Schloss Sulzheim
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Imposant und anmutig liegt Schloss Sulzheim inmitten der rund 1000 Einwohner zählenden Gemeinde Sulzheim (Kreis Schweinfurt) und gilt als weithin bekanntes Wahrzeichen der Ortschaft.
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Die Sonnenblume im Wappen
Die prächtige Anlage mit dreistöckigem Mittelbau und den zwei Seitenflügeln, die 1728 fertig gestellt wurde, war einst aber nur ein reines Verwaltungsgebäude der Zisterzienserabtei Ebrach. Erbaut wurde es unter ihrem Abt Wilhelm Söllner (1714-1741). Er leitete seinen Namen vom lateinischen „Sol“ wie Sonne ab und führte deshalb in seinem Wappen die stilisierte Sonnenblume, die an vielen historischen Bauelementen des ehemaligen Einflussbereiches zu finden ist.
In der Mitte des 12. Jahrhunderts geht das im Jahr 822 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Sulzheim aus dem Besitz des Domkapitels an das Zisterzienserkloster Ebrach über. In der folgenden Zeit erlebte der Amtshof durch weitere Schenkungen und Kauf sehr schnell einen enormen Aufschwung. Wichtige Einnahmequellen waren die Schafhaltung, der Weinbau und – besonders im Steigerwald – der Holzverkauf.
Der Zehntspeicher
Die Abgaben, in Form von Getreide und sonstigen Feldfrüchten, die die Bevölkerung entrichten musste, lagerte man in dem Schüttbau ein, heute besser bekannt als Zehntspeicher. Dieser stammt aus dem Jahr 1673 und wurde vom bekannten Barockbaumeister Johann Leonhart Dientzenhofer errichtet. Die Planung zu dieser Baumaßnahme beinhaltet einen Bestandsplan, der die einzige Dokumentation der vorbarocken Anlage des Amtshofes Sulzheim darstellt.
Dieser Grundriss zeigt eine wasserburgähnliche Anlage, bestehend aus einem ummauerten Geviert mit einem Wehrturm auf der Südostseite, nach Osten hin einer Zugbrücke, das Ganze umgeben mit einem Graben.
Umbau im Barock
Die aufblühende Baubegeisterung des Barock Mitte des 17. bis Mitte des 18. Jahrhunderts erfasste auch das Zisterzienserkloster Ebrach. So wurden neben dem Klostergebäude selbst in Ebrach auch die Amtshöfe in Oberschwappach, Burgwindheim und Sulzheim repräsentativ und großzügig neu erbaut. Der Baumeister der Schlossanlage ist nicht sicher belegt, da fast alle schriftlichen Aufzeichnungen vernichtet wurden.
Neuere Untersuchungen lassen vermuten, dass der bedeutende Barockbaumeister Joseph Greising am Neubau von Schloss Sulzheim mitgewirkt hat. Das Hauptgebäude beherbergte die Schlossküche, Amts- und Gerichtsräume, die Kelterhalle und die Unterkünfte für bis zu drei Zisterzienserpater, die vor Ort die Verwaltungsaufgaben regelten. Unter der Kelterhalle lagerten im Kellergeschoss die großen Weinfässer.
Der Mittelbau des Schlosses Sulzheim wird geprägt durch eine zweiläufige, beeindruckende Treppenanlage, die von einer imposanten Deckenmalerei überspannt wird. Die Kapelle im östlichen Seitenflügel beweist allein durch die Stuckarbeiten und ihr wunderschönes Deckengemälde mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament eine ganz eigene Schönheit und Atmosphäre.
Nicht mehr vorhanden ist der Altar, geschaffen von Barockkünstler Peter Wagner. Die Vermutung liegt nahe, dass dieser nun in der St. Anna-Kapelle in Vögnitz zu finden ist, jedoch hat sich dies trotz intensiver Nachforschungen bisher nicht bestätigt.
Den Außenbereich zierte eine barocke Gartenanlage mit zwei Springbrunnen. Nach Süden wird diese zum Wirtschaftsbereich hin durch das so genannte Fruchtmesserhaus und die beiden flankierenden Gartenhäuschen abgegrenzt.
Heute im Privtbesitz
Die lange Blütezeit der Abtei Ebrach und damit auch von Schloss Sulzheim endete im Dezember 1802 mit der Säkularisation, wodurch das Schloss entschädigungslos in Staatsbesitz überging. Das Fürstenhauses Thurn und Taxis wurde für die Übertragung des Postregals an den Bayerischen Staat, unter anderem mit dem Amtshof in Sulzheim und den noch verbliebenen Waldbesitzungen im Umland, im Jahr 1818 entschädigt.
Mitte der 1970er Jahre wurde die dort untergebrachte fürstliche Forstverwaltung aufgelöst und die Familie Pöter, die im ehemaligen Zehntspeicher bereits seit 1969 einen Antiquitätenhandel mit Schreinerei eingerichtet hatte, kaufte die Anlage. Aus dem Betrieb ging Anfang der 1990er Jahre ein Gastronomiebetrieb hervor, der sich unter der Leitung von Armin Pöter auf die Ausrichtung von Hochzeiten, privaten und geschäftlichen Veranstaltungen spezialisiert hat. Seit dem Jahr 2005 existiert ein Förderkreis, der den Erhalt des Schlosses unterstützt.
Die Folterkammer im Schloss
Auch die bekannte Sage „Die Folterkammer im Schloss“ rankt sich um Schloss Sulzheim. Ihr Inhalt: Zur Zeit des Hexenwahnes war ein Raum des Sulzheimer Amtshauses mit grausigen Marterwerkzeugen ausgestattet. Die Aufsicht über diese Folterkammer hatte ein Oberförster, ein großer, starker Mann mit einem grausamen, gefühllosen Herzen. Seine größte Freude war es, hilflose Menschen zu Tode zu quälen.
Eines Tages wurde ein armer Wandergeselle ergriffen und in die Folterkammer gebracht, weil er bei einem Bauern ein Stück Brot erbettelt hatte. 25 Schläge auf die Ferse bekam er verabreicht, er nahm es ohne Klagelaut hin. Als er aber humpelnd das Schloss verließ, sprach er zu seinem Peiniger: „Merke dir, ich war der Letzte, den du gefoltert hast! Wie der Schnee an der Sonne sollst du zergehen! Bald wird es mit dir zu Ende sein!“ Doch der grausame Mensch gab ihm zum Abschied noch einen Fußtritt und rief höhnisch: „Das mit dem Zergehen musst du mir erst vormachen!“ Aber schon am nächsten Tage fiel er in eine unheilbare Krankheit und nach einer Woche war er tot. Sein qualvolles Sterben war nach aller Leute Meinung ein Strafgericht Gottes. Seit dieser Zeit aber wurde in Sulzheim niemand mehr gefoltert. (Quelle: Sagenschatz des Landkreises Schweinfurt, von Karl Schöner)Catgory:Schweinfurt
Siehe auch
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