Kindersicherheitstraining
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Selbstbehauptung und Selbstverteidigung
In solchen Kursen sollen die Kinder lernen, sich besser gegen Angriffe zur Wehr zu setzen. Die Konzepte sind sehr unterschiedlich. Einige Kurse wenden sich bereits an Kindergartenkinder, die meisten sind jedoch für die Altersgruppe der Sechs- bis Zwölfjährigen gedacht.
Je nach Schwerpunkt lassen sich Selbstbehauptungs- oder Selbstverteidigungstrainings unterscheiden. In beiden Fällen lernen die Kinder, mögliche Gefahren zu erkennen und Stimme und Gesten bewusst einzusetzen, um Hilfe zu holen. In Gesprächen und Rollenspielen trainieren sie, wie sie sich in gefährlichen Situationen verhalten können.
Selbstverteidigungstrainings vermitteln den Kindern zusätzlich körperliche Abwehrtechniken. Es geht bei den Selbstsicherheitstrainings aber nicht darum, Kindern vorzumachen, sie könnten sich gegen Erwachsene körperlich wehren. Sie können aber trainieren, selbstsicher aufzutreten. Dazu gehört es, Grenzen zu setzen, Bedürfnisse klar zu äußern und deutlich „Nein!“ zu sagen – auch Erwachsenen gegenüber.
Die Gefahr der Übersensibilisierung
Experten weisen aber auf eine zentrale Schwäche vieler Programme hin: Sie konzentrierten sich auf das Bild eines fremden Täters, der zum Beispiel aus seinem Auto heraus nach dem Weg fragt. Das ist jedoch der Ausnahmefall. Nach wie vor kommen die meisten Fälle sexuellen Missbrauchs im Familien- und Bekanntenkreis vor.
Der beste Schlüssel zum Schutz von Kindern ist eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Eltern und Kindern, sagen Fachleute: Kinder müssen erfahren, dass Mama und Papa sie nicht für dumm halten, wenn sie ihnen etwas Unangenehmes erzählen. Die Kurse können die sichere Bindung zwischen Kindern und Eltern fördern.
Checkliste Kindersicherheitstrainings
Aber Vorsicht, die Kurse können Kinder auch übersensibilisieren. Das heißt, nach einem Kurs möglicherweise sehr misstrauisch. Ein schlecht konzipiertes Angebot kann also nicht nur viel Geld kosten, sondern dem Kind im schlimmsten Fall schaden.
Der Deutsche Kinderschutzbund Nordrhein-Westfalen hat daher eine Checkliste zu Kindersicherheitstrainings zusammengestellt. Sie kann im Internet heruntergeladen werden unter www.kinderschutzbund-nrw.de, Stichwort „Aus dem Landesverband“, „Materialien“.
Literaturtipp
Ursula Fassbender u.a.: Starke Kinder wehren sich - Prävention gegen Gewalt: Das Kindersicherheitstraining, Kösel, ISBN: 978-3-466-30645-9, 16,95 Euro
Siehe auch
- Trampolin
- Kinderrechte
- Gesetz zur Bekämpfung der sexuellen Ausbeutung von Kindern
- Kess erziehen
- Mehr Zeit für Kinder e.V.
- Kinderinvaliditätsversicherung


