Miniphänomenta
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"Miniphänomenta" heißt die Idee, Grundschulkindern Naturphänomene nahezubringen. Sie basiert auf der Tatsache, dass Kinder und Jugendliche unmittelbare sinnliche Erfahrungen brauchen, um mit der Welt vertraut zu werden.52 spannende Versuche für den Schulflur und das Klassenzimmer lassen die Kinder naturwissenschaftliche und technische Phänomene sozusagen live erleben. In der Folge setzten sie sich gedanklich mit dem Erlebten auseinander. Auch die Eltern sind in diesen aktiven Lernprozess mit einbezogen, in dem sie mit der Schule und den Lehrern kooperieren und selbst interaktive Experimentierstationen bauen.
"Wenn sich Kinder früh für Technik und Naturwissenschaften begeistern, werden sie ein langfristiges Interesse daran aufbauen", erklärt Projektleiterin Anne Rossbach vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft, das "Miniphänomenta" seit 2007 an bayerische Grundschulen bringt.
Als zweite Schule in Unterfranken hat sich die Steinbachtal-Burkarder-Schule in Würzburg im Oktober 2008 für das Projekt engagiert. "Wir sind stolz darauf, diese kindgerechte, interaktive Ausstellung bei uns präsentieren zu dürfen", sagte Schulleiterin Brigitte Debes. Zwei Wochen lang war das Haus auch nachmittags geöffnet, kamen Kindergärten, andere Würzburger Schulen, Eltern und Großeltern vorbei.
"Meine Lieblingsstation ist die, wo der Strom knistert", sagt Denise. Anna mag "das Licht, das Zähne weiß macht", und Leonie die "schwingenden Eisenkugeln". Berührungsängste zeigen die Schülerinnen nicht.
Für Michael Bischof, unterfränkischer Geschäftsführer des Bayerischen Unternehmensverbandes Metall und Elektro, ein besonderes Plus der "Miniphänomenta": „Wir brauchen in Zukunft noch mehr Girl-Power in den Unternehmen.“ Der Bedarf an gut ausgebildetem Nachwuchs ist der Grund, weshalb sein Verband die Ausstellung finanziert.
Damit die 14-tägige Ausstellung dauerhafte Früchte trägt, will die Schule möglichst viele Stationen nachbauen: "Dazu bauen wir auf die Hilfe unserer engagierten Eltern", sagt stellvertretender Schulleiter Hanns-Rainer Hirsch.
Professor Rainer Thome, Inhaber des Lehrstuhls für BWL und Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg, übernimmt die Materialkosten. Er begründet sein Engagement damit, dass er in seinen Vorlesungen immer wieder mit Erschrecken fehlendes Interesse an der Naturwissenschaft feststellt. Sinnlich erlebtes Lernen aber bleibt haften: "Wer etwas mit den Händen begreift, begreift es dauerhaft."
An den Stationen gibt es bewusst keine Erklärungen zu den Experimenten“, erklärt Lehrerin Angela Jonen. Denn die Kinder sollen ausprobieren und darüber nachdenken, was passiert. Gemeinsam hinterfragt und erläutert werden die Phänomene später im Unterricht.


