Deutschordensschloss Bad Mergentheim
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So oder so ähnlich muss der Weg in den Himmel aussehen. Hinein ins strahlende Auge Gottes. Berwarttreppe heißt die filigrane Himmelsleiter. Sie ist eine von vielen kunstvollen Kostbarkeiten, mit denen das Deutschordensschloss in Bad Mergentheim begeistern kann.
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Kunstvolle Konstruktion
Hofbaumeister Blasius Berwart hat die kunstvolle Konstruktion 1574 errichten lassen. Es ist eine Wendeltreppe mit flachen Stufen. Leicht schraubt sich die offene Spindel, Schneck genannt, auf gedrehten Säulchen, mit in Stein ziselierten Ranken, Engels- und Tiergestalten verziert, bis hinauf zum Gottesauge. Dort oben ist nicht der Himmel, aber die Tür zum Dachboden über dem einstigen Palas.
Viel Platz gibt es unter den alten Balken und Staub und Spinnweben. Auf der einen Seite blinken die Dächer der Stadt durch die altersblinden Fenster, auf der anderen sieht man hinunter in den Burghof und zur Residenzkirche der Hoch- und Deutschmeister. 202 Stufen sind es bis zur Türmerwohnung, vorbei an Uhrwerk und Wappen der Ordensritter. Bescheiden lebten Türmer und Familie in den engen Stuben mit Kindern und Schafen bei offenem Feuer und ohne Wasser und Klo – der Nachttopf wurde durch die kleinen Fenster entleert. Von hier blies der Türmer sein „Ännchen von Tharau“ und manches Abendlied in alle Himmelsrichtungen, hier hatte er die 21 Türme der Stadt im Blick, achtete auf Feuerteufel und andere Gefahren.
Geschichten und Geschichte
Historie und Histörchen über die verschiedenen Türmer und ihre Zeit erzählen die Türmerin oder der in Mergentheim geborene Magister Lorenz Fries, ein fränkischer Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts, im Gewand ihrer Zeit. Manchmal streift auch ein stattlicher Herr im Kostüm des Stadthauptmanns der Deutschordenskompanie um 1760 im weißen Gehrock mit blauer Applizierung und goldenen Zapfen und Schultersträngen mit den Gästen durchs Schloss und steigt dann mit ihnen hinauf auf den Turm.
Erstmals erwähnt wird die mittelalterliche Mergentheimer Burg mit ihren ringförmig angeordneten Gebäuden im 11. Jahrhundert. Nachdem drei Hohenloher Herren nach einem Kreuzzug und einem Gelübde ihre Behausung dem Deutschen Orden geschenkt haben, wird das Wasserschloss um- und ausgebaut und bekommt beinahe 300 Jahre lang überregionale Bedeutung. Bis Napoleon mit der großen Flurbereinigung Europas beginnt, ist es Residenz des Deutschen Ordens und spiegelt den Fortgang der Jahrhunderte in unterschiedlichen Baustilen wider.
Im Schloss gibt es viel zu entdecken. Da sind die fürstlichen Räumen, im Deutschordensmuseum die zauberhafte Puppenstuben-Sammlung und das Mörikekabinett mit teils kuriosen Sammlerobjekten – der Dichter lebte zeitweise in Mergentheim – und die einzige lückenlose Darstellung der Geschichte des Deutschen Ordens weltweit. Sonderausstellungen im Museum, Konzerte und Vortragsreihen bringen das Leben des 21. Jahrhunderts hinter die trutzigen Mauern.
Siehe auch
Region Würzburg:
- Festung Marienberg
- Würzburger Residenz
- Reichelsburg
- Schloss Grumbach
- Schloss Reichenberg
- Schloss Veitshöchheim
- Schlössle Ochsenfurt
- Wasserschloss Erlach
Region Main-Spessart:
Region Main-Tauber:
Region Bad Kissingen:
Region Hassberge:
Region Schweinfurt:
Region Kitzingen:
- Schloss Castell und Schloss Rüdenhausen
- Schloss Hallburg
- Schloss Schwanberg
- Schloss Wässerndorf
- Schloss Weißenstein
- Vogelsburg
Region Aschaffenburg:
Region Rhön-Grabfeld


