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Erste Hilfe bei Kindern

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Die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern wurden vereinfacht.
Die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kindern wurden vereinfacht.
Auch ein freudig als vermeintliches Bonbon heruntergeschluckter Geschirrspültab kann lebensgefährlich werden. Im Schock fällt es vielen Eltern dann schwer, sich an vor langer Zeit gelernte die Erste Hilfe-Maßnahmen bei Kindern zu erinnern. Notfallmediziner haben deshalb neue Regeln entworfen, die das schnelle Handeln erleichtern sollen.


Inhaltsverzeichnis

Warum wurden die Erste-Hilfe-Maßnahmen überarbeitet?

Die Erste-Hilfe-Regeln wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellt und seither nie grundsätzlich verändert. Sie sind oft kompliziert und zu umfangreich für den Laien. Statt im Notfall einem Kind (oder auch einem Erwachsenen) sofort zu helfen, grübeln viele Menschen erst einmal, was sie genau machen müssen. Dadurch kann wertvolle Zeit verloren gehen.

Was wurde geändert?

Die Hilfsmaßnahmen sollen leicht zu lernen und zu merken sein. Der Lernstoff wurde deshalb zusammengeschrumpft. Bei Kreislaufstillstand zum Beispiel gilt nun für Kinder das gleiche Verhältnis von Herzdruckmassage zu Beatmung wie bei Erwachsenen: 30:2. Anders ist lediglich, dass bei Kindern mit fünf Beatmungen begonnen werden soll.

Bei Vergiftungen soll das Kind nun nicht mehr je nach Substanz mal erbrechen und mal Wasser trinken, sondern nur betreut werden. Zudem gilt es, die Giftreste zu sichern - zum Beispiel Omas Tabletten. Erbrechen schadet bei Laugen und Säuren, bei Spülmittel ist Trinken gefährlich, da sich Schaum bildet, an dem das Kind ersticken kann.

Die Griffe für die stabile Seitenlage wurden vereinfacht. Liegenden Kindern soll das Kinn nicht mehr hochgedrückt werden. Sie können sonst an Erbrochenem ersticken, das nicht herauslaufen kann. Weil er oft mehr schadete als nützte, gilt auch der Beißkeil bei Krampfanfällen als hinfällig.

Welche Neuerung ist besonders wichtig?

Die Pulskontrolle ist komplett weggefallen. Nun gilt: Mit den lebenserhaltenden Maßnahmen wird begonnen, wenn das Kind gar nicht oder nicht normal atmet - zum Beispiel bei schnappendem Luftholen.

Ist die Herzdruckmassage schädlich?

Mögliche Folge ist eine Herzrhythmusstörung. Die aber ist - ebenso wie gebrochene Rippen - bei weitem das kleinere Übel. Studien haben gezeigt, dass Verunglückte eher überleben, wenn jemand Erste Hilfe leistete, selbst wenn er nur „irgendwie draufrumdrückt“.

Wo kann man die neuen Regeln lernen?

Bei den großen Hilfsorganisationen sind die Neuregelungen mittlerweile weitgehend umgesetzt. Bei den kleinen und privaten Anbietern sind die Schulungen hingegen oft uneinheitlich. So mancher Erste-Hilfe-Kurs ist seit 1960 unverändert. Durchgeführt werden sollte ein solcher Kurs von jemandem mit medizinischer Grundausbildung und Erfahrung in diesem Bereich, einer Krankenschwester oder einem Arzt.

Siehe auch

Weblinks

Quelle

dpa