Resilienz
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Resilienz ist die Fähigkeit, erfolgreich mit belastenden Lebensumständen umgehen zu können, Kummer zu kanalisieren anstatt zu explodieren, sich zu wehren, negative Gefühle in positive umzugestalten, Rückschläge auszuhalten. Für Stefanie Troll, Diplom-Sozialpädagogin in der Evangelischen Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen der Diakonie Würzburg, ist Resilienz die Fähigkeit, die Wunden der eigenen Seele zu heilen. Deshalb wird sie auch als Immunsystem der Seele bezeichnet.
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Begriffserklärung
Der Begriff Resilienz leitet sich ab vom Lateinischen "resilere": abprallen; im Englischen bedeutet "resilience" Spannkraft, Strapazierfähigkeit. Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit, sich von negativen Erfahrungen nicht unterkriegen zu lassen. Bei Kindern ist es beispielsweise die psychische Wider- standsfähigkeit gegenüber belastenden Situationen und Umständen, die sie in ihrer biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklung stören könnten.
Das Stehaufmännchenprinzip
Viele Menschen werden in ihrem Leben mit belastenden Situationen und traumatisierenden Erfahrungen konfrontiert, mit Misserfolgen, Missbrauch, Gewalt, Armut, Sucht, schweren Erkrankungen, Schicksalsschlägen oder dem Tod einer nahe stehenden Person. Wie schaffen es Kinder, die in Problemfamilien aufwachsen, unbeschadet in ihr eigenes Leben zu starten? Warum gelingt es manchen Erwachsenen, an Schicksalsschlägen nicht zu zerbrechen, anderen nicht? Wie kann es sein, dass es beispielsweise Kindern, die in einem schwierigen sozialen Umfeld aufwachsen, trotzdem gelingt, ein erfolgreiches und glückliches Leben zu führen. Warum kann ein Mensch ertragen, was den anderen zerstört? Es liegt am "Stehaufmännchenprinzip", wie Resilienz aug genannt wird, sie hilft jedem mit Risikosituationen umzugehen. Ein Thema, das Kinder wie Erwachsene betrifft.
Kraftquellen und Schutzfaktoren
Die Resilienz-Forschung kann dazu beitragen, weniger widerstandsfähigen und belastbaren Menschen Problemlösungen aufzuzeigen. Sie ermittelt Grundlagen, die Eigenaktivität zu motivieren. Ziel ist darüber hinaus, verborgene Fähigkeiten wieder zu wecken.
Die Resilienz-Forschung hat ergeben, dass Kinder und Erwachsene folgende Kraftquellen und Schutzfaktoren mitbringen und deshalb ihr Leben trotz widriger Umstände besser meistern als andere:
- Sie sind flexibel, offen, aktiv.
- Sie lassen sich weniger irritieren, sind weniger ängstlich, gehen auf andere zu und wecken deren Aufmerksamkeit.
- Sie besitzen eine höhere emotionale Stabilität, ein höheres Selbstwertgefühl, eine hohe Sozialkompetenz (Einfühlungsvermögen, Kontaktfähigkeit, Verantwortungsgefühl, Kooperationsfähigkeit) sowie eine optimistische Lebenseinstellung.
- Sie wissen, wo sie sich Unterstützung holen, wo ihre Grenzen sind und wo sie Kraft schöpfen beziehungsweise entspannen können.
- Sie haben ein sicheres Bindungsverhalten (stabile Beziehungen, enge Geschwisterbindung, Zusammenhalt und Rituale in der Familie, Freunde).
- Sie besitzen Humor. Er hilft in vielen Situationen, er schafft Abstand, Erleichterung.


