Mathe-Angst
Aus wiki.familieninsel.de
Mathe-Angst bei Mädchen ist nicht angeboren, sondern oft anerzogen. Das zumindest ist das Ergebnis amerikanischer Wissenschaftler. Grundschullehrerinnen, die selbst schwach in Mathematik sind, impfen ihren Schülerinnen die Angst vor Mathe regelrecht ein. Nachgewiesen haben die Forscher der Universität von Chicago dies an Hand einer Studie von 17 Lehrerinnen der Ersten und Zweiten Klassen.Veröffentlicht wurde die Studie im Januar 2010 in den "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS). Schon ein einziges Schuljahr unter dem Einfluss solcher Pädagoginnen reicht, um Mädchen in der Klasse den Irrglauben zu vermitteln, dass sie von Natur aus schlechter im Rechnen und besser im Lesen sind.
Der Studie zufolge erbrachten Schülerinnen, die das stereotype Denken übernommen hatten, tatsächlich deutlich schwächere Leistungen in Mathe. Die gute Nachricht: Jungen ließen sich davon überhaupt nicht beeinflussen.
Mit Tests zu Beginn und Ende des Schuljahres testeten die Wissenschaftler, inwieweit sich die Ängste einer Lehrerin auf ihre Schülerinnen übertragen könnten. Geprüft wurden die Einstellung sowie die Rechenkünste. Dabei kam heraus, dass Mädchen, die sich dem Vorurteil angeschlossen hatten, in Mathe auf einer Bewertungsskala sechs Punkte hinter ihren unbeeinflussten Klassenkameraden und -kameradinnen zurückblieben: Sie erzielten durchschnittlich 102 gegenüber 108 Punkten ihrer Alterskameraden.
Ganz vergleichen lässt sich das amerikanische Schulsystem mit dem deutsche nicht. Dort behalten Lehrer ihre Klassen jeweils nur ein Jahr. Amerikanische Grundschullehrer sind etwa zu 90 Prozent weiblich (nach Angaben des Goethe-Institutes betrug in Deutschladn der Männeranteil bei den Grundschullehrern im Jahr 2006/2007 auch nur 13 Prozent) und werden während des Studiums nur minimal auf Mathematik vorbereitet, erläutert das Team um Sian Beilock.
Aus anderen Studien ist bekannt, dass angehende Grundschullehrerinnen mehr Angst vor Mathe haben als Studenten aller anderen Fachrichtungen. Der Fakt, dass das stereotype Denken nicht auf Jungen abfärbte, erklären die Psychologen damit, dass Kinder in diesem Alter vor allem auf gleichgeschlechtliche Rollenmodelle fixiert sind.
Siehe auch
- Mathematikum
- Jahr der Astronomie
- Geschlechterforschung
- Erziehungstipps
- Lebenswelt von Kindern
- Die Zellstadt
- PISA-Test 2006
- Mehrsprachigkeit
- Kinder-Uni
- Klick-Tipps
- Grundschule
- Hauptschule
- Realschule
- Gymnasium
- Miniphänomenta


