Häusliche Gewalt
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Warnsignale erkennen
Frauen seien gut beraten, bei solchen Sätzen aufzuhorchen und das Verhalten ihres Partners zu beobachten, sagt Marianne Wüstefeld, Geschäftsführerin des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen NRW in Gladbeck: Spioniert er nach oder ist er besonders eifersüchtig? Auch das könne auf drohende häusliche Gewalt hinweisen, erläuterte Wüstefeld mit Blick auf den Weltfrauentag (8. März).
Wie viele Frauen von ihren Partnern geschlagen, gedemütigt und anderweitig misshandelt werden, ist statistisch kaum zu erfassen. Zu hoch ist die Dunkelziffer. Laut einer im Herbst veröffentlichten Untersuchung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin wurde rund jede vierte erwachsene Frau in Deutschland mindestens einmal in einer Beziehung körperlich oder sexuell missbraucht.
Damit es gar nicht erst zu Schlägen kommt, gilt es auf Warnsignale zu achten. 15 solcher Signale haben die Frauenberatungsstellen als Comics auf Karten festgehalten. „Wenn er dich daran hindert, mit anderen Menschen Kontakt zu haben, bedeutet das Gefahr“, ist da zum Beispiel zu lesen.
Isolation und Selbstzweifel
„Wir erleben häufig, dass Frauen von ihren Partnern isoliert werden“, sagt Wüstefeld. Sie würden eingesperrt oder der Freundeskreis systematisch zerstört. Das kann offen passieren, indem die Freunde schlecht gemacht werden, oder subtil durch Sätze wie „Warum willst du zu deiner Freundin? Du hast doch mich!“ Frauen haben dann nicht mehr die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen.
Typisch sei auch, dass der Partner versuche, der Frau die Träume zu nehmen. „Die Beziehung wird dann vor alles gestellt“, sagt Wüstefeld. Irgendwann seien die Frauen darin gefangen, außerdem leide ihr Selbstwertgefühl und sie trauten sich selbst nichts mehr zu. Tut er dann nach Beschimpfungen oder einem Gewaltexzess so, als sei nichts geschehen, stelle das die Wahrnehmung der Frau infrage. Das alles - die Isolation, das zerstörte Selbstbewusstsein und die Zweifel an der eigenen Wahrnehmung - machten es Frauen so schwer, sich aus Gewaltbeziehungen zu lösen.
Rechtzeitig handeln
Deshalb sei es so wichtig, die Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen und sofort zu handeln. Fängt der Partner an, Kontakte zu Freunden oder Nachbarn zu unterbinden, sollte die Betroffene deutlich sagen: „Ich werde meine Freunde nicht aufgeben. Sie sind mir wichtig“. Hört er nicht auf, sollte dieses Verhalten Thema sein: „Warum kannst du das nicht akzeptieren? Das macht mir Angst.“
Frauen in einer gewalttätigen Beziehung rät Wüstefeld, frühzeitig eine Sicherheitsplanung zu machen. Dazu gehöre zum Beispiel, eventuell mit den Nachbarn zu vereinbaren, dass sie, wenn sie einen heftigen Streit mitbekommen, die Polizei rufen. Wichtige Papiere sollten an einem sicheren Ort deponiert werden. Sinnvoll sei außerdem, die Nummer von einem Frauenhaus greifbar zu haben.
Buchtipp
- Rosalind Penfold: Und das soll Liebe sein? Geschichte einer bedrohlichen Beziehung. Eichborn, ISBN-13: 978-3-821-85648-3, 16,90 Euro.
Siehe auch
- Studie zu Amokläufen an Schulen
- Alleinerziehend
- Scheidung: Wie geht´s weiter?
- Wildwasser-Entenrennen


