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Eltern werden

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Statt Elternglück droht in jungen Familien oft Eltern-Streit.
Statt Elternglück droht in jungen Familien oft Eltern-Streit.
Eltern werden - aus Mann und Frau werden Papa und Mama: Wie groß die Veränderung ist, ahnen besonders junge Paare oft nicht, sagt Carin Cutner-Oscheja, Diplom-Psychologin aus Hamburg: "Viele haben keinerlei Vorstellung darüber, was auf sie zukommt."

Durchwachte Nächte, Koliken, Brei und Fläschchen: Ein Baby stellt nicht nur das gewohnte Leben komplett auf den Kopf, auch in der Beziehung kann es nun gewaltig kriseln. Zeit für Gespräche und viel Rücksicht helfen, die Zeit zu meistern.


Inhaltsverzeichnis

Unerfüllte Erwartungen

Grund für Streit und Liebesstress sind unerfüllte Erwartungen. Besonders Männer fühlen sich plötzlich ausgegrenzt. Neben der engen Mutter-Kind-Beziehung empfinden sie sich als das fünfte Rad am Wagen. Manche haben das Gefühl, ihre Partnerin an das Kind verloren zu haben und sind massiv verletzt, sagt Henning Matthaei, Paarcoach aus Hamburg. Männer vermissen den liebevollen Kontakt zur Partnerin und die Sexualität, die oft zum Erliegen kommt, sagt auch der Psychotherapeut Wolfgang Krüger aus Berlin.

In der Folge ziehen sich viele Männer zurück, sind enttäuscht oder beleidigt. Und stoßen mit diesem Verhalten der Partnerin vor den Kopf, erklärt Cutner-Oscheja. Frauen wünschen sich jetzt mehr denn je einen Begleiter, der für sie da ist und sich kümmert.


Neue Rollen belegen

Ist das Kind da, müssen Frau und Mann neue Rollen belegen. Immer noch sind es überwiegend Frauen, die sich um das Baby kümmern. Kein leichter Job, weiß Krüger: "Mütter sind bereits nach wenigen Monaten durch den 24-Stunden-Job ausgelaugt"» Wenig Schlaf, viel Kindergeschrei: "Da kann eine massive Stressatmosphäre entstehen."

Paare brauchen dann starke Kommunikationsstrukturen. Neben den vielen Fragen, die das Kind betreffen, sollte Platz für persönliche Gespräche bleiben, rät Matthaei. "Wie geht es dir?" - eine fast alltägliche Frage, die in Stresszeiten aber oft zu wenig Raum bekommt. Es ist wichtig, dass beide Partner sich von ihren Belastungen und Wünschen erzählen, sagt der Paarcoach. Nur so können sie schließlich auch erfüllt werden.

Schon in der Schwangerschaft sollta man für ein Netzwerk sorgen, das das Paar regelmäßig entlasten kann, rät Cutner-Oscheja. Ob Freunde, Nachbarn oder Großeltern: Mindestens einmal pro Woche sollten Paare die Möglichkeit haben, das Baby für ein paar Stunden abzugeben. Das schafft Freiräume. "Jeder darf auch mal was alleine unternehmen können, um neue Kraft zu tanken", so die Psychologin.

Ein Streitpunkt junger Eltern ist oft die Arbeitsteilung zu Hause. Eine Studie Bamberger Familienforscher zeigte auf, dass mit der Geburt des ersten Kindes die Beteiligung der Männer im Haushalt drastisch sinkt. Viele Paare rutschen jetzt in Rollenmuster, die sie aus ihrer eigenen Kindheit kennen. Doch wenn er sich nach der Arbeit aufs Sofa legt, während sie mit dem Kind im Chaos versinkt, ist Zoff garantiert: Hier muss ausgehandelt werden, wer für was zuständig ist.

Siehe auch

Quelle

dpa