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Fidibus

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Das Projekt "Fidibus" hilft Eltern von Frühgeborenen und Risikokindern.
Das Projekt "Fidibus" hilft Eltern von Frühgeborenen und Risikokindern.
Das Projekt "Fidibus" hilft Familien von Risiko-Neugeborenen beim Start zu Hause. Weil gerade bei Frühgeborenen und Risiko-Kindern mit der Entlassung aus der Klinik die Sorgen meist nicht schwinden.


Inhaltsverzeichnis

Gegen Stress und Überforderung

Oft sind es ganz banale, lebenspraktische Fragen, die die jungen Eltern quälen: Was tun, wenn das Baby einen nachts nicht schlafen lässt? Wie bleibt man geduldig, wenn das Kind fast eine Stunde fürs Trinken braucht? Ist es im Schlafzimmer warm genug? Und klingt dieses Quäken nicht schrecklich beunruhigend? Was für viele "neugeborene" Eltern erst einmal Stress bedeutet, ist für Mütter und Väter von Frühgeborenen und Risikokindern oft schlicht überfordernd.

Viele Eltern, weiß Professorin Christina Kohlhauser-Vollmuth von der Würzburger Kinderklinik am Mönchberg, fallen nach der stationären Entlassung in ein Loch. Wenn das Baby von der Früh- und Neugeborenenstation nach Hause darf, wächst plötzlich die Angst, mit dem Alltag nicht mehr fertig zu werden, das Kind nicht richtig zu versorgen. Doch was tun, wenn ein vertrauter Ansprechpartner fehlt, der die jungen Familien in der ersten Zeit unterstützt und berät?

Gemeinsam mit der Frühförderstelle

Um den Eltern solch einen Alltagsberater zur Seite stellen zu können, hat die Mönchberg-Kinderklinik mit der Frühförderstelle Würzburg vor einem Jahr das Projekt "Fidibus" gestartet. Im Namen steckt, worum es geht: Familien individuell daheim informieren, beraten und stützen. Fidibus soll Eltern, die sich noch unsicher fühlen oder Begleitung brauchen, frühzeitig stärken und ihnen Selbstvertrauen geben.

Idee aus München

Die Idee zu dem Projekt stammt aus München: Dort erprobten die Kinderklinik Harlaching und die Frühförderstelle der Lebenshilfe vor fünf Jahren eine Vernetzung von Betreuungsangeboten für besonders belastete Familien mit Säuglingen. Möglichst früh sollte das Angebot ansetzen, möglichst unbürokratisch und flexibel sollte es sein. Und freiwillig und kostenlos. Das Pilotprojekt kam gut an - und sollte nicht auf München beschränkt bleiben.

Mönchbergklinik als Vorreiter in Unterfranken

Vier Standorte gibt es bayernweit inzwischen, in Unterfranken ist die Mönchberg-Klinik Vorreiter. Das bayerische Sozialministerium fördert den Aufbau des Angebots zwei Jahre lang. Dann ist man auf Spenden angewiesen. Eigentlich müssten die Krankenkassen solche Projekte finanzieren, meint die Chefärztin. Weil familiäre Schwierigkeiten oder Auffälligkeiten früh erkannt werden können, weil die Belastungen dann nicht zum Trauma werden, das Projekt also eigentlilch frühe Prävention leistet.

Zum Fidibus-Team gehören neben Kinderärztin Elke Schellenberger vier erfahrene Krankenschwestern der Station Panther, die selber Mütter sind, und Psychologe Thomas Mix vom Mobilen Dienst der Frühförderstelle. Obwohl betroffene Eltern oft rund um die Uhr fragen haben, macht Projektkoordinatorin Anette Cramer von der Frühförderstelle klar, dass Fidibus keine Rundum-Betreuung sein soll. Eher gehe es darum, den Eltern eine Sicherheit zu geben, sagt Krankenschwester Birgit Engelhardt.

Der Ablauf

So melden sich die Fidibus-Schwestern in der Woche nach der Entlassung bei den Eltern und fragen nach, wie es geht. Geben Tipps am Telefon oder schauen auf Wunsch zu Hause vorbei, haben ein offenes Ohr für die Mütter. Und wo die Probleme größer und ernster sind, vermitteln sie Kontakte und begleiten die Eltern zur nächsten Anlaufstelle. Auch für die Schwestern und Pfleger sei Fidibus eine gute Sache, sagt Birgit Engelhardt. Sie bekommen so Rückmeldung über ihre Arbeit. Und wo sie Babys und Eltern früher zwar gut vorbereitet, aber doch mit einem etwas "flauen Gefühl im Bauch" nach Hause entlassen haben, können sie jetzt noch ein Stück weit länger Ansprechpartner sein.

Kontaktadressen

Fidibus-Projekt Ansprechpartnerin für Fidibus in Würzburg ist Anette Cramer, Tel. (0931) 98 08 111, E-Mail: harlekin@fruehfoerderung-wuerzburg.de

Spendenkonto: Stichwort "Fidibus"-Nachsorge an das Konto 30 09 130, BLZ 750 903 00, Liga Bank Würzburg.

Siehe auch

Quelle

Mainpost