Masern
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Masern sind eine durch das Masernvirus verursachte weltweit verbreitete akute Infektionskrankheit, die durch ein grippeähnliches Vorstadium und ein exanthematisches Hauptstadium gekennzeichnet ist. Auf Grund ihrer hohen Ansteckungsfähigkeit treten Masern meist als Kinderkrankheit auf und hinterlassen eine lebenslange Immunität.Die Erkrankung wird anhand ihrer Symptome, insbesondere der charakteristischen Hautveränderungen, diagnostiziert. Die Therapie erfolgt symptomatisch. In den westlichen Industrieländern führen die Masern bei 10 bis 20 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen. Die Masernerkrankung kann durch die Masernschutzimpfung vermieden werden. Nach dem Informationsschutzgesetz, das in Deutschland am 1. Januar 2001 in Kraft getreten ist, fallen Masern unter die meldepflichtigen Infektionserkrankungen.
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Therapie
Wie bei den meisten Virus-Erkrankungen steht für Masern ein spezifisches Medikament, wie Antibiotika bei bakteriellen Erkrankungen, bisher nicht zur Verfügung. Die Therapie muss daher symptomatisch erfolgen. Im Vordergrund stehen dabei pflegerische Maßnahmen und Bettruhe, bei vorhandener Lichtscheu auf Grund einer Augenbindehautentzündung in abgedunkelten Räumen.
Mögliche Komplikationen müssen gezielt behandelt werden. Bei nichtimmunen Menschen, das heißt bei Personen, die nicht gegen Masern geimpft wurden, kann der Ausbruch der Erkrankung bis zum vierten Tag nach der Ansteckung durch die Gabe von Antikörpern (Gammaglublin) verhindert werden.
Vorbeugen
Masern können durch eine Schutzimpfung verhindert bzw. in ihrem Verlauf abgeschwächt werden, so dass keine Komplikationen auftreten. Die ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts geht erst bei zweimaliger Impfung vom Bestehen eines vollständigen Impfschutzes aus:
Die Erstimpfung sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten, nach dem Verschwinden der mütterlichen Antikörper erfolgen. Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe bewirken bei über 90 Prozent der einmal Geimpften einen ausreichenden Impfschutz. Die durch die Impfung bewirkte Immunantwort ist nach ca. vier bis sechs Wochen nachweisbar. Die empfohlene Zweitimpfung kann bereits vier Wochen nach der Erstimpfung erfolgen und soll den Kindern, die bei der Erstimpfung keine Immunität entwickelt haben, letztlich zu einem Impfschutz verhelfen. Es handelt sich also nicht um eine Auffrischungsimpfung, sondern um eine zweite Chance bei primärem Impfversagen.
Nichtgeimpfte Kinder sollten den Kontakt mit erkrankten Personen vermeiden, um einer Ansteckung vorzubeugen. Bei ungeimpften, aber immungesunden, Kontaktpersonen kann nach Kontakt mit dem Erreger (postexpositionell) der Ausbruch der Krankung durch eine rechtzeitige Impfung wirksam unterdrückt werden. Bei abwehrgeschwächten und chronisch kranken Menschen ist eine nachträgliche Prophylaxe in Form einer passiven Immunisierung durch die Gabe von spezifischen Antikörpern innerhalb von zwei bis drei Tagen nach Kontakt möglich.
Schweregrad der Erkrankung und die Letalitätsrate bei Risikopatienten (beispielsweise in Entwicklungsländern) lassen sich durch die Gabe von Vitamin A mindern.
Aktuelles
Mit einem neuen Aktionsplan will die bayerische Staatsregierung die Masern in Bayern weitgehend ausrotten. Hintergrund ist, dass in den vergangenen Jahren eine zunehmende Zahl von Eltern ihre Kinder nicht mehr impfen lässt. Das geplante Motivationsprogramm des öffentlichen Gesundheitsdienstes wird Eltern bei der Schuleingangsuntersuchung auf Impflücken ihrer Erstklässler aufmerksam machen. Ein entsprechendes Modellprojekt hatte laut Mitteilung des Ministeriums gezeigt, dass sich die Impfraten so noch einmal deutlich steigern lassen.
Studien zeigen, dass nur zwei Prozent der Bevölkerung wohl aus weltanschaulichen Gründen wirkliche Impfgegner sind. Der größere Teil der Nicht-Impfer seien Eltern, die die Impfung schlichtweg vergessen oder verunsichert sind. Junge Erwachsene, die zur Fussball-EM in die Schweiz oder nach Österreich fahren wollen, sollten ihren Masern-Impfschutz prüfen, denn Masern-Ausbrüche der letzten Zeit in Bayern sind aus der Schweiz oder Österreich eingeschleppt worden.



