Rotenlaube und Trimburg
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Auf den Ruinen Botenlaube und Trimburg wird alljährlich die Geschichte gefeiert.Inhaltsverzeichnis |
Die Burg des Minnesängers
Ruine ist die Botenlaube schon lange. Historiker vermuten, sie sei im Bauernkrieg 1525 schwer beschädigt, 1600 endgültig aufgegeben und später als Steinbruch benutzt worden. Sonderlich alt war die Burg nicht, als man sie verließ.
Die meisten Historiker meinen, sie sei Mitte des 12. Jahrhunderts entstanden. Andere ordnen sie direkt dem Minnesänger Otto von Botenlauben zu. Der soll um 1175 herum geboren sein und trat für die Geschichtsbücher zunächst als Kreuzfahrer in Erscheinung. 1197 war er am Kreuzzug Heinrichs VI. ins Heilige Land beteiligt. Um 1200 heiratete er dort Beatrix von Courtenay, eine gute Partie. 1220 verkauften Otto und Beatrix ihre Güter und zogen in Ottos Heimat.
Von den Dichtungen Ottos sind nur wenige überliefert. Dass er seinen Zeitgenossen und den Jahrhunderten danach als bedeutender Minnesänger galt, belegt nicht zuletzt seine Darstellung in der Großen Heidelberger Liederhandschrift, dem Codex Manesse. Ottos Leben aber ist recht gut erforscht. Das liegt vor allem am Aufwand, den die Stadt Bad Kissingen, zu der Reiterswiesen gehört, zum 750. Todesjahr betrieb.
Otto starb vermutlich 1244. Beatrix folgte ihm bald nach. Ihre letzten Lebensjahre hatten sie im selbst gegründeten Kloster Frauenroth verbracht. Burg Botenlauben ging schon 1234 an den Würzburger Bischof.
Die Erinnerung an Otto und Beatrix, an die Minnesänger und an das beschwerliche Leben im Mittelalter lässt alljährlich im September der Heimatverein Botenlauben mit Liebe zum Detail und über 300 Personen in historisierenden Gewändern aufleben. Das Burgfest lockt bei gutem Wetter mehrere tausend Besucher zur Ruine hoch über Bad Kissingen.
Die Trimburg
Minnegesang und Dichtkunst sind auch mit der Ruine Trimburg eng verbunden. So war Süßkind von Trimberg einer der bedeutenden Minnesänger in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und Hugo von Trimberg ein namhafter Dichter. Heute ist es das alljährliche mittelalterliche Spektakel, das die Besucher auf die Burgruine lockt. Über 100 Hobbyisten verwandeln dann die Trimburg in einen Mittelaltermarkt mit Heerlager, mittelalterlichem Handwerk und Schwertkämpfen. Auch einen Hexenprozess kann man miterleben und einen Ablass erwerben.
Die Trimburg ist aber nicht nur beim Mittelalterspektakel ein Anziehungspunkt, sondern das ganze Jahr über ein beliebtes Ausflugsziel. Sogar für private Feiern kann man die Burg mieten. Der Aufstieg zum Bergfried ist ein Muss für jeden Burgbesucher. Von ganz oben hat man einen wunderbaren Ausblick über das Saaletal.
Die heutige Ruine ist eigentlich nur der neuere Schlossteil. Denn insgesamt gab es drei verschiedene Anlagen, die in unterschiedlicher Zeit gebaut wurden. Die alte Burg ist fast völlig verschwunden, nur der Ringgraben und der Burgstall mit wenigen Mauerresten sind davon übrig geblieben. Von der Niedernburg, die sich von 1226 bis 1665 als Vorwerk am Fuß des Burgberges erhob, zeugt heute nur noch ein 30 Meter langer Zug einer Kolossalmauer. Die Hauptburg, so wie sie sich heute präsentiert, hat ihren Ursprung im 12. Jahrhundert.
Gozzwin von Trimburg begann 1135 mit dem Bau. Als die Herren von Trimberg 1225 dem Rheinischen Städtebund beitraten, wurde die Burg dem Hochstift Würzburg lehnbar gemacht und Ende des 13. Jahrhunderts schließlich geschenkt. Nun waren die Würzburger Fürstbischöfe Herren auf der Trimburg. Dann folgte der Bauernkrieg 1525. Die Trimburg wurde vom Auraer Haufen eingenommen, geplündert und niedergebrannt.
Nach der Niederschlagung des Aufstands mussten die Bauern dann die schwer beschädigte Burg wieder aufbauen. Anscheinend haben sie aber schlechte Arbeit abgeliefert, denn 1529 ließ Bischof Julius Echter die Burg fast völlig neu bauen. Nach der Auflösung des Hochstifts Würzburg fiel das Gebiet 1814 an das Königreich Bayern. Der Abbruch wurde angeordnet und das Mauerwerk als Baumaterial verkauft. Erst Bayernkönig Ludwig I. stoppte 1833 den Verfall der einst stolzen Burg.
Glasdächer über der Burg
Johann Ernst, ein Veteran aus der bayerischen Armee der napoleonischen Kriege, erhielt später die Erlaubnis, auf der Trimburg eine Sommerwirtschaft einzurichten. Damit war die Trimburg als Ausflugsziel begründet. Letzte Trimburgwirtin war Katharina Graßmeier, die von 1940 bis 1968 auf der Burg wohnte.
Zu neuem Leben erweckt hat die Trimburg aber erst wieder der vor 30 Jahren gegründete Verein Freunde der Trimburg. Auf sein Betreiben hin kaufte der Markt Elfershausen 1980 die Burg für 29 000 Mark vom Freistaat und begann mit der Sanierung. Zug um Zug erfolgte der Ausbau von Weinstube, Erthalzimmer, Rittersaal und Weinkeller. Letzte große Maßnahme war der Bau der Glasdächer über den Erthal- und Echtersaal, die jetzt für kulturelle Veranstaltungen zur Verfügung stehen.
Anfahrt
Von Würzburg aus kommend über die A 7 Würzburg-Kassel, Abfahrt Hammelburg, in Richtung Bad Kissingen fahren und auf halber Strecke zwischen Trimberg und Euerdorf rechts zur Burg abbiegen.
Veranstaltungen
Die Trimburg ist vom 1. Mai bis 31. Oktober jeden Sonntag und Feiertag zur Besichtigung geöffnet und wird von den örtlichen Vereinen bewirtet. Alljährlich finden auf der Trimburg Feste und kulturelle V eranstaltungen statt, unter anderem das Jazzfest, die Nacht der Poesie, der Mittelaltermarkt, das SaaleMusicum und das Bund-Naturschutz-Sommerfest. Kontakt Freunde der Trimburg e.V., Rathaus, 97725 Elfershausen, Tel. (0 97 04) 91 10-0, www.trimberg.de
Siehe auch
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- Festung Marienberg
- Würzburger Residenz
- Reichelsburg
- Schloss Grumbach
- Schloss Reichenberg
- Schloss Veitshöchheim
- Schlössle Ochsenfurt
- Wasserschloss Erlach
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