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Schloss Obbach

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Auf eine neue Nutzung wartet derzeit das Schloss Obbach, das der Industriellenfamilie Schäfer gehört.
Auf eine neue Nutzung wartet derzeit das Schloss Obbach, das der Industriellenfamilie Schäfer gehört.
Still ist es im Schloss Obbach geworden, seit die Schweinfurter Industriellen-Familie Schäfer Anfang der 1990er Jahre ausgezogen ist. Nur die vom Vater Georg Schäfer gesammelten Gemälde und Zeichnungen des 19. Jahrhunderts lagerten noch ein paar Jahre dort, verwaltet von Fritz Schäfer. 2000 fanden die Spitzwegs, Liebermanns, Friedrichs und Corinths als Stiftung im modernen Museum Georg Schäfer in Schweinfurt eine neue Heimat.


Inhaltsverzeichnis

Heute: Biobauernhof

Neben dem Schloss, im zugehörigen Schlossgut, ist in den vergangenen Jahren neues, modernes Leben eingekehrt: Der landwirtschaftliche Betrieb wird seit 1998 von dem jungen Verwalterehepaar Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann geführt, das die rund 170 Hektar Fläche auf biologische Bewirtschaftung umgestellt und sich als vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgesuchten Demonstrationsbetrieb für Ökologischen Landbau einen Namen gemacht hat.

Tragender Betriebszweig ist der Anbau von Speise- und Futtergetreide, aber auch die Vermehrung von Saatgut, von Leguminosen und Feinsämereien. Die Streuobstwiesen des Gutes verjüngte der Betriebsleiter durch Neuanpflanzungen, Äpfel und Birnen werden überwiegend zu Saft verarbeitet.


Das Alte Schloss

Die Landwirtschaft war schon immer mit dem Schloss verbunden. Schon als sich vor 311 Jahren der damalige Dorfherr Georg Ludwig von Bobenhausen nach fünfjähriger Bauzeit (1692 bis 1697) in seinem neuen Domizil, niedergelassen hatte - dem heutigen alten Schloss, einem mächtigen, dreistöckigen Bau, dem heutigen linken Flügel der Anlage. Mit dem Adeligen von Bobenhausen lebte also erstmals ein Obbacher Herr auch vor Ort, um vom Schloss aus sein Dorf zu regieren, hier Gericht zu halten, seine Ländereien zu verwalten und bewirtschaften zu lassen.

Das Neue Schloss

50 Jahre später baute sein Nachfahre Friedrich Wilhelm Ernst von Bobenhausen 1746/47 das sogenannte Neue Schloss als heutigen rechten Flügel an die Anlage an, im Barockstil Balthasar Neumanns. Das imposante Gebäude hatte 930 Quadratmeter Wohnfläche auf zwei Etagen, dazu 300 Quadratmeter Nutzfläche, die als Küche, Essraum, Keller oder Sanitäranlage dienten.

Das charaktervolle Gebäude und seine Besitzer waren es auch, die den in Obbach nach ihrer Ausweisung aus der Stadt Schweinfurt 1555 angesiedelten Juden später als Schutz dienten: Ihre Häuser gruppierten sich um das Schloss, auf dem weiten Gelände errichteten sie ihre Synagoge. Noch heute steht am Eingang zum Schlossgut ein altes jüdisches Schlachthaus und kündet davon, dass früher von Obbach aus zahlreiche jüdische Viehhändler und Metzger die Region mit Fleisch versorgten.

Ein Industrieller als Schlossherr

Nach dem Ende der Reichsritterschaft verließ 1813 der letzte von Bobenhausen das Dorf, neuer Schlossbesitzer wurde Maximilian Freiherr von und zu Rhein. Er verkaufte das mächtige Haus samt 15 000 Quadratmeter großem Schlossgarten und landwirtschaftlichem Betrieb 1856 an Ernst Albert Eisfeld, dessen Familie 50 Jahre dort wohnte. In kurzen Abständen folgten drei weitere Schlossbesitzer, bis 1924 Geheimrat Georg Schäfer, Inhaber von FAG Kugelfischer, das Schloss erwarb. Seither ist der Name Schäfer eng mit Obbach verbunden, die Einwohner schätzen noch heute das soziale Engagement der Familie. Zukunft des Schlosses ungewiss

Mit dem Erwerb des Schlosses ging als Relikt aus alten Zeiten auch das Patronatsrecht für die evangelische Kirchengemeinde auf die Familie über, das heute noch der Enkel des Geheimrats, der 80-jährige Diplom-Ingenieur Georg Schäfer ausübt.

Ungewisse Zukunft

Das in die Denkmalschutzliste aufgenommene Gebäude und der große, von einer hohen Mauer umgebene Schlosspark mitten im Dorf warten auf eine Wiedernutzung, gerade auch die laufende Dorferneuerung stellt Fragen nach der Zukunft. Ideen vom Altenwohnheim über ein Hotel und Erholungscenter bis zu Pferdetherapie oder Tagungszentrum werden diskutiert. Entschieden ist noch nichts.

Anfahrt

Das Schloss samt Gut Obbach liegt mitten im Dorf, das zur Gemeinde Euerbach im westlichen Lankreis Schweinfurt gehört. Erreichbar ist Obbach über die B 19 oder A 71, Abfahrt Schweinfurt-West/Euerbach, von dort sind es noch drei Kilometer nach Obbach.

Besichtigung/Kontakt

Zu besichtigen ist das Schloss, das in Privatbesitz ist, nicht. Kontakt: Schlossgut Obbach, Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau, Bernhard Schreyer und Petra Sandjohann, Dr.-Georg-Schäfer-Straße 4, Tel. (0 97 26) 90 94 48 Mail: gutobbach@hotmail.com

Siehe auch

Region Würzburg:


Region Main-Spessart:


Region Main-Tauber:


Region Bad Kissingen:


Region Hassberge:


Region Schweinfurt:


Region Kitzingen:


Region Aschaffenburg:

  • Schloss Johannisburg
  • Schloss Mespelbrunn