Immer wieder versuche ich mich, zu beruhigen, mir zu sagen, es wird sich schon alles ganz wunderbar und von allein fügen. Doch immer wieder schleicht dann die Angst um die Ecke mit der Frage: "Und wenn nicht?" - Manchmal wäre es wirklich besser, man wüsste weniger.
39./40 Woche: Viele Sorgen
Langsam wird die Wartezeit auf unser Pünktchen quälend. Zum einen werden meine Schwangerschaftsbeschwerden immer schlimmer (Übelkeit, Bänderschrmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und ständig Wehen), zum anderen kriecht mit zunehmender Schwangerschaftsdauer die Angst in mir hoch.
Denn seit der 38. Woche ist mein Blutzuckerspiegel wieder gesunken, ich brauche kaum noch Insulin. Eigentlich ja schön (dachte ich), aber die Ärzte waren anderer Ansicht. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass meine Plazenta weniger Insulin abrufe und vielleicht nicht mehr richtig arbeite. Pünktchen drohe damit erst eine Unterversorgung bzw. dann gar keine Versorgung mehr. Was das heißt, kann sich jeder selbst ausmalen. Einfach einleiten konnte man aber auch nicht, denn unsere Tochter hatte sich wieder in die Querlage begeben - die Lage also, in der eine normale Geburt unmöglich ist. Also stand engmaschige Überwachung an, was hieß: erst zweimal die Woche, dann täglich Ultraschall-Doppler, CTG etc. in der Klinik. Stationär legen - wie die Ärzte wünschten - wollte ich mich aber nicht. Denn in der Klinik, das wusste ich ja schon von anderen meiner Schwangerschaften, kriecht die Zeit noch mehr und zermürbt einen völlig. Zwei Tage vor Weihnachten änderte ich dann meine Meinung. Mehrere Tage lang hatte ich nachts stundenlang Wehen gehabt, von denen ich hoffte, sie würden sich zu richtigen Geburtswehen auswachsen - vergebens. Diese Phasen wechselten sich ab mit Minuten, in denen der Bauch grundsätzlich hart war, sozusagen also Dauerwehen. Immer dann bekam ich Panik, weil im knallharten Bauch spürte ich ja keine Kindsbewegungen mehr. Es war grässlich und ging mir so an die Nerven, dass ich von 22. auf 23.12. um ein Uhr nachts beschloss: Ich fahr jetzt ins Krankenhaus und bleib da bis zur Geburt.
Weihnachten im Krankenhaus
So kamen meine Großen und ich zu einem Weihnachtsfest und einer Bescherung im Krankenhaus. Weiterhin "täuschte" Pünktchen täglich Wehen und die bald beginnende Geburt an - tatsächlich aber blieb alles unverändert. Erst am 26.Dezember um 4 Uhr nachts wurden die Wehen deutlich stärker (allerdings waren sie noch zu selten) - und gegen Morgen ging blutiger Schleim ab. Dieses Zeichen kannte ich: bei meiner letzten Geburt hatte es von da an noch knapp drei Stunden gedauert. Doch leider lag Pünktchen noch immer quer. Und da die Wehen mittlerweile alle drei Minuten kamen und auch letzte Turnversuche im Kreißsaal Pünktchen nicht zum Drehen animierten - weder in Steiß-noch in Schädellage - trafen wir dann die Entscheidung: Kaiserschnitt bei Bewusstsein mit Hilfe spinaler Anästhesie. Um 15.09 Uhr schließlich hörten wir den ersten Schrei unserer Tochter: Jennifer war geboren.
Langsam wird die Wartezeit auf unser Pünktchen quälend. Zum einen werden meine Schwangerschaftsbeschwerden immer schlimmer (Übelkeit, Bänderschrmerzen, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit und ständig Wehen), zum anderen kriecht mit zunehmender Schwangerschaftsdauer die Angst in mir hoch.
Denn seit der 38. Woche ist mein Blutzuckerspiegel wieder gesunken, ich brauche kaum noch Insulin. Eigentlich ja schön (dachte ich), aber die Ärzte waren anderer Ansicht. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass meine Plazenta weniger Insulin abrufe und vielleicht nicht mehr richtig arbeite. Pünktchen drohe damit erst eine Unterversorgung bzw. dann gar keine Versorgung mehr. Was das heißt, kann sich jeder selbst ausmalen. Einfach einleiten konnte man aber auch nicht, denn unsere Tochter hatte sich wieder in die Querlage begeben- die Lage also, in der eine normale Geburt unmöglich ist. Also stand engmaschige Überwachung an, was hieß: erst zweimal die Woche, dann täglich Ultraschall-Doppler, CTG etc. in der Klinik. Stationär legen - wie die Ärzte wünschten - wollte ich mich aber nicht. Denn in der Klinik, das wusste ich ja schon von anderen meiner Schwangerschaften, kriecht die Zeit noch mehr und zermürbt einen völlig. Zwei Tage vor Weihnachten änderte ich dann meine Meinung. Mehrere Tage lang hatte ich nachts stundenlang Wehen gehabt, von denen ich hoffte, sie würden sich zu richtigen Geburtswehen auswachsen - vergebens. Diese Phasen wechselten sich ab mit Minuten, in denen der Bauch grundsätzlich hart war, sozusagen also Dauerwehen. Immer dann bekam ich Panik, weil im knallharten Bauch spürte ich ja keine Kindsbewegungen mehr. Es war grässlich und ging mir so an die Nerven, dass ich von 22. auf 23.12. um ein Uhr nachts beschloss: Ich fahr jetzt ins Krankenhaus und bleib da bis zur Geburt. So kamen meine Großen und ich zu einem Weihnachtsfest und einer Bescherung im Krankenhaus. Weiterhin "täuschte" Pünktchen täglich Wehen und die bald beginnende Geburt an - tatsächlich aber blieb alles unverändert. Erst am 26.Dezember um 4 Uhr nachts wurden die Wehen deutlich stärker (allerdings waren sie noch zu selten) - und gegen Morgen ging blutiger Schleim ab. Dieses Zeichen kannte ich: bei meiner letzten Geburt hatte es von da an noch knapp drei Stunden gedauert. Doch leider lag Pünktchen noch immer quer. Und da die Wehen mittlerweile alle drei Minuten kamen und auch letzte Turnversuche im Kreißsaal Pünktchen nicht zum Drehen animierten - weder in Steiß-noch in Schädellage - trafen wir dann die Entscheidung: Kaiserschnitt bei Bewusstsein mit Hilfe spinaler Anästhesie. Um 15.09 Uhr schließlich hörten wir den ersten Schrei unserer Tochter: Jennifer war geboren.
Pünktchen ist da
Unser „Pünktchen“, im richtigen Leben Jennifer, erblickte am zweiten Weihnachtsfeiertag, um 15.09 Uhr, das Licht der Welt. Mutter und Tochter haben die Geburt, die per Kaiserschnitt in der Uniklinik Würzburg erfolgte, gut überstanden. Der Vater auch.
3790 Gramm war Jenni schwer und 51 Zentimeter lang, als sie in unsere Großfamilie kam. Für ihre Brüder Joshua (7) und Joel (5) muss sie winzig ausgesehen haben, denn Joshua fragte beim ersten Blick auf seine Schwester: „Waren wir auch mal so klein?“ Gleich legte er seinen Zeigefinger in Jennis Hand, um später zu seiner großen Schwester Nicole (22) zu sagen: „Die Finger sind ja höchstens so groß wie eine Streichholzschachtel.“ Joel war übrigens bei der Kontaktaufnahme nicht so mutig. Er ging lieber vorerst auf der anderen Seite des Bettes in Deckung. Doch das wird sich vermutlich auch schnell ändern.
Siehe auch
- Schwanger über 40 - Tagebuch bis 20. Woche
- Schwangerschaft
- Hebamme


