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Mehrlingsgeburten

Aus wiki.familieninsel.de

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Immer mehr Deutsche kommen als Zwilling, Drilling oder gar Vierling zur Welt. Die Zahl der sogenannten Mehrlingsgeburten ist 2007 in Deutschland weiter gestiegen. Sie lag bei 22400, und damit drei Prozent höher als im Vorjahr.


Inhaltsverzeichnis

Zwilling, Drilling, Vierling

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtet, waren davon 21600 Zwillinge. Gut 700 wurden als Drilling und 40 als Vierling geboren. Der Anteil der Mehrlingskinder an allen Neugeborenen nahm binnen Jahresfrist ebenfalls zu: um 0,4 auf 32,6 pro 1000 Säuglinge.

Die Wahrscheinlichkeit für eine natürliche Vierlingsgeburt liegt bei eins zu 600 000, für Fünflinge bei eins zu 50 Millionen und für Sechslinge nur noch bei eins zu 4,4 Milliarden.

Ursache: Reproduktionsmedizin

Die Reproduktionsmedizin ist nach Einschätzung von Fachärzten die Hauptursache des Anstiegs. Mit der Verlagerung des Kinderwunsches in eine spätere Lebensphase und der Zunahme der ungewollten Kinderlosigkeit sei auch die Reproduktionsmedizin stärker gefragt, sagte das Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Professor Klaus Diedrich.

Das Ziel einer Kinderwunschbehandlung müsse aber die Einlingsschwangerschaft sein. Mehrlingsschwangerschaften erhöhten das Risiko von Frühgeburten und Gesundheitsproblemen der werdenden Mütter erheblich.

In Deutschland dürfen Der nach einer Befruchtung im bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt werden. In vielen anderen Ländern darf hingegen von drei bis fünf Embryonen nur einer ausgewählt werden.

Achtlinge

Am 26. Januar 2009 wurden in einem kalifornischen Kreißsaal Ärzte und Eltern am Montag von acht strampelnden Babys überrascht. Das Team aus 46 Ärzten und Helfern hatte "nur" sieben Kinder erwartet.

Die sechs Jungen und zwei Mädchen wurden innerhalb von fünf Minuten per Kaiserschnitt entbunden. "Allen Babys geht es gut, und auch die Mutter ist wohlauf", sagte Harold Henry vom Kaiser Permanente Krankenhaus in Bellflower nahe Los Angeles.

Nur zwei der Neugeborenen mussten zunächst künstlich beatmet werden, bei einem dritten wurde mit Sauerstoff nachgeholfen. Schon nach der ersten Nacht konnten die Beatmungsgeräte entfernt werden. Alle Babys atmeten jetzt von alleine, gab der Frühgeburtenexperte Mandhir Gupta am Dienstagvormittag in der US-Sendung "Good Morning America" bekannt. "Den Babys geht es wirklich sehr sehr gut".

Alter und Namen der Eltern gab das Ärzteteam nicht bekannt. Sie wollten zunächst anonym bleiben, hieß es. Auch die Frage von Reportern, ob die Mutter mit Hormonen behandelt worden war, um schwanger zu werden, blieb offen.

Der Berliner Kinderarzt Prof. Christoph Bührer geht davon aus, dass der Schwangerschaft eine Hormonbehandlung vorausging. "Normalerweise müssen die Ärzte die Eltern dann vor ungeschütztem Verkehr warnen, wenn sich zeigt, dass in dem Zyklus zu viele Eizellen herangereift sind." Die Mutter habe sich offenbar trotz der unerwartet hohen Babyzahl nicht zu einer sogenannten Reduktion der Ungeborenen entschlossen, sondern alle Kinder ausgetragen.

Die Mutter war schon ab der 23. Schwangerschaftswoche in ihrer Obhut. Sie litt unter Rückenschmerzen und verbrachte den Countdown bis zu dem geplanten Kaiserschnitt in der 30. Woche weitgehend im Bett. Die Überlebenschance der Säuglinge hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit sie im Mutterleib verbracht haben. Je später die Kinder zur Welt kommen, desto besser sind ihre Chancen. Am Ende waren die Babys zusammen immerhin knapp elf Kilo schwer. Von sieben Kindern waren die Ärzte nach Ultraschallaufnahmen ausgegangen.

Das Überraschungsbaby war vermutlich "sehr weit oben in der Gebärmutter, vielleicht hinter einem anderen Baby", mutmaßte Maples im US-Fernsehen.

Baby A, ein Junge, wurde um 10.43 am Montagvormittag (Ortszeit) ans Licht der Welt geholt. Und dann ging es nach Angaben der Geburtshelfer Schlag auf Schlag. Nach fünf Minuten waren alle acht Geschwister entbunden. "Das erste Baby kam raus und es schrie und strampelte sofort los. Das war ein sehr gutes Zeichen und wir waren die schlimmste Sorge los", sagte Gupta über die riskante Geburt. Das kleinste Kind, ein Junge, bringt 680 Gramm auf die Waage, das schwerste Brüderchen wiegt 1470 Gramm. Die erste Woche ist nun ein "kritischer Zeitraum" für die Babys, warnte Gupta. Ihre Lebenszeichen, wie Blutdruck und Puls, seien derzeit aber sehr gut.

Die Kinder müssen voraussichtlich bis zu acht Wochen im Brutkasten bleiben. Die Mutter könnte das Krankenhaus bereits in einer Woche verlassen. Die Ärzte trauen ihr offenbar eine Menge zu. Ob sie es schaffen wird, ihre Babys zu stillen, wollte ein Reporter wissen. "Wir haben ihr zum Stillen geraten, das wird sie tun, ganz bestimmt, das hat sie sich vorgenommen", versicherte Gupta.

Eine Familie in Texas hat es den kalifornischen Achtlings-Eltern schon vorgemacht. Die fünf Mädchen und zwei Jungen der aus Nigeria stammenden Mutter Nkem Chukwu feierten ihm vergangenen Monat ihren zehnten Geburtstag; das achte Geschwisterchen war bereits eine Woche nach der Geburt gestorben. Eines der Kinder war am 8. Dezember 1998 geboren worden, die weiteren sieben kamen zwölf Tage später zur Welt. Alle Kinder waren extreme Frühgeburten und wogen nur zwischen rund 300 Gramm und 800 Gramm.

Die Geburt der Achtlinge hatte damals eine neue Debatte über künstliche Befruchtungsmethoden angefacht. Die Mutter war mit Hormonen behandelt worden. 2002 brachte sie eine weitere Tochter zur Welt.

Bei dem bisher einzigen dokumentierten Fall in Deutschland haben die 1977 in Jena geborenen Achtlinge nicht überlebt. Auch für die Mutter ist eine Mehrlingsschwangerschaft riskant: Ihr Sterberisiko erhöht sich - im statistischen Durchschnitt - auf das Dreifache.

Siehe auch

Weblinks

Quelle

dpa