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Durchschlafen

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Der Traum aller Eltern: Kinder, die durchschlafen.
Der Traum aller Eltern: Kinder, die durchschlafen.
Dass Kinder nicht durchschlafen ist für viele Eltern ein Problem. Kindern gelingt das deutlich besser, wenn ihre Eltern bereits in den ersten Lebensjahren ihres Nachwuchses einige wichtige Tipps beachten.

So sollten zwar Säuglinge gefüttert werden, wenn sie nachts schreien. Bei etwas älteren Kindern ab etwa 29 Monaten aber verzögerten nächtliche Mahlzeiten das Einschlafen, sagt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München. Eine kanadische Studie habe zudem gezeigt, dass nächtliches Essen manchmal zu Alpträumen und kürzerem Schlaf führen könne.

Der Untersuchung zufolge haben Fünf- bis Sechsjährige meist 15 Minuten länger gebraucht, um nachts wieder einzuschlafen, wenn sich die Eltern zu ihnen gelegt oder sie mit ins elterliche Bett genommen hatten, als die Kinder zwei bis drei Jahre alt waren. Sind Vater oder Mutter dagegen noch am Bett des Kindes sitzengeblieben, bevor es einschlummerte, hat es später keine Probleme mit dem Einschlafen gehabt.

Inhaltsverzeichnis

Rituale einhalten

Wenn ein Kind nach seinen Eltern ruft, sollten diese versuchen, ruhig zu reagieren und möglichst leise ins Kinderzimmer zu kommen. Andernfalls lernt das Kind ein falsches Verhalten. Vor allem bei Kindern, die von Haus aus unruhig sind, ist es wichtig, sich an diese Regeln zu halten. Zum Einschlafen sollte es außerdem dunkel sein, deshalb sind Rollläden empfehlenswert. Gemeinsame Rituale für das Zubettgehen haben sich ebenfalls bewährt.

Ein zwei- bis fünfjähriges Kind braucht im Durchschnitt zehn bis zwölf Stunden Schlaf.Kurze Aufwachphasen sind bei Kindern ganz normal.

Albträume und Angsterschrecken

Vor allem Parasomnien wie Albträume oder nächtliches Angsterschrecken verunsichern Eltern. Der Unterschied: An Albträume können sich Kinder am nächsten Tagen lebhaft erinnern, da sie nicht in der Tiefschlaf-, sondern im REM-Schlaf (REM = Rapid Eye Movement, schnelle Augenbewegung) vorkommen. Nach Albträumen schlafen Kinder oft nur schwer wieder ein. Das Angsterschrecken (Pavor nocturnus) ist ein unvollständiges Aufwachen aus dem Tiefschlaf. Die Kinder schlummern meist sofort weiter und haben nach dem Aufwachen keine Erinnerung an das nächtliche Erlebnis.

In beiden Fällen sollten Eltern die Kinder in den Arm nehmen und beruhigen. Kommen Albträume häufiger vor, sollten Eltern nach den Ursachen forschen: Woran liegt es? Um welche Trauminhalte handelt es sich? Das Angsterschrecken ist dagegen harmlos für Kinder und eher ein Problem für die Eltern, weil es sich dramatisch äußert. Die Kinder wachen mit einem angstvollen Schrei auf, sind durcheinander und nicht richtig ansprechbar. Sie wirken wach, sind aber nicht wach, lässt sich der Zustand am besten beschreiben.

Eine weitere nicht selten vorkommende Form der Parasomnie ist Schlafwandeln (Somnambulismus). Es passiert meist ab dem fünften Lebensjahr und oft nach fieberhaften Erkrankungen. Die Kinder stehen auf, machen sinnvolle Dinge, können sich aber nicht daran erinnern. Sie reagieren aufs Ansprechen nur, wenn sie gewaltsam geweckt werden. Einerseits befinden sich die Kinder im Tiefschlaf, das Bewusstsein ist weit weg, andererseits funktioniert die Motorik, die normalerweise in der Tiefschlaf lahmgelegt ist.

Schlafwandler sichern

Wichtig sind Sicherungsmaßnahmen, damit sich das schlafwandelnde Kind nicht verletzt oder stürzt. Vor allem Fenster sollten gesichert sein. Wenn Parasomnien häufiger auftreten, sollte der Kinderarzt abklären, ob es sich um harmlose Schlafauffälligkeiten handelt oder ob beispielsweise epileptische Anfälle dahinterstecken, die ähnliche Symptome machen. Auf die Psyche des Kindes wirken sich Schulprobleme oder nicht kindgerechte Fernsehsendungen vor dem Schlafengehen aus. Sie sind häufig Ursache von Albträumen. Ebenfalls ungünstig ist ein unstrukturierter Tagesrhythmus. Wenn es quasi drunter und drüber geht, sind Schlafprobleme programmiert.

Elternberatung bei Schlafstörungen

Die Beratung der Eltern ist seinen Angaben zufolge bei kindlichen Schlafstörungen entscheidend. Oft helfe ein Schlaftagebuch bei der Ursachenfindung, in dem die Eltern notieren, wann und zu welchen Problemen es kommt. Nur in Einzelfällen ist eine Abklärung im Schlaflabor oder eine medikamentöse Therapie nötig. Schlafmittel sind nach Expertenmeinung bei Kindern sowieso nicht angebracht. Helfen können dagegen beruhigende naturheilkundliche Mittel, vorausgesetzt sei enthalten keinen Alkohol. In manchen Fällen ist die Zusammenarbeit mit Erziehungsberatungsstellen ratsam. Es geht immer darum abzuklären: Steckt eine Erkrankung dahinter? Ist kurzfristige Hilfe möglich oder sind langfristige Maßnahmen nötig?

Tipps für gesunden Kinderschlaf

  • Ausreichende Bewegung an der frischen Luft: Wenn Kinder sich tagsüber austoben können, sind sie abends müde und schlafen besser.
  • Ein gut strukturierter Tagesablauf: So sollten die Hausarbeiten nicht erst abends erledigt, ebenso keine Schulprobleme unmittelbar vor dem Schlafengehen besprochen werden.
  • Der Tag sollte ruhig ausklingen, am besten mit einem Zubettgeh-Ritual: mit einem Abendgebet oder einer Gutenachtgeschichte mit friedlichem, positivem Inhalt. Kinder sehen die Welt anders als Erwachsene. Kleinigkeiten, die belanglos erscheinen, sind für Kinder manchmal der zentrale Inhalt. Dinge, die nicht verarbeitet werden, nehmen Kinder mit ins Bett und träumen womöglich schlecht. Deshalb sollten Eltern nicht nur etwas vorlesen, sondern noch kurz darüber mit dem Kind sprechen. Etwa: Was meinst du, wie geht die Geschichte weiter? Was hat dir besonders gefallen, was nicht?
  • Ungünstig sind auch späte, schwer verdauliche Mahlzeiten am Abend. Sie können das Ein- und Durchschlafen stören.
  • Das Kinderzimmer sollte gut gelüftet sein und das Kind in seinem eigenen, nicht im Bett der Eltern schlafen. Fernseh- oder Computergeräusche stören den Kinderschlaf.

Siehe auch

Weblinks

Offizielle Seite von "Kinder- und Jugendärzte im Netz"