Karlsburg
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Im Bauernkrieg
Seit 1525 hat die Burgruine ihr Angesicht nicht deutlich verändert. In der zweiten Maihälfte jenes Jahres (das genaue Datum ist nicht überliefert) wurde die Burg im Bauernkrieg niedergebrannt. Unter den neun Rädelsführern, die am 17. August 1525 auf dem Karlstadter Marktplatz geköpft wurden, sollen auch jenen das Leben genommen worden sein, die die Burg angezündet hatten.
Sie wurde nicht wieder aufgebaut. Wozu auch. Ihre eigentliche Funktion – Bollwerk des Würzburger Bischofs gegen die Mainzer und Rienecker – hatte sich im 16. Jahrhundert überlebt. Lebendig geblieben ist dagegen die Sage, Karl Martell, der Großvater Karls des Großen und Vater des Karolinger Geschlechts, sei unterhalb der Karlsburg in einer Mühlbacher Mühle geboren worden. Auch ohne einen großen Namen der damaligen Zeitgeschichte war die Karlsburg bedeutend. Ihr früheste Geschichte greift auf das Jahr 714 zurück.
Im Mittelalter
741 stattete König Karlmann, Sohn und Nachfolger des Karl Martell das neu gegründete Bistum Würzburg mit 25 königlichen Eigenkirchen aus und schenkte das Marienkloster mit allem Zubehör am Ort (villa) Karlburg.
Im 12. Jahrhundert nannte Ekkehard von Aura in einer Lebensbeschreibung des ersten Würzburger Bischofs Burkard Karlburg nicht mehr villa, sondern Kastell (castellum) mit einem Königsgut. Waren es – wie heute – zwei verschiedene Stellen, hier der Ort und dort die Burg? Nun heißt castellum eigentlich „befestigter Platz“ mit Schanze, Graben und Palisade. Eine solche Befestigung wurde auf dem nördlichen und und westlichem Vorgelände zwischen 1971 und 1974 ausgegraben, erforscht – und wieder zugebuddelt.
Strategisch wichtiger Ort für die Fürstbischöfe
Ihre fast unzugängliche Lage auf einem Felsen, südlich und östlich steil abfallend, machte die Karlburg oder heute Karlsburg zu einem strategischen Stützpunkt für alle Würzburger Fürstbischöfe. Bis zur Jahrtausendwende 1000 nutzte der König die Burg, Land, Leute und Main im Frankenreich zu sichern und seine Verwaltungsstruktur auszubauen. Sie hatte damals die gleiche strategische Bedeutung wie die Festung Marienberg in Würzburg.
Mit der Territorialpolitik Bischof Konrad von Querfurt (1198 bis zur Ermordung 1204) und seinem Nachfolger erreichte die Karlburg ihre eigentliche Trutzbedeutung. Bei der Fehde mit den Rieneckern, die sich Richtung Würzburg ausbreiten wollten, war die Karlsburg militärisch besetzt. 1286, als Bischof Berthold seine Weinberge am Fronberg unterhalb der Karlsburg verschenkte, wurde die Burg in ihren noch heute bestehenden Ausmaßen genannt. Heute weiß man, dass ein Teil des Berings und der im Nordosten gelegene Wohnbaurest als ältestes erhaltenes Mauerwerk aus der Romantik stammt, während der Pallas und der Zwinger auf der Nordseite mit zwei Halbtürmen der Gotik (14- und 15. Jahrhundert) zugeordnet wird. Weitere Grabungen nach abgetragenen Mauerresten würden den vollständigen Baubestand darlegen.
So birgt das Burgareal auf 170 mal 120 Metern mit seinen Mauern, Vorbauten, Erdwällen, Gräben, Brunnen und sicherem Ausblick ins Maintal auf Karlstadt, Mühlbach und Karlburg noch seine Geheimnisse. Ein paar werden enthüllt in der Ausstellung ab 12. August im Mainfränkischen Museum in Würzburg.
Heute Eigentum des Landkreises
Seit 1961 gehört sie dem Landkreis Main-Spessart. Leider weigert sich das Landesamt für Denkmalpflege, die einfallenden Terrassenmauern der aufgelassenen Weinberge am Fronberg als erhaltenswürdig anzuerkennen. Einige purzeln schon zu Tale und bedrohen Mühlbacher Wohnhäuser. Der Landkreis sicherte den Hang mit Teilrodungen und einem Fangzaun. Der Hubschrauber, der am 27. Juni 2008 dafür die Einzelteile in der Luft transportierte, war in Karlstadt und Mühlbach ein Schauspiel vor zahlreichem Publikum.
Spazierweg
Die Burgruine Karlsburg ist offen zugänglich und zu Fuß erreichbar auf einem Weg, der am Mühlbacher Kino „Burg-Lichtspiele“ an der Mainbrücke Hinweisschild beginnt. Es gibt keine Gastwirtschaft.
Siehe auch
Region Würzburg:
- Festung Marienberg
- Würzburger Residenz
- Reichelsburg
- Schloss Grumbach
- Schloss Reichenberg
- Schloss Veitshöchheim
- Schlössle Ochsenfurt
- Wasserschloss Erlach
Region Main-Spessart:
Region Main-Tauber:
Region Bad Kissingen:
Region Hassberge:
Region Schweinfurt:
Region Kitzingen:
- Schloss Castell und Schloss Rüdenhausen
- Schloss Hallburg
- Schloss Schwanberg
- Schloss Wässerndorf
- Schloss Weißenstein
- Vogelsburg
Region Aschaffenburg:


