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Plötzlicher Kindstod

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Um sicher zu schlafen, sollte das Babybett eher spartanisch ausgestattet sein.
Um sicher zu schlafen, sollte das Babybett eher spartanisch ausgestattet sein.
Ihr Baby am Morgen leblos im Bettchen zu finden, gehört zu den schlimmsten Alpträumen junger Eltern: Plötzlicher Kindstod (auch als SIDS ="Sudden Infant Death Syndrome" bekannt) ist deshalb so schrecklich, die Angst davor so groß, weil er unberechenbar ist und es keinen absoluten Schutz vor ihm gibt.


Inhaltsverzeichnis

Ursache noch nicht gefunden

Eltern können das Risiko für den plötzlichen Kindstod jedoch deutlich verringern, wenn sie ein paar einfache Regeln rund um den Schlaf des Babys beherzigen. So hat Aufklärung in der vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass die Zahl der unerwartet verstorbenen Säuglinge rapide gesunken ist.

Eine eindeutige Ursache konnten Mediziner für den Plötzlichen Kindstod bislang nicht ausmachen. Oft wird Atem- und Herzstillstand festgestellt. Mehrere Aspekte spielen eine Rolle, wenn zuvor gesunde Babys meist im Alter von zwei bis vier Monaten ohne Vorwarnung aus ihrem Schlaf nicht mehr aufwachen.


Ein paar einfache Regeln

Eine absolute Sicherheit gibt es nicht, aber leicht vermeidbare Risikofaktoren können ausgeschaltet werden. "Dein Baby schläft am sichersten in Rückenlage, im Schlafsack, rauchfrei" - so fasst die Dresdner Initiative zur Prävention des Plötzlichen Säuglingstods die wichtigsten Ratschläge zusammen. Werden diese Hinweise beachtet, kann laut Expertenmeinung die Häufigkeit des Plötzlichen Kindstods um 80 bis 90 Prozent vermindert werden.

Vor allem darf das Baby nicht überhitzt werden. Auch wenn es mancher Mutter schwer fällt - das Bettchen sollte eher spartanisch als kuschelig eingerichtet sein. Kissen, Decken, Felle oder Nestchen sind tabu, erläutert die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BzGA). Optimal ist eine Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad.

Ein Säugling soll natürlich nachts auch nicht frieren, daher ist er am besten in einem Schlafsack aufgehoben. Der Halsumfang darf aber nicht größer als der Kopf sein, damit das Baby nicht hineinrutscht. Etwas Platz zum Strampeln reicht.

Im ersten Lebensjahr sollte das Babybett im Elternschlafzimmer aufgestellt werden, denn die gleichmäßigen Atemgeräusche der Eltern haben einen positiven Einfluss auf die Atemregulation des Babys.

Bauchlage vermeiden

Als Hauptursache für das unerwartete Sterben von Säuglingen wurde Anfang der 90er Jahre die bis dahin weit verbreitete Bauchlage ausgemacht. Experten fanden heraus, dass Babys auf dem Bauch nicht ideal atmen können - genau der Zustand, der vermieden werden soll.

Das Bekanntwerden dieser Gefahr zeigte große Wirkung: Die Häufigkeit von SIDS schrumpfte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 1991 bis 2003 um rund zwei Drittel. Anders ausgedrückt verdanken mehr als 6000 Babys ihr Leben den Präventionskampagnen.

Vorreiter waren die Niederlande, wo seit mehreren Jahren weltweit die wenigsten SIDS-Fälle vorkommen. Dazu haben breit angelegte Info-Kampagnen geführt. Auch in Deutschland gibt es zahlreiche Projekte, bei denen etwa frischgebackenen Eltern in Kliniken Schlafsäcke in die Hand gedrückt werden.

In einigen Regionen geben Familienhebammen jungen Müttern zu Hause Ratschläge, weiß Hildegard Jorch von der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) Deutschland. All das scheint Erfolg zu haben: 2006 ist die Zahl der Todesfälle bundesweit weiter auf 259 gesunken.

Kontaktadresse

Gemeinsame Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) Deutschland, Fallingbosteler Straße 20 30625 Hannover, Telefon: 0511/838 62 02

Infos:

  • Broschüre: "Die optimale Schlafumgebung für Ihr Baby"
  • Faltblatt: "Sicherer Schlaf für mein Baby"
  • Faltblatt: "Senken Sie das Risiko"

Alle stehen auf der Homepage auch zum Download bereit.

Siehe auch

Weblinks

Quelle

dpa