Ruine Osterburg
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Eine vergessene Burganlage
Verantwortlich für diese Entwicklung ist der Verein Freunde der Osterburg. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die Burg, die nicht nur unter Schutt und Sträuchern, sondern allmählich auch aus dem Bewusstsein der Menschen zu verschwinden drohte, vor dem endgültigen Verfall und dem Vergessen zu retten.
30 Interessierte waren es, die sich 2005 bei der Gründung des Vereins die Aufgabe stellten, das Dornröschen der Rhön aus dem Schlaf zu erwecken, zu sanieren und der Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich zu machen. Dabei waren sie nicht die Ersten. Mehr als 100 Jahre zuvor war Ähnliches passiert. 1897 wurde die längst vergessene Burganlage bei Forstarbeiten oberhalb von Bischofsheim zufällig entdeckt. Wenige Jahre später – es war die Zeit der deutschen Burgenromantik – ließ der königliche Forstmeister Max Fuchs das komplette Areal mit Unterstützung staatlicher Stellen ausgraben, um den Grundriss der Burg wieder sichtbar zu machen. Auch einer der beiden Türme wurde wieder aufgemauert. Technische Fehler führten aber dazu, dass er bereits 1920 wieder einstürzte und die Burg in einen bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts dauernden Dämmerschlaf verfiel.
Es war kein Prinz, der das Dornröschen Osterburg wachküsste, es waren Motorsägen, Bagger, Kompressoren und Mörtelmaschinen. Wo über viele Jahre nur Stille herrschte, wurden Bäume gefällt, Schutt ausgegraben, Steine einzeln aus Mauerresten entnommen, gereinigt, wieder eingesetzt und neu verfugt. Die Freunde der Osterburg, ihre Zahl war inzwischen weit angewachsen, hatten gute Arbeit geleistet.
Sie hatten nicht nur die Unterstützung der Stadt Bischofsheim und der Denkmalbehörden gewonnen, sondern mit Joachim Zeune übernahm ein renommierter deutscher Burgenforscher die Leitung der Arbeiten. Auch die staatlichen Zuschussstellen ließen sich nicht lumpen. Sie übernahmen einen großen Teil, der auf mehr als 500 000 Euro geschätzten Kosten für die wichtigsten Arbeiten. Dabei geht es den Freunden der Osterburg nicht darum, die Burg wieder aufzubauen, die Ruine soll erhalten werden, in dem Mauer- und Turmreste gesichert werden und die Burg in ihren Ausmaßen kenntlich gemacht wird.
Imposante Reste unter Schutt
Bei diesen Arbeiten gab es so manche Überraschung. Zum einen fanden sich unter meterhohen Schutt- und Erdschichten weit größere und imposantere Reste der Ruine als zuvor vermutet. Mehr als vier Meter hohe Basaltsäulen tragen die ältesten Teile der Burg mit den Resten ihrer beiden Türme, das etwa 4400 Meter große Areal mit einem aufwendigen Zwinger und großen Kellerräumen war von einer 80 Meter langen und 55 Meter breiten Ringmauer umgeben, von der auch ein Teil freigelegt ist.
Damit wurden erste Einschätzungen von Burgenforscher Zeune bestätigt. Der hatte die aufwendigen Arbeiten damit gerechtfertigt, dass es sich bei der Osterburg um eine hochkarätige, mächtige Burganlage handle, die zu ihrer Zeit ein mächtiges Herrschaftszentrum und Machtsymbol darstellte.
Auch die Geschichte der Burg muss wohl umgeschrieben werden. Etwa um 1170 erbaut, diente sie an der wichtigen Passstraße durch das Brendtal dem Bischof von Würzburg als Landesherrn zum einen als Verwaltungssitz und zum andern als Grenzbefestigung gegen Fulda. Allerdings nicht sehr erfolgreich. Bereits 70 Jahre später soll sie durch Kriegsleute des Fürstabts von Fulda zerstört worden und dann verwaist geblieben sein. Doch diese Theorie wurde wie der bisherige Grundriss von Forstmeister Fuchs nun widerlegt. So wurde nachgewiesen, dass noch im 16. Jahrhundert größere Bauarbeiten an der Burg vorgenommen wurden und sie als noch bewohnt war, bevor sie in den Dornröschenschlaf fiel.
Daraus, so hoffen die Freunde der Osterburg, ist sie nun dauerhaft erweckt. Doch der Burgenverein sieht alle seine Ziele noch lange nicht erreicht. Sowohl für weitere Ausgrabungen wie für einen kleinen Aussichtsturm oder den erhofften Stromanschluss wären aber noch erhebliche Mittel erforderlich, die der Verein über Mitgliedsbeiträge, Spenden, Feste und vielleicht weitere Zuschüsse zu erreichen hofft. Geht man von seiner bisherigen Erfolgsgeschichte aus, stehen die Chancen dazu nicht schlecht.
Lage
Die Ruine Osterburg liegt an der Straße von Bischofsheim zum Kreuzberg. Sie ist auf öffentlichen Wegen nicht anfahrbar. Zu erreichen ist sie über den Parkplatz Osterburg. Von hier sind es noch etwa 800 Meter, die zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Den Wanderer führt das rote Dreieck beziehungsweise das grüne Ö (Zubringer zum Hochrhöner) ab Bischofsheim zum Ziel.
Kontakt
Der Förderverein Freunde der Osterburg sucht noch neue Mitglieder, die mit einem Jahresbeitrag von 10 Euro die Erhaltung der Osterburg unterstützen.
Siehe auch
Region Würzburg:
- Festung Marienberg
- Würzburger Residenz
- Reichelsburg
- Schloss Grumbach
- Schloss Reichenberg
- Schloss Veitshöchheim
- Schlössle Ochsenfurt
- Wasserschloss Erlach
Region Main-Spessart:
Region Main-Tauber:
- Deutschordensschloss Bad Mergentheim
- Burgruine Wertheim
- Burg Brattenstein
- Wasserschloss Waldmannshofen
Region Bad Kissingen:
Region Hassberge:
Region Schweinfurt:
Region Kitzingen:
- Schloss Castell und Schloss Rüdenhausen
- Schloss Hallburg
- Schloss Schwanberg
- Schloss Wässerndorf
- Schloss Weißenstein
- Vogelsburg
Region Aschaffenburg:
Region Rhön-Grabfeld
- Ruine Osterburg
- Schloss Sternberg
- Lichtenburg
Weblinks


