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Schloss Saaleck

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Schloss Saaleck bei Hammelburg im Kreis Bad Kissingen.
Schloss Saaleck bei Hammelburg im Kreis Bad Kissingen.
In der Gruft von Schloss Saaleck schmachtet ein Burgfräulein. In frostigen Winternächten wimmert es vor Kälte und Elend. Aber es hat selbst Schuld. In der Gruft landete es nur, weil es schöne starke Ritter erst betörte und dann töten ließ. Heutzutage scheint es ungefährlich zu sein. Besucher zumindest genießen auf Schloss Saaleck die schöne Aussicht, den Wein oder auch das Essen im Restaurant.


Inhaltsverzeichnis

Mehr Burg als Schloss

Schloss Saaleck (Kreis Bad Kissingen) ist vieles nicht. Baulich betrachtet ist es beispielsweise kein Schloss, sondern eine Burg. In Zeiten des 11./12. Jahrhunderts, in denen Saaleck errichtet wurde, ist „Schloss“ einfach eine moderne Bezeichnung gewesen.

Trotz der zahlreichen Sagen um Ritter oder Burgfäulein haben auf Saaleck nie Raubritter oder Könige gewohnt. Hammelburg ragte als südlichster Centort des Klosters Fulda wie ein Pfeil in das Gebiet der Würzburger Bischöfe. Die Feste hoch über der Stadt mit den üppigen Weinanbaugebieten war Sitz der Centgrafen oder Amtmänner. Manchmal mochte auch der Fürstabt aus dem Kloster Fulda zur Sommer- oder Weinlesezeit selbst dort residieren.

Wein als wichtiges Handelsgut

Saaleck ist die Burg des Weines, dessen Ursprung bis ins Jahr 777 zurückführt. Der edle Tropfen war zu Zeiten der Centgrafen und Äbte wertvoll, ein wichtiges Handelsgut, daneben das Hauptgetränkt für die Gäste.

Quellen belegen, dass die Bewohner der Burg im Jahr 1772 innerhalb von 41 Tagen rund 32 Hektoliter, sprich 3200 Liter, vom sechsjährigen „Cavalierswein“ verbraucht haben. Der Abt alleine trank damals rund 1200 Liter im Jahr. Das entspricht etwa drei Liter am Tag. Elfriede Böck zeigt Verständnis für den Kirchenmann: „Wein hatte damals noch nicht die Qualität von heute. Zudem war es nicht immer ungefährlich, Wasser zu trinken.“

Anfangs kamen die Klostervorstände noch mit einer schlichten Unterbringung zurecht. Ab dem 18. Jahrhundert verursachten die Fürstäbte einen erheblichen Aufwand. Sie residierten entweder im Fürstenbau, dem prunkvoll ausgestatteten Ostflügel oder aber im Kellereischloss.

Sage vom blauen Hut

Nach der Säkularisierung blieb Saaleck zunächst königliches Weingut, wurde 1868 als bayerisches Staatsweingut geführt und schließlich an private Eigentümer verkauft. „Die Besitzer wechselten häufig“, erzählt Elfriede Böck. Von einer Familie besitzt sie ein Foto. „Da sind alle drauf, Familienmitglieder gemeinsam mit dem Personal, was ungewöhnlich ist.“ Einer der späteren Besitzer habe im alten Gefängnisturm Knochen gefunden. „Unklar ist aber, woher diese stammen“, sagt Böck.

1964 kaufte die Stadt Hammelburg Schloss Saaleck. Das Weingut wird bis heute weiter betrieben. Besucher genießen die edlen Tropfen. Und lassen danach ihren Blick über die Landschaft schweifen. Besonders gut geht das vom Bergfried aus, der auch der „Blaue Hut“ genannt wird. Warum? Ganz einfach: Das böse Burgfräulein, das schließlich in der Gruft landete, kam ursprünglich aus Tirol. Die Sage erzählt, dass die Bewohner die Spitze des Turmes mit einem blau schimmernden eisernen Dach bedeckten. Gleich einem Tirolerhut, der immer an die Schrecken der Frau erinnern sollte.

Siehe auch

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Region Aschaffenburg:


Region Rhön-Grabfeld

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