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Jahrgangsübergreifender Unterricht

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Wenn Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden, kann das viele Vorteile haben.
Wenn Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden, kann das viele Vorteile haben.
Der jahrgangsübergreifende Unterricht, bei dem Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden, wird in etlichen Bundesländern bereits praktiziert. Statt des ersten und zweiten Schuljahres gibt es eine ein bis drei Jahre dauernde flexible Schuleingangsphase.


Inhaltsverzeichnis

Das Modell

Ziel des jahrgangsübergreifenden Unterrichts ist, Kinder besser zu fördern: Leistungsstarke Schüler können den Lernstoff von zwei Klassen in einem Jahr absolvieren, und Kinder, denen das Lernen etwas schwerer fällt, können sich bis dafür zu drei Jahren Zeit nehmen, ohne sitzen zu bleiben.

Entwickelt wurde der Jahrgangsübergreifende Unterricht als eine Antwort auf PISA. Diese Studie zeigte nämlich unter anderem, dass das deutsche Schulsystem Kinder nicht individuell genug fördere. Das Modell an sich ist jedoch nicht neu. Es wird schon seit längerem praktiziert, unter anderem in Skandinavien, aber auch in Deutschland an den Peter-Petersen-Schulen.

Vorteile

In den alters- und leistungsgemischten Gruppen lernen die Kinder lernen nicht nur durch den Lehrer, sondern auch voneinander. Zudem haben es die Lehrer nie mit lauter Neulingen zu tun, was die Eingewöhnungsphase verkürzen kann: Ein Teil der Kinder kennt bereits die Regeln und kann sie an die neu Eingeschulten vermitteln beziehungsweise vorleben.

Durch die Verantwortung, die die älteren für die jüngeren und die leistungsstärkeren für die langsameren Schüler übernehmen, wird das soziale Miteinander gestärkt. Insgesamt ist der Leistungsdruck geringer und mehr individuelle Förderung möglich. Gute Schüler müssen ihr Lerntempo nicht drosseln, langsamere Schüler fühlen sich nicht als Bremser.

Nachteile

Jahrgangsübergreifender Unterricht funktioniert nicht einfach, indem man die ersten beiden Klassen zusammenwirft.

Er erfordert Lehrer, die auf diese Art des Unterrichts vorbereitet sind und die noch mehr erzieherische Verantwortung übernehmen wollen. Und er erfordert eine andere Ausstattung mit Lehrpersonal: Neben dem Klassenlehrer braucht es Co-Lehrer und Sozialpädagogen, die die Kinder begleiten und betreuen, damit jahrgangsübergreifender Unterricht die erhofften Effekte bringen kann. .

Jahrgangsübergreifender Unterricht in Bayern

In Bayern wurde von 1998 bis 2002 der Schulversuch „Jahrgangsgemischte Eingangsklassen“ durchgeführt, aus dem das durchführende Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München ein positives Fazit zog (siehe auch Weblinks unten):

„Jahrgangsübergreifender Unterricht erscheint (…) als pädagogisch wertvoll und könnte die Schuleingangsproblematik entspannen helfen, denn er knüpft an die Entwicklungsvoraussetzungen der Kinder an und fördert sie entsprechend ihren Fähigkeiten. (…) Außerdem können Formen des sozialen Lernens aufgrund der natürlichen Lernsituation von den älteren an die jüngeren Kinder weitergegeben werden. Viele soziale Lernprozesse werden somit durch die Klassenstruktur initiiert, was diesbezüglich gleichzeitig eine Entlastung der Lehrkraft bedeutet.“

Im bayerischen Schulgesetz ist eine flexible Eingangsphase derzeit nicht vorgesehen. Eine Jahrgangsmischung ist mit Ausnahmeregelung möglich.

Siehe auch

Weblinks