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Festung Marienberg

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Die Festung Marienberg über Würzburg.
Die Festung Marienberg über Würzburg.
Das schützende Bollwerk am Südhang der Festung Marienberg hoch über den Dächern von Würzburg mit seinem Kranz von Schießscharten und den in drei Ebenen angeordneten Geschützpforten wurde nach einem Entwurf des Mainzer Hofarchitekten Maximilian von Welsch unter der Oberaufsicht von Balthasar Neumann aufgebaut.


Inhaltsverzeichnis

Eine bewegte Geschichte

Damals hatte der Burgberg schon Jahrhunderte lang die Geschichte der Stadt am Main dominiert. In vorchristlicher Zeit waren es Kelten, später Markomannen, nach Christus die Alemannen, bis im 6. Jahrhundert die Frankenherzöge auftauchten. Einer von ihnen, Hedan, ließ im 8. Jahrhundert an der Stelle der alten, heidnischen Opfer ein Gotteshaus mit 3,65 Meter dicken Mauern bauen und widmete es „unserer Lieben Frauen Berg“. In meiner Kindheit, wenige Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs, war das Kirchlein noch verschlossen.

Da, wo heute Japaner, Amerikaner und andere Touristen ihre Fotoapparate zücken (knapp 28 000 Führungen im letzten Jahr), pickten sich ein paar Hühner und Gänse durch den öden Burghof, der umgeben war von dachlosen Gebäuden mit hohlen, toten Augen gleichenden Fenstern – die Bomben des 16. März 1945 hatten auch auf dem Marienberg gnadenlos gewütet.

Ein geheimnisvoller Brunnen

Heute ist alles restauriert, steht schmuck da und erzählt von längst vergangenen Jahrhunderten. Kaum jemand der Besucher aus allen Himmelsrichtungen kann sich satt sehen an der Geschlossenheit der Rundkirche und des inneren Burghofs. Kann sich dem Charme des Brunnens entziehen, dem Julius Echter um 1600 ein Tempelchen aufsetzte. Angeblich sollen die Brunneneimer aus über 100 Metern Tiefe nicht nur das lebensnotwendige Zisternen-Wasser geliefert haben. Von einem Geheimgang durch den Brunnenschacht bis hinunter zum Main wurde gemunkelt.

Das Mainfränkische Museum

Von welcher Seite auch immer der Weg aus dem Talkessel hinauf auf den Marienberg führt, immer sind dicke Bastionen zu überwinden, düstere Burgtore zu durchschreiten. Oben, im Mainfränkischen Museum, das im Kommandantenbau und der Echterbastei untergebracht ist und im letzten Jahr 96 500 Besucher hatte, sehen und hängen die weltberühmten Werke Tilman Riemenschneiders, dem Bürgermeister der Bauernkriegs, der wie kein anderer zarte Marienfiguren und ergreifende Altarbilder geschnitzt oder aus Stein gehauen hat.

Der freistehende, 40 Meter hohe Bergfried aus dem frühen 13. Jahrhundert ist heute kein Angst einflößendes Ungeheuer mehr. Ihm gegenüber, im Ostflügel, wo der Fürstbischof einst sein Haupt bettete, ist heute das Fürstenbaumuseum mit Exponaten zur der Stadtgeschichte untergebracht (im letzten Jahr 40 000 Besucher). Der Blick von den Wehranlagen auf die Stadt ist umwerfend. Überstrahlt wird Würzburg von einer Wetterfahne. Es ist eine goldene Madonna im Strahlenkranz, die sich auf dem nordöstlichen Marienturm dreht. Gemäß ihrer Rolle als die Patronin Frankens hat das Marienbild zwei Gesichter: ein mütterliches und ein jungfräuliches. Auch Eichhörnchenfamilien tummeln sich – wenn Touristen und Spaziergänger wieder hinunter gestiegen sind in die Stadt – unter ihrem güldenen Blick.

Spazierweg

Wer die Festung zu Fuß erkunden will, kann beim Schlendern über die Alte Mainbrücke von oben einen Blick auf die Mainschleuse werfen und sich am Ende der Brücke, gegenüber der Galerie Spitäle, nach rechts wenden. Hinter der Burkarder Kirche führt ein Spazierweg hoch durch die Weinberge Richtung Maschikuliturm. Wer den direkten Fußweg über die Tellsteige wählt, muss links den Wegweisern folgen und 30 Minuten Gehweg einplanen.

Anfahrt

Die Straße zur Festung ist ausgeschildert, der Pkw-Parkplatz gebührenpflichtig. Der Bus der Linie 9 startet von April bis November am Residenzplatz, Zusteigemöglichkeiten sind am Mainfranken Theater, in der Juliuspromenade, am Kulturspeicher, in der Wörthstraße, im Oberen Burgweg. Ganzjährig fährt die Linie 18 ab Busbahnhof bis zum Oberen Burgweg. Auf der Festung gibt es eine Gaststätte und einen Biergarten.

Öffnungszeiten

Das Mainfränkische Museum ist von April bis Oktober täglich außer Montag von 10 bis 17 Uhr geöffnet, vom November bis März von 10 bis 16 Uhr.

Kontakt

Infos unter Tel. (09 31) 2 05 94 - 0.

Siehe auch

Region Würzburg:


Region Main-Spessart:


Region Main-Tauber:


Region Bad Kissingen:


Region Hassberge:


Region Schweinfurt:


Region Kitzingen:


Region Aschaffenburg:

Weblinks