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Schloss Wässerndorf

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Mehr als ein Gerippe ist von Schloss Wäddernsdorf nicht mehr erhalten.
Mehr als ein Gerippe ist von Schloss Wäddernsdorf nicht mehr erhalten.
Vom einst mächtigen Schloss Wässerndorf ist seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch eine Ruine übrig.


Inhaltsverzeichnis

Dem Brand zum Opfer gefallen

Als im April 1945 vor dem Schloss ein amerikanischer Offizier getötet wurde, ließ ein mit dem Gefallenen befreundeter Soldat die Menschen heraustreiben. Sie hatten beteuert, keinen Schuss abgegeben zu haben, doch die von Rache getriebenen Amerikaner steckten die ehemalige Burg am 5. April in Brand. Zwei Wochen wütete das Feuer. Zwei Bauern, die den Brand aus Angst um ihre nahen Gehöfte zu ersticken versuchten, wurden nach Angaben von Zeitzeugen von den Amerikanern erschossen.

Als der Rauch sich verzogen hatte, war in den Trümmern und der Asche nicht mehr viel zu finden. Das Feuer hatte ganze Arbeit geleistet. Von dem eindrucksvollen, alten Schloss – 1250 durch die Seinsheimer als Trutzburg errichtet und 1555 von Friedrich von Schwarzenberg zum repräsentativen Wasserschloss umgebaut – stand nur noch ein Gerippe.

Nicht nur das Hab und Gut der Familie von Pölnitz, die das Gebäude von 1910 an bewohnte, war zum Raub der Flammen geworden. Es verbrannten auch viele historisch wertvolle Stücke des Würzburger Staats- und Stadtarchivs sowie viele Kunstgegenstände umliegender Gemeinden, die vorher im Glauben, sie seien an dieser Stelle sicherer, nach Wässerndorf gebracht worden waren. Unter den zerstörten Urkunden waren die Säkularisationsakten, Kompositionen des in Kitzingen aufgewachsenen Musikers Armin Knab sowie die Archive zweier Adelshäuser.

Heute ein verwunschener Ort

Mehr als sechs Jahrzehnte sind seit dem verheerenden Brand vergangen. Die Natur hat sich zurückgeholt, was einmal ihr gehörte. Die von Türmen, einem Mauerring und einem Graben umgebene Ruine ist von Bäumen gesäumt, und vielleicht wirkt sie gerade deswegen auf viele Betrachter wie im Dornröschenschlaf versunken. „Verwunschener Ort, ein wunderschönes Plätzchen“, hat einer der vielen Ruinengänger ins Internet geschrieben.

Über eine steinerne Brücke führt der Weg durch den halbrunden Torturm in den Schlosshof, der von den dreigeschossigen Mauerwänden der einstigen Wohn- und Wirtschaftsgebäude umgeben ist.

Besichtigung

Einmal jährlich öffnet sich das Schloss dann auch einer breiten Öffentlichkeit. Der kulturell aktive Schlossruinenverein führt die Besucher durch das Gemäuer, und in der Fantasie fügt sich das Mosaik zu einem Gesamtbild, wie das mächtige Anwesen ehedem ausgesehen haben mag.

Die Reste der Ruine sind im Privatbesitz und nur noch selten zugänglich. Aber die Aura des Geheimnisvollen und des Mystischen dieser Umgebung nimmt einen noch heute gefangen.

Siehe auch

Region Würzburg:


Region Main-Spessart:


Region Main-Tauber:


Region Bad Kissingen:


Region Hassberge:


Region Schweinfurt:


Region Kitzingen:


Region Aschaffenburg:

Weblinks

  • Übersichtskarte „Burgen und Schlösser in Franken“ der Main-Post