login


Dr.-Sommer-Studie 2009 - Liebe! Körper! Sexualität!

Aus wiki.familieninsel.de

Wechseln zu: Navigation, Suche
Sex haben Jugendliche heute nicht früher als sonst, aber immer öfter ohne Verhütung, sagt die Dr.-Sommer-Studie.
Sex haben Jugendliche heute nicht früher als sonst, aber immer öfter ohne Verhütung, sagt die Dr.-Sommer-Studie.
Marthe Kiep ist Leiterin des Beratungsteams "Dr. Sommer" der Jugendzeitschrift "Bravo" und stellte im Mai 2009 in München die Ergebnisse der "Dr.-Sommer-Studie 2009 - Liebe! Körper! Sexualität!" vor.

Jugendliche in Deutschland gehen immer nachlässiger mit dem Thema Verhütung um, sagt sie, und sind in diesem Bereich oft schlecht informiert. "Gerade in Sachen Verhütung gibt es noch viele Irrtümer und Wissenslücken."


Inhaltsverzeichnis

Fast jeder Dritte hat Sex ohne Verhütung

2006 hat "Bravo" erstmals die repräsentative Befragung von Jugendlichen durchführen lassen. Damals gaben 14 Prozent der Befragten an, schon einmal Sex ohne Verhütung gehabt zu haben. 2009 ist diese Zahl um das Doppelte auf 28 Prozent gestiegen.


Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper

Nicht bestätigt habe sich bei der Studie das Klischee, dass Jugendliche immer frühreifer werden und immer früher Sex haben: "Die Mehrheit erlebt ihr erstes Mal nach wie vor mit 16, 17 Jahren", sagt Kniep. Erschrocken sind die Experten für sensible Jugendfragen vor allem darüber, dass immer mehr Mädchen unzufrieden mit ihrem Aussehen sind: "Die Körperzufriedenheit hat abgenommen in den vergangenen drei Jahren, das bereitet uns Bauchschmerzen."

27 Prozent der befragten Mädchen möchten gerne schlanker sein, 2006 äußerten nur 18 Prozent diesen Wunsch. Dabei ergab eine Auswertung von Größe und Gewicht der Befragten, dass 78 Prozent normalgewichtig sind. Ein Drittel der Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren gab zudem an, beim Essen ein negatives Gefühl und ein schlechtes Gewissen zu haben.

Eltern sollen Selbstbewusstsein stärken

Kniep will jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen den Ergebnissen und den TV-Casting-Shows herstellen, wo den Jugendlichen makellose Ideale vorgeführt werden. Allerdings sei schon zu kritisieren, dass ein Schönheitsideal mit einer extrem schlanken und großen Figur propagiert werde. Kniep rät, das Selbstbewusstsein der pubertierenden Mädchen zu stärken: "Man sollte öfter mal Komplimente machen und keine leichtfertigen Kommentare zur Figur abgeben." Gerade in der Pubertät sei die Gefahr groß, an Essstörungen zu erkranken.


Alarm in Sachen Alkoholkonsum

Alarmierend sind die Zahlen zum Alkoholkonsum: 7 Prozent der 11- und 12-Jährigen und jeder Zweite 14-Jährige war schon einmal betrunken. Einen totalen «Filmriss» hatten 36 Prozent der Teenager zwischen 14 und 17 Jahren schon einmal. Alkohol getrunken werde meist auf Partys und mit Freunden - ein Drittel gab aber an, auch zu Hause im Kreis der Familie zu trinken.

Für die Studie wurden nach Angaben des Meinungsforschers Ingo Barlovic deutschlandweit rund 1220 Jungen und Mädchen zwischen 11 und 17 Jahren befragt.


Siehe auch

Weblinks

Die Studie als pdf zum Download

Quelle

dpa