login


Latte-Macchiato-Mütter

Aus wiki.familieninsel.de

Wechseln zu: Navigation, Suche
Café „Freistunde“ in München: In dem familienfreundlichen Café gibt es Spielzeug und Spielflächen für Kinder, einen Wickeltisch und eine Kinderkarte. (Bild: dpa)
Café „Freistunde“ in München: In dem familienfreundlichen Café gibt es Spielzeug und Spielflächen für Kinder, einen Wickeltisch und eine Kinderkarte. (Bild: dpa)
Latte-Macchiato-Mütter – mit diesem Begriff werden junge Mütter bezeichnet, die sich von früheren Müttergenerationen unterscheiden, weil sie das Leben mit Kind bewusst so weiterführen wie zuvor. Ausgedacht hat sich diese Bezeichnung Anja Kirig, Forscherin am privaten „Zukunftsinstitut“ im hessischen Kelkheim.


Inhaltsverzeichnis

Die neuen Mütter – ein Lebensstil

Latte-Macchiato-Mütter ziehen sich nicht aus der Öffentlichkeit zurück, sondern leben ihr Leben genauso wie vor der Geburt, arbeiten, gehen in Cafés, zum Sport, auf Partys - nur eben alles inklusive Kinder-Anhang. Als Lebensstil-Gruppe und Konsumentinnen sind diese Mütter sehr interessant. Neben ihrem täglichen Kaffee brauchen sie nämlich auch Kleidung für die Kinder, Windeln, Fläschchen, Spielzeug und vieles andere. Beim Einkauf sind sie jedoch sehr anspruchsvoll und kritisch. Sie haben einen hohen Gesundheits- und Genussanspruch, kaufen gerne, aber überlegt. Und meistens treffen sie die Entscheidungen beim Kaufen, nicht die Väter.

Attraktive Konsumentengruppe

88 Prozent der Mütter entscheiden etwa, welche Lebensmittel gekauft werden, ergab eine 2002 im Auftrag des Fernsehsenders Super RTL vom Marktforschungsunternehmen Synovate durchgeführte Studie. 80 Prozent der Mütter entscheiden demnach über die Körperpflegemittel und immerhin noch zwei Drittel über die Geschenkartikel, die gekauft werden müssen. Viele Anbieter haben sich daher auf die neuen Mütter eingestellt. Einige werben sogar bereits mit dem Begriff Latte-Macchiato-Mütter.

Milchkaffee, Schnuller und witzige T-Shirts

Etwa das Café „Freistunde“ am Münchner Glockenbachplatz, das Alex Thieler vor fast vier Jahren aufgemacht hat. Auf dem Wandregal, wo in anderen Cafés die Schnapsflaschen stehen, sind hier Gläschen mit Babybrei ordentlich nebeneinander angeordnet. Die Wände des kleinen Raums sind grün und gelb, die Lampen rot mit weißen Punkten. Es gibt eine große Spielfläche, Spielzeug und ein Wickeltisch. Außerdem sind alle Steckdosen kindersicher. Die Gäste sind junge Mütter mit ihrem ersten Kind, meistens zu zweit oder dritt.

Auch die Produkte von Claudia Fischer-Appelt richten sich an solche Mütter. Die 41-Jährige hat 2005 in Hamburg die Agentur „mamamoto“ gegründet und vertreibt seitdem Kleidung, Fläschchen und Schnuller über das Internet. Wichtig ist ihr dabei das zeitgemäße Familienbild. „Wir machen Sachen, die Familien gut tun und die Lust machen auf Familie.“ Und alles mit einem Schuss Ironie: So heißt der Schnuller „Lautlos“, das T-Shirt „Elisabbert“ und das Fläschchen „Kind voll - Flasche leer“.

Siehe auch


Weblinks