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Internetsucht

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Vor allem Jungen zwischen 14 und 17 Jahren sind gefährdet, eine Internetsucht zu entwickeln.
Vor allem Jungen zwischen 14 und 17 Jahren sind gefährdet, eine Internetsucht zu entwickeln.
Online-Spiele und Chats machen den Computer längst nicht mehr zu einem einsamen Ort. Und anspruchsvolle Software sorgt über Monate für Herausforderungen. Manchen Menschen gelingt es nur schwer, sich davon zu lösen. Sie sitzen tage- und nächtelang vor dem Bildschirm. Wann von einer Internetsucht oder einem suchtähnlichen Verhalten gesprochen werden kann, ist nicht genau definiert.


Inhaltsverzeichnis

Wenn Kinder zu lange vor dem PC sitzen

Hellhörig sollten Eltern werden, wenn sich ihr Kind für nichts anderes als den Computer mehr interessiert, sich kaum noch bewegt und von den Eltern zurückzieht. Das kann, muss aber nicht auf eine Sucht hinweisen. Manchmal handelt es sich auch um ein pädagogisches Problem, etwa die Abnabelung von den Eltern. Der PC wird dann als Druckmittel eingesetzt, was mit Fachleuten in einer Familienberatungsstelle geklärt werden kann.

Hilflos zusehen müssen Eltern der Expertin zufolge aber nicht, wenn Sohn oder Tochter nur noch hinter dem Bildschirm verschwinden. Schließlich haben sie die Verantwortung für die Erziehung der Kinder. Und das bedeutet, dass die Eltern entscheiden, wie viel Zeit ihr Kind vor dem Computer sitzt. Im Notfall können sie auch den Stecker ziehen. Die Regeln für den Computergebrauch werden am besten offen mit dem Kind besprochen - und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung gleich mitgenannt, raten Experten.

Wenn der Partner zu lange vor dem PC sitzt

Weitaus schwieriger wird es, wenn nicht das eigene Kind, sondern der Partner vor dem Rechner versumpft. Ihm den PC einfach auszuschalten, verbietet sich. In einem solchen Fall müssen die Leidtragenden zunächst für sich selbst klären, auf welcher Basis sie die Partnerschaft führen wollen: Was erwarten sie vom anderen? Und was sind sie bereit, zu geben? Dazu gehöre, dem anderen klarzumachen, dass der aktuelle Zustand für einen selbst nicht tragbar ist. „Ich will mit dir zusammen sein, aber wie wir jetzt leben, das macht mich krank“, ist eine mögliche Formulierung.

Im nächsten Schritt kann der Partner dem anderen Hilfe anbieten - etwa, indem Computerzeiten festgelegt und der Nutzer daran erinnert wird. Das sollte aber nicht heißen, dass der eine die Kontrolle übernimmt.

Ein weiteres Angebot ist, mit dem spielenden Partner nach einem Beratungsangebot zu suchen. Die Entscheidung dafür muss er aber selbst treffen. Klarmachen sollten Leidtragende ihrem Partner auch, dass sie nicht bereit sind, seine Existenz durch Einkäufe und Ähnliches zu unterstützten. Schließlich ist es wichtig, das eigene Leben weiterzuleben und etwa, auch wenn der Partner nicht mitkommen will, trotzdem die Einladung von Freunden anzunehmen. Und, wenn nichts hilft, seine Grenzen selbst erkennen und daraus Konsequenzen ziehen.

Studienergebnisse zur Internetsucht

Einer Befragung der Humboldt-Universität in Berlin unter 5202 Schülern zufolge sind vor allem Jungen zwischen 14 und 17 Jahren gefährdet, eine Internetsucht zu entwickeln. Vier Prozent sind demnach exzessive Nutzer beispielsweise von Online-Rollenspielen.

Forscher der Universität Münster befragten im Winter 2008 rund 4700 Onlinerollenspieler im Alter von durchschnittlich 24 Jahren. Insbesondere die Mitgliedschaft in einer Spielergilde, die ein hohes Engagement der Mitglieder erwartet, scheine mit einem erhöhten Auftreten affektiver Störungen einherzugehen. Zudem berichteten viele Teilnehmer von Beeinträchtigungen wie Bewegungsmangel und Aufschiebeverhalten, die sie auf das Spielen zurückführen

Siehe auch

Weblinks

Quelle

dpa