Melamin
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Melamin ist reich an Stickstoff und vergleichsweise billig. Wird es Milchpulver beigemischt, lässt es den Proteingehalt höher erscheinen. In Qualitätstests wird der Proteingehalt gewöhnlich durch den Stickstoffgehalt bestimmt.
Über die langfristigen Auswirkungen auf den Menschen ist bislang noch wenig bekannt. Wissenschaftler schließen nicht aus, dass sich Melamin in Nierenkanälen bei Patienten kristallisieren könnte, auch wenn bei diesen bereits Nierensteine entfernt wurden. Die Kristallisierung könne zur Verstopfung und damit zu einer dauerhaften Nierenschädigung bis hin zum Organversagen führen.
Von dem Milch-Skandal im September 2008, bei dem laut Medienberichten 53 000 Babys betroffen sind und 13 000 In Kliniken behandelt wurden und werden, blieb auch der weltweit größte Nahrungsmittelkonzern Nestlé nicht verschont. In einem Nestlé-Produkt wurden nach Angaben der Regierung in Hongkong geringe Spuren der giftigen Chemikalie Melamin entdeckt. Das Schweizer Unternehmen bestätigte das Ergebnis. Allerdings sei die getestete "Dairy Farm Pure Milk" ein für die Gastronomie bestimmtes Produkt, das nicht von Kleinkindern getrunken werden sollte.
Das Zentrum für Nahrungsmittelsicherheit in Hongkong erklärte, der Anteil des Giftes in der in China hergestellten Nestlé-Milch sei so niedrig, dass ein einjähriges Kind über drei Liter pro Tag trinken müsste, um eine gefährliche Dosis zu erreichen. Der normale Konsum sei ungefährlich.
Vergiftete Bonbons
Zuerst in Baden-Württemberg, dann auch in anderen bundesländern, sind Anfang Oktober 2008 mit Melamin vergiftete Süßigkeiten, Bonbons, aufgetaucht. Die chinesischen Produkte finden sich vor allem in Asia-Läden. Die Bundesregierung warnt vor potentiellen Gefahren. Ein dreijähriges Kind beispielsweise, das längere Zeit sieben dieser Bonbons pro Tag lusche, könne gesundheitliche Schäden davontragen.


