Schloss Römershag
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Schlösser sind teuer. Das stellte Heinrich von der Tann im Jahr 1692 fest. Er verkaufte daher das erst wenige Jahrzehnte zuvor von seiner Familie im Renaissance-Stil errichtete Schloss in Römershag an seinen Herren, den Fuldaer Fürstabt.Schlösser müssen umgebaut werden. Das stellte Adolf von Dalberg im Jahr 1730 fest. Er gab den Auftrag, das erst wenige Jahrzehnte zuvor von Heinrich von der Tann gekaufte Schloss in Römershag zu einer standesgemäßen Sommerresidenz für die Fuldaer Fürstäbte umzubauen. Den Anforderungen der Zeit entsprach der noch keine hundert Jahre alte Bau offenbar nicht. Und als Dalbergs Nachfolger Amand von Buseck, der Gründer des Staatsbads Brückenau, vom Fürstabt zum Fürstbischof avancierte, musste auch eine eigene Kirche im Schloss erbaut werden, die von den Römershagern noch heute benutzte Schlosskirche St. Benedikt.
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Ein Heim im Schloss
Schlösser sind teuer. Das stellte 150 Jahre später offenbar das Königreich Bayern fest. Für ein Forstamt scheint der Bau in Römershag in der Tat etwas überdimensioniert. Selbst wenn die Förster nebenbei aus den Fenstern des Schlosses heraus gejagt hätten, wie es von den Fürstäbten berichtet wird. Offenbar brachte das Schloss dem bayerischen Staat nicht einmal als Finanzamt genügend Geld ein.
1884 richtete der Staat im Schloss ein Heim ein, „Kreisanstalt für Unheilbare“ genannt. Erlöserschwestern kümmerten sich dort um die Pflegebedürftigen, deren Leiden durch eine Behandlung im Krankenhaus nicht behoben werden konnten. Noch heute ist das Pflegeheim im Schloss Römershag auf die Betreuung von psychisch kranken älteren Menschen eingestellt.
Von der Außenwelt schottet sich das Schloss Römershag jedoch nicht ab. Dicke Mauern und ein schattiger Torbogen, nur über eine schmale Brücke über den Fluss Sinn erreichbar, mögen diesen Eindruck vielleicht vermitteln. Doch das Tor steht Besuchern jederzeit offen.
Das „Sorgenkind des Bezirks“
Das Pflegeheim unterhält nicht nur sehr enge Kontakte zu den Römershagern, ein Päuschen auf einer Bank im windgeschützten Innenhof, ein Schwätzchen mit einem Bewohner oder eine Besichtigung der Schlosskirche sind jederzeit möglich.
Mit der 2007 erfolgten Zertifizierung des Qualitätsmanagements unternimmt das Pflegeheim Anstrengungen, um die Zukunft der Einrichtung zu sichern. Die Jahrhunderte alten Mauern des Schlosses Römershag erfordern ebenfalls immer wieder Investionen, um etwa die Ausstattung mit Sanitäreinrichtungen auf den heute erwarteten Standard zu bringen.
Schlösser sind teuer. Schlösser müssen umgebaut werden. Das stellt mit schöner Regelmäßigkeit der unterfränkische Bezirkstag fest. Da wird Römershag schon mal zum „Sorgenkind des Bezirks“ erklärt. Doch bisher stellt der Bezirkstag immer wieder die Mittel zur Verfügung, die nötig sind, damit das Schloss die Aufgabe erfüllen kann, die seit nunmehr fast 125 Jahren seine Bestimmung ist: ein Heim sein für Alte und Kranke.
Geschichte
1334 wird Heinrich von Sterbfritz mit Römershag belehnt; 1580 fällt Römershag nach dem Aussterben der Sterbfritz an Martin und Johann von der Tann; 1648 bis 69 bauen Friedrich und Martin von der Tann ein Renaissance-Schloss; 1692 verkauft Heinrich von der Tann an den Fuldaer Fürstabt; 1730 lässt Fürstabt Adolf von Dalberg das Schloss barock erweitern; 1752 Bau der Schlosskirche für Fürstbischof Amand von Buseck, den Gründer des Staatsbads Brückenau; nach 1816 Forstamt und Finanzamt; 1884 Kreisanstalt für unheilbar Kranke; heute Alten- und Pflegeheim des Bezirks Unterfranken.
Kontakt
Seniorenheim Römershag, www.pflegeheim-roemershag.de, Tel. (09 41) 9136-0.
Anfahrt
Der Ort Römershag ist über die Ausfahrt Bad Brückenau/Wildflecken der Rhönautobahn A7 erreichbar. Von dort führt die B286 in den Ort.
Persönlichkeiten
In Römershag wurde Konrad Adam Weikard geboren. Der brachte es vom Brückenauer Badearzt zum Leibarzt der russischen Zarin Katharina der Großen. Nach ihm ist auch die Straße benannt, an der das Schloss und das benachbarte Bad Brückenauer Schulzentrum mit Gymnasium, Haupt- und Realschule liegt.
Siehe auch
Region Würzburg:
- Festung Marienberg
- Würzburger Residenz
- Reichelsburg
- Schloss Grumbach
- Schloss Reichenberg
- Schloss Veitshöchheim
- Schlössle Ochsenfurt
- Wasserschloss Erlach
Region Main-Spessart:
Region Main-Tauber:
Region Bad Kissingen:
Region Hassberge:
Region Schweinfurt:
Region Kitzingen:
- Schloss Castell und Schloss Rüdenhausen
- Schloss Hallburg
- Schloss Schwanberg
- Schloss Wässerndorf
- Schloss Weißenstein
- Vogelsburg
Region Aschaffenburg:


