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Glücksstudie

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Kindern fällt das Glücklichsein leichter als Erwachsenen.
Kindern fällt das Glücklichsein leichter als Erwachsenen.
„Deutschlands Kinder sind glücklich“, ist das Fazit der Glücksstudie, die das ZDF 2007 in Auftrag gegeben hat. Nach den Ergebnissen der Studie schätzen sich 40 Prozent der sechs- bis 13-jährigen Kinder als „total glücklich“ ein, 44 Prozent als "glücklich" und 14 Prozent weder noch, was als tendenziell "traurig" zu werten sei - wobei das Glücklichsein mit dem Alter abnimmt.


Inhaltsverzeichnis

Glück - auch eine Sache des Familienklimas

So liegt der Anteil der "total Glücklichen" unter den Sechsjährigen bei 57 Prozent, während sie bei den 13-Jährigen auf 25 Prozent sinkt. Dagegen gibt es keine Unterschiede im Glücksempfinden zwischen Mädchen und Jungen oder zwischen Geschwister- oder Einzelkindern, auch wenn sich ein Drittel der Einzelkinder eine Schwester oder einen Bruder wünscht. Zwischen Kindern in West- und Ostdeutschland gibt es hinsichtlich des Glücksempfindens ebenfalls keinerlei Unterschiede.

Demgegenüber spielt das zur Verfügung stehende Haushaltsnettoeinkommen der Familien eine wesentliche Rolle: Bei den Einkommensgruppen unter 1.500 Euro schätzen sich die Kinder nicht so glücklich ein wie in den Vergleichsgruppen. Die Höhe des Taschengeldes hingegen ist unerheblich für das Ausmaß des Glücks.

Ein positives Selbstwertgefühl

Das Kindheitsglück ist abhängig vom Wohlbefinden und dem Aktivitätsspektrum in der Familie. Ein durch Liebe, Anerkennung und Unterstützung geprägtes familiäres Klima sowie gemeinsame Unternehmungen von Eltern und Kindern stärken das Glücksempfinden. Weitere Faktoren, die das Glücksgefühl der Kinder verbessern, sind das subjektive Empfinden, genug Freizeit zu haben, sowie Freundschaften. Begünstigt wird das Kindheitsglück außerdem durch eine extravertierte Persönlichkeit und ein positives Selbstwertgefühl des Kindes. Eine Umgebung, die weder beengt noch gefährlich oder laut sondern möglichst störungsfrei ist, trägt zum Glück bei.

Darüber hinaus sind Kinder, die aktiv am Schulunterricht teilnehmen, die leicht lernen, einen spannenden Unterricht erleben und nie lange an den Hausaufgaben sitzen, glücklicher. Die Schule trägt folglich das Potenzial in sich, das Wohlbefinden zu erhöhen. Dies würde sich auch – wie von Gehirnforschern nachgewiesen – auf die Effektivität des Lernens auswirken, resümiert die Studie.

Auch die Familien- und Berufssituation hat Auswirkungen: Kinder, die bei beiden Eltern leben, sind zu 43 Prozent "total glücklich", jene in Patchworkfamilien zu 34 Prozent und diejenigen, die bei einem alleinerziehenden Elternteil leben, zu 19 Prozent. Kinder teilzeitbeschäftigter Mütter bezeichnen sich zu 46 Prozent als "total glücklich". Kinder von Müttern, die Hausfrauen sind, geben zu 38 Prozent an, dass sie "total glücklich" seien, und bei Vollzeit berufstätigen Müttern 33 Prozent.

Verblüffende Resultate bei den Eltern

Die Studie widerlegt das Stereotyp, heutige Kinder seien passiver geworden, bewegungsärmer, infolgedessen auch dicker, weniger gesund – und weniger glücklich. Außerdem führte die Befragung der Eltern zu verblüffenden Resultaten. 56 Prozent der Eltern bilanzierten das Glück ihres Kindes absolut identisch. 41 Prozent lagen mit ihrer Einschätzung knapp neben der ihres Kindes, nämlich um eine Punkt auf der fünfpunktigen Skala. Und gerade einmal drei Prozent verschätzten sich um zwei Punkte.

Eltern tendieren bei jüngeren Kindern dazu, diese für geringfügig weniger glücklich einzuschätzen als diese sich selbst einschätzen. Bei älteren Kindern ist es genau umgekehrt.

Kinder in der Bundesrepublik sind wesentlich glücklicher, als die pessimistische Katastrophensemantik zur Kindheit weismachen will, resümiert Anton A. Bucher, Autor der ZDF-Glücksstudie und Proferssor für Religionspädagogik an der Universität Salzburg.

Siehe auch

Weblinks

Informationen zur Glücksstudie des ZDF