Schwanger über 40
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Schwanger über 40 - eine Diagnose, die zunimmt. Nicht ganz ohne Probleme. Denn eine Schwangerschaft von Frauen über 35 wird von Frauenärzten generell als Risikoschwangerschaft bezeichnet. Das liegt daran, dass die Frau bzw. ihr Körper sich mit zunehmenden Alter schlechter an die hormonelle Umstellung gewöhnen kann, die mit einer Schwangerschaft verbunden ist. Außerdem steigt mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit an einer Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken. Auch die Risiken für das Kind sind höher. Das Fehlgeburtsrisiko steigt mit dem Alter der Mutter und statistisch gesehen leiden Kinder von Müttern über 35 sechs Mal so oft an Trisomie 21 (Downsyndrom).Das folgende Tagebuch spiegelt die Erfahrungen einer 45-jährigen Schwangeren und Mehrfachmutter.
4. Woche: Erste Ahnung und Test
Eigentlich ist alles wie immer, also wie bei mir punktgenau alle 28 Tage: Die Brüste spannen, das Bäuchlein wölbt sich leicht, der Magen bläht und im Unterleib zieht es. Zwei Dinge allerdings sind anders - und das macht mich stutzig, denn immerhin habe ich bereits sechsmal die Erfahrung einer Schwangerschaft hinter mir: Das erste: Statt an etwas schnellerer Verdauung leide ich eher an Verstopfung und zweitens fühle mich eher trocken an. Als sich am 30. Tag immer noch kein Rot zeigt, kommt mir eine erste Ahnung,die ich nicht wirklich glauben will. Denn zum einen ist es so ziemlich das Letzte, was ich mir in diesem Augenblick wünsche und zudem kann es eigentlich auch gar nicht sein. Schließlich führen wir eine Fernbeziehung, sehen uns nur alle paar Wochen, es gab keinen Sex in fruchtbaren Tagen, verhütet haben wir auch und ich bin schließlich nicht mehr 20, sondern 44. Wie also soll das gehen? Trotzdem, dass es die ersten Zeichen der Wechseljahre sein könnten, der Gedanke kommt mir keine Sekunde. Höchstens der, dass vielleicht der Stress (der positive, durch eine neue für mich als fünffache alleinerziehende Mutter bessere Arbeitsstelle) "alles" ein bisschen durcheinandergewirbelt hat.
Kommt die Periode oder bin ich schwanger?
Am Abend ziehe ich meine Hose aus. Und stelle fest, dass mein Bauch sich diesmal extrem bläht (oder rundet). Der Abdruck des Hosenbundes ist deutlich zu sehen, tritt fast als Stufe vor. Dieser Anblick erinnert mich an einen Abend vor 24 Jahren. Ich zog - damals im vierten Monat schhwanger - mein Hochzeitskleid aus. Das hatte ich etwa ändern lassen, hatte ich es doch schon Wochen vor Beginn der Schwangerschaft gekauft und bekam es ungeändert nur noch schwer zu. Vergessen ändern zu lassen, hatte ich den Unterrock. Und der zeichnete sich damals auf meinem Bauch ab, wie jetzt der Hosenbund.
Der Schwangerschaftstest
Das gab den Ausschlag: Am nächsten Tag holte mein Freund einen Schwangerschaftstest. Und drei Minuten später starrten wir ungläubig und sprachlos auf die beiden Striche. Eine halbe Stunde später musste ich los, zum Zug in mein 470 km entferntes Zuhause. Und die Gedanken in meinem Kopf (in seinem natürlich auch) wirbelten wild durcheinander: Ich bin schwanger - wie soll es jetzt weitergehen?
5.Woche: Die Entscheidung
Bevor ich irgendetwas entscheide, irgendetwas unternehme, will ich den von uns gemachten Test offiziell bestätigt haben. Also rufe ich, zurück zu Hause, erst mal meine Frauenärztin an und lasse mir einen Termin geben. Schon spannen meine Hosen und die vielen enganliegenden T-Shirts , die ich besitze, sehen einfach total unmöglich aus.
Schon jetzt zwicken die Hosen
Ich erinere mich, dass ich schon in der Schwangerschaft mit meinem heute Jüngsten, fünfjährigen Sohn, in der fünften Woche, die Hosen nicht mehr zubrachte. Ob sich der Bauch oder die Gebärmutter wohl an Schwangerschaft erinnern und einfach schon mal Platz schaffen fürs das Kleine? Sich sozusagen schon mal "auf Vorrat" ausdehnen? Eine Vorstellung, die mir besser gefältt, als die unromantische Erklärung von miserablem Bindegewebe , schlaffer Haut, schlechten Bauchmuskeln und total versauter Figur. Als ich überlege, dass ich wohl diesmal spätestens ab dem vierten Monat permanent werde erklären müssen, dass ich mich beim Geburtstermin weder um Monate "verrechnet habe" noch (Elefanten-)Drillinge bekomme, wird mir klar, dass ich längst eine Entscheidung getroffen habe: Ich bleibe auch jetzt und in dieser Situation dabei: Abtreibung ist für mich keine Lösung. Gar keine. Schließlich habe ich schon erlebt, wie weh es tut, vom eigenen Kind für immer Abschied nehmen zu müssen. Nein, das absichtlich herbeiführen, wenn auch viele Monate früher, das kann ich nicht. Irgendwie wird das schon klappen, auch mit sechs Kindern. Kleines Pünktchen, du bist willkommen.
6. Woche: Bei der Frauenärztin
Der Urintest bei der Frauenärztin bestätigt: "Ich bin schwanger. " Herzlichen Glückwunsch, sagte sie. "Das weiß ich noch nicht so recht, ob das ein Glück ist", antworte ich. Die Ärztin kennt mich seit 16 Jahren und drei Schwangerschaften und versteht, ich will die Schwangerschaft nicht beenden, muss mich aber erst mit der Tatsache abfinden, denn geplant oder gewollt war sie nicht.
Fruchtwasseruntersuchung ja oder nein?
Auch das Thema, Fruchtwasseruntersuchung oder nicht, können wir schnell abhandeln. "Sie gehören ja nicht zu den Ängstlichen, die sich viel Sorgen machen?", fragt sie nur. Und ich bestätige ihr, dass sich daran nichts geändert hat. Wir einigen uns, angesichts meines Alters und der Vorbelastungen (Kaiserschnitt, sehr jung gestorbenes Kind), auf dreiwöchige Kontrolle - zumindest vorläufig. Sollte mir etwas komisch vorkommen, verspreche ich, melde ich mich sofort. Und dann bringe ich gleich mein größtes Anliegen vor: Kann ich mich kurz nach der Geburt sterilisieren lassen? Schon einmal hatte ich daran gedacht, vor fünf Jahren. Dann aber diesen endgültigen Schnitt nicht gewagt.
Sterilisation nach der Geburt
Die Ärztin erklärt mir, ich könne mich wenige Tage nach der Entbindung sterilisieren lassen. Das beruhigt mich, auch wenn es mir in den letzten Wochen dieser Schwangerschaft nichts helfen wird. Und vor denen graut mir wirklich. Mir steht die Erinnerung an die letzte und die sehr harten letzten Wochen noch sehr deutlich vor Augen. Plötzlich muss ich daran denken, dass ich womöglich vor sechs Wochen meine allerletzte Periode im Leben hatte, ohne es auch nur zu ahnen. Ein komisches Gefühl. Aber ein unnötiges, muss ich mich aufklären lassen. Die OP stört das hormonelle Gleichgewicht nicht, die Monatsblutung findet wie gewohnt statt, nur die Eileiter werden verschweißt und damit - für Ei- und Samenzellen unducrhlässig.
Das Herzchen schlägt
Dann sehe ich im Ultraschall ein kleines Pünktchen rhythmisch leuchten: Mit dem Herz des Pünktchen schlägt auch meines ein bisschen schneller. Eigentlich hatte ich angefangen, mich auf Enkel einzurichten (schließlich ist meine Große schon 22), da werde ich noch mal Mama. Gut für das Kleine, dass der Papa deutlich jünger ist und das Wunder einer Geburt zum ersten Mal erlebt.
7. Woche: Wie sag ich's wem?
Da ich erst vor wenigen Wochen eine neue Arbeit begonne habe, liegt es mir am Herzen, meinem Arbeitgeber frühzeitig über die Schwangerschaft aufzuklären und gleichzeitig zu klären, ob ich die Arbeit behalten kann. Auch nach der Geburt möglichst bald wieder. Denn sonst sieht es finanziell schlecht aus. Schließlich verdient der werdend Papa auch nur ein Volontärsgehalt ("östlicher Prägung" und entsprechend niedrig).
Die "gute Nachricht" weitergeben
Gute Nachricht: Mein Chef reagiert super. "Mach dir mal keine Sorgen, das kriegen wir schon." EIn erster Stein purzelt. Dann kommen meine "Großen" dran. Ich bin ehrlich: "Mir ist das passiert, was ich Euch nie wünsche, ich bin ungeplant schwanger geworden", erkläre ich. Und freue mich, dass sie die Nachricht einigermaßen gelassen aufnehmen. "Dann wird es hier aber sehr eng", bemerkt mein ältestes Sohn (16 Jahre) bloß. Recht hat er. Aber es wird schon gehen. Umziehen jedenfalls ich in keinem Fall. Schließlich fühlen wir uns in dem kleinen Reihenhäuschen in der Stadt alle pudelwohl. Und wer weiß, wie lange meine Zweitälteste noch hier wohnen bleibt.
Das erste Fünkchen Freude
Schwerer fällt es mir da schon bei meinen Eltern. Jetzt noch mal schwanger, der Vater wohnt weit weg, ist viel jünger und ich gerade Letzteres nicht - nicht gerade, wovon Eltern träumen. Ich raffe all meinen Mut zusammen. Wie ich es auch war, sind meine Eltern erst mal sprachlos. Aber es gibt keine Vorwürfe, kein Entsetzen. Nur Fragen, ob ich das auch schaffe, so rein körperlich, aber auch psychisch. Ja, kann ich guten Gewissens sagen, tue ich. Denn bei allen materiellen Ängsten und Zweifeln, ob meine (Nerven-)Kraft noch für ein Baby reicht, gibt es da ein kleines Fünkchen Freude in mir. So sanft, aber beständig wie ein kleines Herzchen in meinem Bauch klopft.
8. Woche: Von Pünktchen
Mein Bauch ist nicht mehr zu verbergen. Jeden Tag wird es schwerer, etwas zum Anziehen zu finden, das passt. Da trete ich die Flucht nach vorn an. Ich fahre in die Stadt, kaufe xxl-T-Shirts und riesige Hosen mit Gummizug und räume alles aus dem Schrank, das nicht passt. Es wird, in große Tüten verpackt, im Keller ruh'n, bis es wieder zum Einsatz kommen kann.
Die Übelkeit kommt
Ich beschließe meine Kleinen einzuweihen, denn statt morgendlicher plagt mich allabendlich grässliche Übelkeit bis zum Würgen und Erbrechen. Sie sollen schließlich keine Angst bekommen wegen dem seltsamen Verhalten ihrer Mama. Ich krame das Buch "Peter, Ida und Minimum" wieder hervor, dass mir schon gute Dienste leistete, als ich mit meinen anderen Kindern schwanger war und weihe meine "Kleinen" ein. Die spannungsvolle, interessierte Freude tut gut. "Ich bekomme ein Geschwisterchen" erzählt er stol am nächsten Tag jedem im Kindergarten. Das ist okay. Man sieht es sowieso.
Reaktionen der Umwelt
Der werdende Papa telefoniert nach wie vor täglich mit mir, tröstet, nimmt Anteil und freut sich ganz offen. Er freut sich, dass sein heimlicher (nicht einmal sich selbst eingestandener) größter Wunsch, sich so urplötzlich doch erfüllen soll. Das tut gut. Denn leider tun sich die werdenden Großeltern auf seiner Seite (noch?) sehr schwer mit dem allerersten Enkel, den sie bekommen sollen. Ohne weiteren Kommentar hat auch mein Ex die Nachricht aufgenommen. Meine Freundinnen, mit denen ich mich seit mehr als 20 Jahren regelmäßig treffe, waren ziemlich geplättet. Kein Wunder, hatte ich doch erst kürzlich erklärt, das Thema Kinderkriegen gänzlich abgehakt zu haben.
Auch Ingwer hilft nicht
Jedenfalls kann es jetzt jeder erfahren und der Tratsch sich verbreiten: Alle wichtigen Leute sind eingeweiht. Wieder mal plumpst ein Stein. Die Übelkeit bleibt trotzdem und wird auch mit Ingwertee oder Ingwerstückchen (angeblich ein Geheimtipp gegen Übelkeit) eher schlimmer.
9. Woche: Die ersten Bilder
Beim Frauenarzt steht wieder Ultraschall an. Als Risiko-Schwangere darf ich das praktisch jedes Mal erleben.Risiko-Schwangerschaft
Außer dem Alter und der Tatsache, dass ich bereits sechs Kinder geboren habe, kommen dazu mein Übergewicht (nach der fünften Schwangerschaft - damals war ich schon über 35 - ging es steil nach oben), Schilddrüsenprobleme (OP) und die Tatsache, dass wir per einem IGEL-Labortest (=individuelle Gesundheitsleistungen, also solche, die man selbst bezahlen muss) vor etwa zwei Jahren herausfanden, dass ich den Paipllomvirus (siehe auch unten) in mir trage. Bisher allerdings ohne Symptome.
Faszinierende Ultraschallbilder
Aber zurück zum Utraschall. Etwa vier Zentimeter ist unser Pünktchen jetzt. Und es fasziniert und rührt mich, das kleine Wesen so deutlich zu sehen - kein Vergleich mit den ersten, sehr schemenhaften Ultraschallbildern, die ich vor mehr als 20 Jahren erlebte! Es ist schon beruhigend, das Köpfchen zu sehen, die Hände und Füße und das schlagende Herzchen. So weit man es sehen kann, ist alles okay. Das ist beruhigend, vor allem, wenn wieder gutmeinende Mitmenschen mich als "mutig" bezeichnen oder mich mit einem Blick ansehen, der deutlich ausdrückt, dass ich verrückt bin, zu glauben, das Kind könne gesund und "normal" sein. Bei meinem Alter! Was soll ich dazu sagen. Als ich das erste Mal schwanger war, 20 Jahre jung, gesund, 50 Kilo leicht , Schön ist, dass es auch viele andere gibt, die sich einfach freuen, dass ein kleines Menschlein zur Welt kommen darf, auch wenn es "bloß Nummer sechs" ist und mit seiner bloßen Existenz die Situation für Mama, Papa und seine Geschwister nicht gerade leichter macht.
Der werdende Papa plant seine Zukunft
Natürlich schicke ich dem Papa - E-Mail und digitale Bildtechnik sei Dank - auch gleich das Foto, das ich mitbekomme. Er ist begeistert - und gerührt. "Mir war schon immer klar, dass ich das Kind will. Aber seitdem ich jetzt die kleinen Hände und Füße gesehen habe, weiß ich, niemals könnte ich das Kind abtreiben oder auch nur verleugnen." Das Foto gibt ihm Kraft, mit seinem Chef alles zu klären. Das beudetet für mich: Er wird mit Beginn der letzten drei Schwangerschaftsmonate zu uns ziehen und dann hier arbeiten, erstmal freiberuflich, bis sich mehr findet. Wieder plumpst ein Stein.
Papillomvirus
Kurz zusammengefasst ist das ein Virus, der sexuell übertragen wird, meist keine Beschwerden/Symptome verursacht und daher oft lange unerkannt bleibt; dieser Virus verursacht nicht automatisch Gebärmutterhalskrbes, es gibt viele Frauen die ihn haben (man geht von etwa 20 Prozent aller Frauen aus, die ihn in sich tragen), aber nie an diesem Krebs erkranken; bei Frauen allerdings, die an Gebärmutterhalskrbes leiden, findet man ihn immer; deshalb gehören etwa sechsmonatige Kontrollen dazu, ist der Virius nachgewiesen (die die Kasse bei positivem IGEL-Test dann trägt); in den letzten Jahren wurden Impftstoffe entwickelt, geimpft werden momentan junge Mädchen, möglichst bevor sie sexuell aktiv werden.
10. Woche: ich rechne und ko . . .
Nächste Woche fahren wir in den lange geplanten Urlaub an der Ostsee. Leider nur eine Woche, aber ich freue mich riesig drauf. Vor allem, weil es mir noch immer jeden Abend so richtig mies geht. Mein Problem: Ich kann weder essen noch trinken, ohne dass mir speiübel wird und ich das würgen anfangen. Richtig übergeben mus ich mich trotzdem eher selten, meist kommt trotz der "Eruptionen" nicht viel außer Spucke mit widerlichem Geschmack. Das liest sich eklig - und genauso fühle ich mich auch. Nicht mal mehr pures Wasser aus der Leitung, ohne Kohlensäure geht. Saft ist unmöglich, vor Tee schüttelt es mich. Nur die morgendliche Tasse Kaffee (anders als sont mit viel Magermilch verdünnt) bleibt ohne Probleme drinnen. Aber eben nur eine (war ein regelrechter Entzug nach den sechs bis acht Tassen - schwarz - die ich sonst trinke).
Wasser mit Salz und Kaugummi
Anfangs ernährte ich mich nur von Äpfeln, aber auch die gingen irgendwann nicht mehr. Da ich jedoch ständig ein Hungergefühl (und einen grässlichen Geschmack im Mund habe), lutsche ich praktisch dauernd zuckerfreie Bonbons, später steige ich auf ebensolche.Kaugummus um. Auch wenn es verückt klingt. Tagelang bleibt mein einziges Getränk Wasser mit etwas Salz. Da muss ich wenigstens nicht davon aufstoßen.
Die lieben Finanzen
Was mich sonst beschäftigt, sind die Finanzen. Wer von uns soll Elternzeit beantragen? Wie mache ich es mit dem Mutterschutzt vor und nach der Entbindung? Als Freiberufler ist das alles höchstKurzum: Es will alles gut überlegt sein, und leider nutzen alle Infoseiten, kompliziert und finanziell schwierig. Denn ich bekomme ja mehr Geld als mir als Einkommen übrig bleibt. Und alle Eltren-Gelder errechnen sich vom übrigbleibenden Einkommen. Die meisten Betriebskosten (Autoabzahlung, Telefon-Online-Equipment etc.) aber bleiben mir ja auch, wenn ich gerade in Elternzeit/Mutterschutz. Und dann wird es finanziell verdammt eng. Kommt ja noch ein Baby hinzu und ein Partner, der sich natürlich beteiligt, aber anfangs als freiberuflicher Journalist wohl nicht gerade Reichtum anhäufen wird. . . Kurzum: Es will alles gut überlegt sein, und leider nutzen alle Infoseiten, -Broschüren relativ wenig, weil unsere Situation einfach zu speziell ist. Und eigentlich will ich gar nicht dauernd rechnen, sondern auch mal einfach ein bisschen vom Baby träumen, reinhorchen, ausruhen, schlicht werdende Mama sein. Wenigstens ein paar Minuten am Tag ... Aber bald ist ja Urlaub!
11. Woche: Urlaub
Endlich Urlaub. Die insgesamt gut neunstündige Autofahrt habe ich mit viel Kaugummis ganz gut überstanden. Ich musste ja nur etwa die Hälfte fahren, dann hat - nach einer guten Stunde Pause - der werdende Papa übernommen. Der dachte ja immer, mir ist abends übel, weil ich eben mehr Ruhe brauche. Leider hatte er nicht recht. Nur am ersten Abend bleibe ich weitgehend von Übelkeit verschont, dann geht es wieder weiter wie bisher. EIn-, zweimal muss ich - trotz frischer Meeresluft und Erholung - mich sogar richtig und "gründlich" übergeben.
Pünktchen klopft
Trotzdem genieße ich die Urlaubstage . Abends darf ich dann einfach rumliegen und nix tun. Und dabei passiert "es": ich meine, die ersten Bewegungen von Pünktchen zu spüren. Irre bald, ich weiß. Aber diese zarte Streicheln und Klopfen von innen an die Bauchdecke scheint mir unverkennbar.
12. Woche: Pünktchen turnt
Nach dem Urlaub steht wieder ein Arzttermin an. Und natürlich Ultraschall. Und da sehe ich ein aktives Pünktchen, das turnt und herumpurzelt. Wir zählen fünf Finger und Zehen an jeder Hand, an jedem Fuß, finden keinerlei Hinweis auf eine verdickte Nackenfalte. Die kann (nicht muss!) Anzeichen sein, für Chromosomen-bedingte Krankheiten (Trisomie 21), Herzfehler oder ähnliches. Aber Pünktchens Nacken scheint "normal" zu sein. Also ist weiterhin, so weit mit den "herkömmlichen" Methoden überprüfbar, alles roger!Auch wenn wir Pünktchen gut sehen, ob sich ein Mädchen oder Junge dahinter verbirgt, erkennen wir nicht (ich jedenfalls nicht, die Ärztin sagt nichts und ich frage auch nicht). Eines stelle ich auch noch fest: Das, was ich ab und zu schon spüre, sind tatsächlich Pünktchens Turnereien. Denn gered als ich wieder so ein sanftes Klopfen spürte, sah ich auf dem bildschirm, wie Pünktchen die Beinchen in die Höhe warf.
Lästige Feigwarzen
Zwar ist so weit alles in Ordning, aber leider haben die Papillomviren jetzt zugeschlagen und äußern sich in Form von lästigen - aber Gott sei Dank relativ harmlosen - Feigwarzen. Und die, eröffnet mir die Gynäkologin, müssen weg. Denn sie können bei der Geburt zum Problem werden für mich und für Pünktchen vor allem auch. Die OP geschieht mit Laser und geht wohl auch in der Schwangerschaft relativ problemlos. Ich mache postwendend einenTermin an der Uniklinik aus. Zwei Tage muss ich dafür opfern. Einen zur Vorbereitung, einen für die OP. Nächste Woche bin ich dran. Und hab' schon ein bisschen Bammel davor.
13. Woche: Stimmungsschwankungen
Bin ja letzte Woche in die Uni-Frauenklinik wegen der Feigwarzen-OP. An einem Tag sollte ich vorbereitet werden (EKG, Blutuntersuchung, Vorerkrankungen, Anästhesie-Aufklärung, Ultraschall etc.), am nächsten Tag dann gelasert und am Abend danach dann wieder nach Hause. War auch dort, hab' alles durchlaufen, zum Schluss war dann der Oberarzt dran. Und der hatte dann die beste Nachricht des Tages für mich: Nix OP, jedenfalls vorläufig nicht!
Grausige mögliche Folgen der OP
Das hat mich schon sehr beruhigt, denn was mir der Narkosearzt so alles erzählt hat, was schlimmstenfalls passieren könnte, war schon hammermäßig. Zum einen alle möglichen Störungen im Bereich des Unterleibes, viel schlimmer aber waren die Folgen, die das alles für Pünktchen hätte haben können (aufsteigende Infektion bis in die Gebärmutter). Mir ist natürlich klar, dass das nur absolute Ausnahmefälle sind und die Ärzte sich so absichern müssen, aber wenn man so einen Zwerg im Bauch hat, kann man da schwer ruhig und unberührt zuhören. Jetzt versuchen wir jedenfalls erst mal die Feigwarze (ist bisher bloß eine) mit einem homöopatischen Mittel (Thuja) durch Betupfen dreimal täglich wegzubringen. Hilft das nichts, wird operiert, aber erst etwa in der 35. Woche (falls das Wachstum der Warzen nicht plötzlich noch explodiert und mich "großflächig befällt"). Ich bin sehr froh!
Kleiner Zusammenbruch
Wie sehr mich das innerlich doch aufgewühlt hat, habe ich dann am Abend gespürt. Nach der Erleichterung, kam dann fast ein kleiner "Zusammenbruch". Ich war total fertig, als hätte ich einen Marathon hinter mich gebracht. Und hab' dann irgendwann nur noch geheult. Weil ich im Wartezimmmer die einzige war, die allein da war (wie soll mein Freund auch da sein, wenn er 470 Kilometer weit weg arbeiten muss), weil es ja erst mal nur aufgeschoben ist, weil das mich so geschockt hat, dass ich Pünktchen durch die OP eventuell hätte verlieren können. Auch wenn es nicht einfach ist und sein wird mit meinem sechsten Kind und es auch nie geplant war, mir wurde klar, hergeben möchte ich es jetzt auf gar keinen Fall mehr! Na, ja, nachdem es das erste Mal in dieser Schwangerschaft war, dass ich so richtig das "heulende Elend" hatte, kann ich mich nicht beschweren, könnte ja viel schlimmer sein. Pünktchen jedenfalls, das konnte ich im Ultraschall sehen, geht es nach wie vor bestens und es macht weiter fleißig seine Turnübungen (und schubst mich dabei sanft in den Bauch, als wollte es sagen: "Alles gut. Ich bin doch da und Du musst nicht weinen.")
14. Woche: Müdigkeit
Nachdem das Erbrechen wohl jetzt endgültig vorbei ist, kommt die Müdigkeit. Jeden Tag ist es das Gleiche. Ich nehme mir alles mögliche vor, was ich gerne nach der Arbeit und wenn meine zwei Jüngsten im Bett sind. erledigen will, und jeden Tag schaffe ich es dann gerade noch aufs Sofa und bin erst mal eine gute Stunde völlig platt - und schlafe sogar einfach ein, selbst wenn ein Krimi im Fernsehen läuft. Was beweist, dass es eine besondere Müdigkeit ist, gehöre ich doch sonst zu den Menschen, die beim Fernsehen grundsätzich ncht einschlafen. Pünktchen spüre ich jetzt jeden Tag mehrmals. Ich finde das sehr schön und beruhigend. Es ist ein bisschen als hätte ich immer und überall einen geheimen Verbündeten bei mir, der mir immer wieder mal klarmacht, dass es neben Arbeit und sonstigen Dingen noch etwas ganz anderes, sehr Schönes im Leben gibt.
Mein Mutterpass ist verschwunden
Diese Woche suchte ich außerdem verzweifelt nach meinem Mutterpass - und fand ihn nicht. Nach längerem Suchen und anschließendem Nachdenken, wannich ihn das letzte Mal hatte, kam ich drauf, dass ich ihn wohl in der Klinik vergessen hatte. Und tatsächlich, heute kam er per Post wieder ins Haus. Worüber ich mich doch sehr freute, den immerhin stecken alle Bilder von Pünktchen drin!
Gedanken zur Fruchtwasseruntersuchung
Manchmal denke ich darüber nach, dass ich jetzt immer noch nicht in der Woche bin, in der normalerweise die Fruchtwasseruntersuchung gemacht wird, nach der man dann ja erst entscheidet - so man das so will - ob man eine Schwangerschaft mit einem vermutlich behindertem Kind abbrechen möchte. Mir ist es wirklich ein Rätsel wie Frauen das überhaupt ertragen können, so deutlich wie ich Pünktchen inzwischen schon spüre und so eng wie ich mit dem kleinen Wesen verbunden fühle.
Pünktchen muss einen Namen haben
Gut ist, dass ich jetzt noch beim Namen Pünktchen bleiben kann. Denn tatsächlich ist uns noch kein einziger Name eingefallen - weder männlich noch weiblich - der auch nur ansatzweise uns beiden gefallen würde. Tatsächlich haben wir beide noch nicht mal einen gefunden, der auch nur einem von uns gefällt. Pünktchens Nachname steht allerdings schon fest: Es wird heißen wie sein Vater. Denn ich trage ja seit 24 Jahren nicht mehr meinen Geburtsnamen, sondern den meines ersten Mannes. Und das ein Kind von mir und meinem jetzigen Lebenspartner den Nachnamen eines ganz anderen Mannes trägt, das fände ich völlig unmöglich. Komischerweise verstehen eine Menge Leutegar nicht, dass ich das so unmöglich finde.
Die lästige Frage: "Was wird es denn?"
Unmöglich hingegen finde ich langsam, dass schon seit gut acht Wochen ständig Leute fragen: " Wird es denn ein Junge oder ein Mädchen?" So weit ich weiß, lässt sich das sicher frühestens durch eine Fruchtwasseruntersuchung feststellen. Per Ultraschall ist das schließlich nicht so einfach zu erkennen. Ich gestehe, ich schütele innerlich dem Kopf über die Technikgläubigkeit heutzutage. Die Leute scheinen zu glauben, das man mit dem Schwangerschaftstest schon das Geschlecht mitgeliefert bekommt. Und ehrlich gesagt: Ich finde das gar nicht so furchtbar wichtig. Auch wenn ich mich - nach drei Jungs - über ein Mädchen sehr freuen würde, ist Pünktchen ein Junge ist es genauso gut und schön.
Pünktchen und sein Geheimnis
Wahrscheinlich bin ich einfach altmodisch, aber ich sehne mich fast ein bisschen nach der Zeit zurück, als meine Ältesten geboren wurden und kaum einer vorher wusste, ob ein Junge oder Mädchen kommen würde. Irgendwie geht mit diesem Geheimnis auch etwas von der staunenden Freude auf das Baby verloren. So als ob mit dem Geschlecht bereits die ganze Persönlichkeit des neuen Erdenbürgers feststünde. Als müsste alles geregelt sein, alles immer offengelegt sein. Ich hoffe jedenfalls, Pünktchen bewahrt sein Geheimnis noch ein bisschen.
15. Woche: Veränderungen
Ich habe es getan: Pünktchens "Bettchen steht" bereit. Ja, tatsächlich jetzt schon. Das liegt aber nur daran, dass ich in meinem Schlafzimmer einiges umstellen, ausmisten und umräumen musste, weil ja bald Pünktchens Papa zu uns zieht und natürlich auch etwas Platz braucht. Und in unserem kleinen Reihenhäuschen ist das gar nicht so einfach.
Das etwas andere Babybett
Was das Bettchen angeht, so heißt das nur, dass ich (mit meinem großen Sohn als Helfer) mein Bett etwas von der Wand weggerutscht haben und ich zwischen Bette und Wand jetzt eine Verängerung angebaut habe, auf der Pünktchen nachts in den ersten Monaten schlagen kann. Das ist so viel einfacher fürs Stillen, als eine Wiege oder ähnliches, zu der man laufen muss und aus der man das Baby erst holen muss. Die andere Art Bett hat sich schon bei meinen älteren Kinder bewährt. Zumindest so lange bis die Kleinen selbst aus dem Bett krabbeln (rollen) und somit fallen können.
Die geschwollene Nasenschleimhaut
Auch sonst stehen bei uns jetzt einige Veränderungen an. Meine Zweitälteste wird im August ineine eigene Bude ausziehen und ihr ältester Bruder dann ihr Zimmer übernehmen. Seins wird dann frei für Pünktchen, einen Kleiderschrank für es und seine zwei Brüder, die auf diese Weise auch etwas mehr Platz in ihrem Schlafzimmer bekommen. Viel zu tun also. Und so schwer wie mir (mit der zugeschwollenen Nasenschleimhaut) schon jetzt das Trepp-auf-Trepp-ab fällt, das so eine Umräumaktion nun mal bedingt, bin ich froh, dass bis Ende September, wenn die Schwangerschaft in die dritte und beschwerlichste Runde geht, hoffentlich das Gröbste erledigt ist.
Aufwachen um fünf Uhr morgens
Was Pünktchen und mich angeht: Jeden Abend um 19 Uhr überfallt mich bleierne Müdigkeit. Dafür in ich dann ab 21 Uhr wieder munter. Nachts wache ich so gegen fünf Uhr meistens mal auf. Witzigerweise geht es das Pünktchens Papa in der Ferne genauso. Ob das nicht ein Hinweis auf Pünktchens spätere Morgenstillzeit ist? ;o)) Bei der Frauenärztin war alles, okay, das Herzchen sehr gut zu hören - und - das Beste - die Feigwarze ist deutlich auf dem absteigenden Ast.
Noch mal was zu Feigwarzen und Papillomviren
Apropos Feigwarzen und Papillomviren: Ich hab' mich mal noch etwas genauer erkundigt (bei einem Arzt, der an Papillomviren forscht): Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Papillomviren: Die bösärtigen, die Gebärmutterhalskrebs mit auslösen können, aber eben keine Feigwarzen und die gutartigen, die Feigwarzen auslösen, aber keinen Krebs. Für Männer sind nur letztere von Bedeutung, da sie eben auch Männer befallen können, meistens aber bleiben die Betroffenen symptomlos bis die Infektion abgeheilt ist. Beide Arten haben zudem ein hohes Potential für Selbstheilung. Ein schwerwiegendes Problem sind Feigwarzen heutezutage nicht mehr. Man kann sie gut behandeln (vor allem, wenn an nicht zu lange wartet) und selbst eine Infektion bei der Geburt, bedeutet wohl für das (gesunde) Neugeborene keine größere Gefahr.
Natürliche Heilkraft: Thuja
Behandelt wird "meine" Feigwarze schlicht und einfach mit Thuja, also sozusagen den Kräften von "Mutter Natur". Und sie ist nach zwei Wochen dreimal täglich betupfen schon fast ganz weg. Gute Karten also auch für Pünktchen! Natürliche Heilkraft nutze ich auch, um wenigstens nachts die Nase zum Durchatmen frei zu haben: Ich schlafe auf einem mit Lavendelblüten gefüllten kleinen Kissen. Das hilft prima.
16. Woche: Gewissensfrage
Vor allem eine Frage beschäftigte mich diese Woche: Soll ich mir wirklich in ein paar Wochen einen Termin geben lassen, für diesen neuen dreimdimensionalen Ultraschall? Meine Frauenärztin hat mir dazu geraten, einfach um Risiken auszuschließen. Und genau deshalb, habe ich beschlossen, diese Untersuchung machen zu lassen. Bedenken hatte ich nicht etwa aus gesundheitlichen Gründen. Da glaube ich schon den zahlreichen Studien - und meinen eigenen bisherigen Erfahrungen - dass Ultraschalluntersuchungen dem Ungeborenen, also auch unserem Pünktchen, nicht schaden.
Ein Vierteljahrhundert Ultrschall-Diagnostik
Schaden für Pünktchen (und mich) befürchtete ich davon trotzdem - aus ganz anderem Grund. Denn, was, wenn die Bilder erkennen lasen, dass Pünktchen nicht ein pumperlgesundes Baby ist? Wie würde ich mit diesem Wissen die weitere Schwangerschaft überstehen? Wie mit den möglichen Ängsten und Befürchtungen umgehen? Davor hatte ich Angst, denn bei meiner allerersten Schwangerschaft (vor allerdings fast einem Vierteljahrhundert) habe ich bereits eine Erfahrung in dieser Richtung gemacht. Damals stellte sich in der 34. Woche beim Ultraschall heraus, dass "etwas mit der Niere des Kindes nicht stimmt." Aber auch damals folgende wöchentliche und tägliche Untersuchungen brachten uns nicht weiter. Es blieb unklar, was eigentlich genau und wie schlimm es tatsächlich war. Es waren äußerst quälende Wochen bis zur Geburt. Mal völlige Verzweiflung, dann wieder Hoffnung. Ärzte, die abwiegelten, andere die sehr schwarz sahen, nochmal andere, die vorsichtig Hoffnung machten. Auch mit der Geburt wurde das nicht besser. Das Mädchen, das geboren wude, war sieben Pfund schwer, wirkte gesund, musste aber zur Beobachtung in die Kinderklinik. Wo es vier Tage später starb. Und nicht mal die anschließende pathologische Untersuchung brachte wirklich Aufschluss: Klar war dann lediglich: Es hatte eine Stauungsniere und eine Nebennierenzyste. Mit beidem aber kann man eigentlich problemlos leben.
Schwangerschaft und Schilddrüse
Diese Gedanken gingen mir jetzt durch den Kopf. Natürlich weiß ich, dass die Medizin in den letzten 20 Jahren große Fortschritte gemacht hat. Aber alles, weiß man auch heute nicht. Und manche Zusammenhänge, sind auch heute noch große Rätsel. WIe beispielsweise die Wechselwirkung Schwangerschaft und Schilddrüsenprobleme. Letzteres habe ich (da seit dem 14 Lebensjahr SChilddrüsenpatientin) auch schon genügend erfahren. Das Problem sind die Spezialgebiete. Denn ein Arzt, der sich prima mit der Schilddrüse auskennt, weiß halt oft nicht viel über Schwangerschaft - und umgekehrt. Dass ich mich jetzt doch für die Ultraschalluntersuchung entschieden habe, liegt vor allem daran, dass man heutzutage eben auch einige Krankheiten und Fehlbildungen schon während der Schwangerschaft behandeln kann. Und manche Probleme bei der Geburt verhindern, wenn man mögliche zusätzliche Risiken vorher schon erkennt. Ein bisschen freue ich mich ja auch drauf: Denn diese deutlichen Bilder aus dem Mutterleib müssen wirklich sensationell sein!
Junge oder Mädchen?
Eine andere Frage höre ich jetzt auch öfter. Gleich nach der, ob ich schon wüsste, ob es ein Mädchen oder Junge wird. Die nämlich, was ich mir eigentlich lieber wünsche. Bin ich ganz ehrlich, fände ich nach drei Jungs jetzt ein Mädchen ganz schön. Aber wer weiß: Vielleicht würde sich ein Mädchen mit drei älteren Brüdern im Haus (die noch größeren Schwestern sind ja schon ausgezogen) gar nicht so besonders wohl fühlen. Mal seh'n. Vielleicht kann ich ja bald die erste Frage klären. Nach dem Ultraschall. Bisher weiß ich bloß: Erich Kästners Pünktchen (aus "Pünktchen und Anton") ist jedenfalls ein Mädchen, namens Luise. Nomen est omen?
17. Woche: Wir üben
Diese Woche war eine ganz besondere: Pünktchens Papa und wir übten sozusagen Familie. Zum ersten Mal wurde aus der Wochenendbeziehung eine Alltagsbeziehung. Pünktchens Papa hatte zwar Urlaub, aber weder ich noch der Rest der Familie. Und es gab für ihn sowieso jede Menge Dinge zu tun, die ich nicht (mehr) schaffe.
Pünktchen hat Schluckauf
Was soll ich sagen: Der Test lief bestens. Es war schon eine große Erleichterung, wieder einen "Mann" im Hause zu haben, einen Partner, der Mitverantwortung übernimmt und mit dem man sich über Frust und Lust austauschen kann und das nicht nur telefonisch. Ich - und damit auch Pünktchen - haben die zwei Wochen sehr genossen. Nächste Woche müssen wir jetzt leider erst mal wieder allein erziehend sein. Aber ab Oktober ist dieser Zustand dann Gott sei Dank endgültig beendet. Pünktchen hat jetzt übrigens ein neues "Hobby" entdeckt: Es bekommt immer wieder mal Schluckauf. Fühlt sich irgendwie lustig an, wenn quasi der ganze Bauch regelmäßig hüpft. Inzwischen sind Pünktchen Purzeleien und Turnübungen sogar außen am Bauch zu spüren. Sehr zur Freude des Papas, der gar nicht genug davon kriegen kann. In Sachen Feigwarze gibt es auch nur Positives, am Montag haben wir wieder Termin an der Uni zur Kontrolle. Ich gehe recht beruhigt hin, denn das Ding ist offensichtlich ganz weg. Thuja sei Dank!
Was soll ich trinken?
Leider geht es mir ansonsten nicht so gut wie ich hoffte. Zwar ist die Kotzerei vorbei (den einen Rückfall, den ich vorgestern hatte, führe ich eher auf eine derzeit grassierenden Magen-Darm-Virus zurück), aber wirklich gut, geht es mir nicht. Ich habe nach wie vor richtigen Ekel vor einigen Speisen, das größte Problem ist aber, was soll ich trinken? Meistens entscheide ich mich für Wasser, bringe das aber nicht immer unter. Vor Tee schüttelt es mich, Kaffee ebenso, Milch vertrage ich ohnehin nicht (Blähungen!) und von Saft kriege ich Sodbrennen. Ab und zu tut mal ein Radler gut, aber das ist ja auch keine Lösung. Und dabei habe ich schon Durst und muss ja auch viel trinken, um ein Aufflackern der Blasenentzündung zu verhindern, die mich kurz vor der Schwangerschaft plagte. Komischerweise habe ich auch große Probleme mit Obst. Äpfel stoßen mir tierisch auf, Erdbeeren etc. locken mich meist auch nicht sonderlich.
Juhu, das Gewicht bleibt konstant
Gut verläuft es allerdings mit der Gewichtszunahme. Da ich schon vorher Übergewicht hatte (seit der fünften Schwangerschaft, die ja auch schon weit jenseits der 30 war, geht es nur noch bergauf) wollte ich auf keinen Fall sehr viel zunehmen. Und auch wenn mein Riesen-Bauch es nicht vermuten lässt, seit Wochen bleibt mein Gewicht konstant. Aber jetzt höre ich mal wieder auf zu jammern. Pünktchen hat mich eben geboxt, so nach dem Motto, "ej, hör auf zu lamentieren, freu Dich lieber auf und über mich!". Okay, Kleines, Du hast ja recht.
18. Woche: Gute Nachricht
Die gute Nachricht kam am Montag: Die Feigwarze (Condylom) ist fast auf nichts geschrumpft, neue nicht in Sicht und damit das Thema OP wohl gestorben. Super!!!! Was mich diese Woche allerdings sehr beschäftigte, ist die schlechte Nachricht, die eine andere Schwangere bekam. Ich kenne sie gar nicht persönlich, aber Pünktchens Papa und der hat mir das alles erzählt: Es ist eine Bekannte von ihm, die nur eine knappe Woche vor mir errechneten Geburtstermin hatte - und zehn Jahre jünger ist.
Tragisches Schicksal
Deren Baby allerdings wird nicht leben. Sie hat inzwischen den Termin, um die Schwangerschaft zu beenden. Drei Ärzte hat sie vorher konsultiert und keiner konnte ihr Hoffnung machen. Bei der Fruchtwasseruntersuchung und Nackenfaltenmessung kam heraus, dass das Kleine hochgradig behindert und kaum lebensfähig ist. Obwohl alle Ärzte, die sie fragte, Abtreibung eher negativ gegenüberstehen, rieten ihr alle schweren Herzens dazu. Und sie hat sich dazu entschieden, weil sie sich noch weniger in der Lage sieht anstelle der Spätabtreibung durchzustehen, eventuell über Monate ein schwerkrankes Kind zu begleiten, bis in den Tod. Das ist schon irgendwie sehr erschütternd. Denn auch wenn sie, da sie noch keine Erfahrung hat, ihr Kleines noch nicht so deutlich und lange spürt wie ich Pünktchen, hat sie sicher schon eine Beziehung aufgebaut. Entsprechend schlecht geht es ihr auch. Aber sie arbeitet trotzdem, weil ihr sonst erst recht die Decke auf den Kopf fiele und ihre Gedanken sie marterten. Insgesamt bestärkt mich das aber auch, meinen Weg weiterzugehen: Ich will einfach nicht alles vorher wissen, weil ich schon so oft erfahren habe, dass man ungeheure Kräfte entwickelt, wenn man mit schwierigen Situationen konfrontiert wird. Und oftmals sind Dinge nicht so schlimm wie sie sich anfangs darstellen und wie man sie sich in vielen Wochen und Monaten Ungewissheit ausmalt. Oder sie sind es,aber man selbst reagiert ganz anders, lernt in der Situation, sie zu meistern.
Pünktchen mischt schon in der Familie mit
Was meine Familie angeht, mischt Pünktchen schon kräftig mit. Mein Siebenjähriger reift deutlich an der Tatsache, dass ich als Mama momentan nicht immer voll einsatzfähig bin und ab und an einfach Rücksicht einfordern muss. Mein Jüngster hingegen, ohnehin ein Schmusebär, braucht besonders viele Streicheleinheiten, um mit den sich abzeichnenden Veränderungen in der Familienstruktur fertig zu werden, Andererseits bemüht er sich auch, nach seinen Kräften, zu helfen, wo er kann. Irgendwie ist das etwas Schönes, was ja heute leider viele gar nicht mehr erleben: Wie Kinder mit Geschwistern wachsen, reifen, sich verändern, neue Fähigkeiten, Kräfte und Stärken entwickeln. Ich finde es wunderbar, das mitzuerleben und zu sehen wie unterschiedlich Kinder und Menschen sind.
19. Woche: Pünktchen zeigt uns den Vogel
Ich hatte diese Woche mal wieder einen Termin bei meiner Frauenärztin. Und diesmal gab es wieder einen Ultraschall, um zu sehen, was Pünktchen so macht.Und was soll ich sagen: Es gab nur gute Nachrichten.
Keine Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte
Alles sieht bestens aus, Fruchtwasser weder zu viel noch zu wenig, Plazenta in Ordnung, ebenso wie die Wirbelsäule. Vier normale Herzkammern und sogar die Oberlippe konnten wir sehen. Alles glatt, keine Lippen-Gaumen-Spalte. Und dann - im Bild sieht man es deutlich - zeigte uns das weiterhin fröhlich herumturnende freche Kleine doch glatt einen Vogel.
Pünktchen ist fotoscheu
Pünktchen denkt sich wohl, "was müssen die mich eigentlich dauernd beobachten und stören, ganz schön neugierig die Mama und die Ärztin. Manno, ihr Frauen, nehmt Euch mal ein Beispiel an Papa, der gibt sich brav mit Fotos zufrieden und lässt mich ansonsten in Ruhe." Tja, ist ja auch kein Kunststück, schließlich ist er jetzt ja leider wieder weit weg, in seinem Noch-Zuhause. Beim unteren Bild sieht man übrigens das eine Händchen mit fünf ausgestreckten Fingerchen. Einem Profilfoto , mit seinem kleinen, hübschen Näschen hat sich Pünktchen übrigens verweigert.
Wir tricksen Pünktchen aus
Mir geht es ansonsten einigermaßen. das mit der Gewichtszunahme hält sich nach wie vor in Grenzen (außer wenn meine Freundin 50. Geburtstag feiert und ich schlemme ohne Ende). Die Übelkeit (und die Müdigkeit) sind aber nach wie vor da, aber langsam hab' ich mich dran gewöhnt: Sind ja "nur noch" 21 Wochen (oder so). Aufpassen muss ich wegen Schwangerschaftsdiabetes. Um jedes Risiko auszuschließen, steht beim nächsten Termin bei der Ärztin, im September, ein Zuckerbelastungstest auf dem Programm.
Warten auf den großen Ultraschall
Größenmäßig hält sich unser Kleines übrigens ziemlich strikt an den errechneten Geburtstermin. Und, ach ja, auch wenn es sich nach Kräften bemühte und gewisse Körperteile schamhaft versteckte, haben wir es "erwischt." Aber ich akzeptiere Pünktchens Versteckspiel und verrate nichts. Mal schau'n, ob es sich das demnächst, beim großen Doppler-Ultraschall, anders überlegt, oder sich ähnlich bemüht, alle in Bezug auf sein Geschlecht noch zappeln zu lassen.
20. Woche: Pünktchens Platz
Pünktchen hat jetzt einen echten Platz bei uns zu Hause, ein eigenes Zimmer sogar - ein absoluter Luxus in unserem Fünf-Personen-Haushalt, der jetzt für ein paar Wochen auf vier Personen schrumpft bevor er sich wieder auf fünf (Pünktchens Papa) und - mit Pünktchens Geburt - auf sechs erweitert.
Allerdings ist Pünktchens Zimmer noch ziemlich leer. Außer einer Wickelkommode (die zwischenzeitlich als Wohnzimmerkommode gedient hatte) und einem großen Regal steht noch nichts drin (außer einem Kinderkleiderschrank - aber der gehört den beiden Nächstälteren, die auf diese Weise in ihrem mickrigen Zimmerchen auch ein bisschen mehr Platz haben). Allerdings wird sich das diese Woche noch ändern, denn dann möchte ich die Wiege holen, die noch bei meinem Eltern im Keller steht. Mal seh'n, was alles noch davon da ist.
Gelüste
Pünktchen selbst lassen die häuslichen Vorbereitungen allerdings ziemlich kalt. Nur wenn ich zu viel treppauf, treppab renne und irgendwelche Dinge trage, die sich nicht mit links herumwuchten lassen, protestiert es durch heftiges Gestrampel und der Tatsache, dass mir ganz schummrig wird, die Luft knapp und das Bedürfnis mich hinzusetzen und die Beine hochzulegen übermächtig. Letzteres ist auch nach nahezu jedem Arbeitstag groß. Zuhause angekommen überfällt mich der Drang quasi schon, in dem Moment, in dem die Tür hinter mir zufällt. Hinzu kommt , dass ich zwar Hunger habe, aber besonders am Abend sehr stark von Gelüsten geprägt. Und ist nix da, die zu erfüllen, esse ich lieber nix - was mir dann allerdings genauso wenig gut tut, wie das Falsche zu essen.
Mutterbänder schmerzen
Was mich aber wirklich seit ein paar Tagen plagt, sind die ziehenden Schmerzen in der Seite, in Richtung Leistengegend, die Mutterbänder halt. Die Schmerzen sind wirklich höllisch, mir wird dann heiß und kalt gleichzeitig und ich versuche irgendwie (ähnlich wie bei Wehen, das hat mir mal' ne Hebamme geraten) dagegen zu atmen. Aber es gelingt nicht immer. Manchmal ist es besonders schlimm, wenn ich aufstehe, mich im Bett umdrehe oder husten muss (eklig!!!). Dann kommen mir manchmal schon fast die Tränen vor Schmerzen - sich vor Schmerz krümmen, das hat bestimmt jemand geprägt, der eine Schwangere mit schmerzenden Mutterbändern beobachtet hat.
Pünktchen aber geht es wohl soweit gut. Jedenfalls habe ich keine Veranlassung anderes zu glauben.
Schilddrüsenwerte kontrolliert
Was meine Schilddrüsenwerte angeht, habe ich mir gestern zur Kontrolle mal Blut abnehmen lassen. Irgendwie glaube ich, dass die Dosierung (ich hatte ja vor drei Jahren 'ne Schilddrüsen-OP) im Moment nicht stimmt. Das kenne ich schon von der letzten Schwangerschaft, da musste ich die Dosierung auch verändern. Mal seh'n, was die Ärztin morgen zu den Laborwerten sagt.
Schwierige Namensfrage Immer schwieriger wird es mit der Namensfrage. Jetzt habe ich ich mich irgendwie total auf einen Namen "eingeschossen", mit dem sich Pünktchens Papa aber nicht so wirklich anfreunden kann. Da ist guter Rat teuer?!
Siehe auch
Schwanger über 40 - Tagebuch: 20.- 40. Woche



