Mobbing
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Mit Mobbing (vom Englischen to mob für anpöbeln, angreifen) werden Attacken und Demütigungen am Arbeitsplatz, in der Schule oder unter Nachbarn bezeichnet. In England wird der Begriff Mobbing weniger verwendet, hier spricht man meist von Bullying.
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Vieles wird totgeschwiegen
In Schulen ist am Mobbing meist ein großer Teil der Klasse beteiligt - entweder auf der Opfer-, der Verteidiger- oder der Täterseite. Das geht aus einer Untersuchung von Mechthild Schäfer an der Universität München hervor: Aus Angst, das nächste Opfer zu werden, stellten sich viele Schüler auf die Seite des Täters, oder sie schwiegen. Doch nur dort, wo das aggressive Verhalten toleriert wird, könnte sich das Mobbing etablieren.
Ein Opfer bleibt nicht zwangsläufig in dieser Rolle. Denn die Täter konzentrierten sich meist nicht auf ein bestimmtes Opfer, so dass einzelne Kinder nur selten über längere Zeit attackiert werden. Zudem haben Kinder, die in der Grundschule Opfer waren, kein höheres Risiko, auch in der weiterführenden Schule in diese Rolle zu geraten. Dagegen blieben Täter, insbesondere wenn sie schon älter sind, häufig in dieser Rolle.
Mobbing oder Bullying ist inzwischen sogar schon unter Schülern von Grundschulen verbreitet.
Mobbing-Opfer müssen reden
Mobbing-Opfer müssen reden. Was sich banal anhört, ist aber ein zentrales Problem von Kindern, die in der Schule von anderen schikaniert werden
"Zum Phänomen Mobbing gehört, dass die Opfer keine guten Mechanismen haben, wie sie Hilfe von anderen bekommen können", erklärte Christian Böhm von der Beratungsstelle Gewaltprävention in Hamburg. "Manche reden wochen- und monatelang mit niemandem darüber." Für Eltern und Lehrer sei es dann sehr schwer, Mobbing zu erkennen, erklärt der Leiter des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung.
Studie in Lüneburg
Eine aktuelle Studie der Leuphana-Universität Lüneburg ergab, dass an weiterführenden Schulen fast jeder dritte Schüler (31,2 Prozent) schon einmal von Klassenkameraden schikaniert worden ist. Im Auftrag der DAK hatte die Hochschule 1859 Schüler zwischen 10 und 18 Jahren befragt.
Wo alterstypische Zickereien aufhören und Mobbing anfängt, sei pauschal nicht zu beantworten, erklärt Böhm. Alterstypisch sei, dass mal der eine, mal ein anderer Opfer von Hänseleien und Schikanen wird. Wenn aber immer nur ein Schüler über einen längeren Zeitraum in der Schusslinie stehe und mit Symptomen wie Bauschmerzen, Angst oder Leistungsabfall reagiere, deute das auf Mobbing hin.
Anti-Mobbing-Projekt in Hamburg
Ist der Leidensdruck so hoch, dass der Schüler doch mit seinen Eltern spricht, sollten die sich sofort an den Klassenlehrer wenden und ein vertrauliches Gespräch führen. Dabei gelte es zu klären, was genau passiert ist und ob Hilfe von außen geholt wird oder die Schule das Problem intern regeln kann, sagt Böhm, der sich im Rahmen des Projektes "Mobbingfreie Schule - gemeinsam Klasse sein!" an Hamburger Schulen intensiv mit Mobbing beschäftigt.
Wichtig sei, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und das weitere Vorgehen zu besprechen. "Es geht darum, gemeinsam mit den Lehrern zu handeln und nicht mit dem Vorwurf zu kommen: 'Warum haben Sie nichts gemacht'?", sagt Böhm. Weil Mobbing-Opfer nicht redeten, sei es für Lehrer sehr schwer, etwas mitzubekommen.
Danach könnten ein Gespräch in der Klasse und Einzelgespräche mit den "Rädelsführern" folgen. Für das Opfer gebe es ein verabredetes Verfahren. Kommt es wieder zu einer kritischen Situation, sollte es sich nicht auf den Konflikt einlassen, sondern sich zurückziehen und eine Vertrauensperson informieren, erklärt Böhm.
Siehe auch
- Mobbing durch Lehrer
- Mobbing: Jüngere Schüler besonders gefährdet
- Gewalttätige Jugendliche
- Wrestling Chips
- Ratgeber Erziehung
- Faustlos
- Übertrittszeugnis
Weblinks
- Informationen zur Mobbingstudie der Universität München
- Webportal Schueler-Mobbing der Gutenbergschule Riederich
Broschüre "Mobbing unter Schülerinnen und Schülern"


