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Burgsinner Schloss

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Der nördliche Ausgang des Burgsinner Schlosses führt in den ehemaligen Schafhof, der 2008 liebevoll hergerichtet wurde.
Der nördliche Ausgang des Burgsinner Schlosses führt in den ehemaligen Schafhof, der 2008 liebevoll hergerichtet wurde.
Etwa 200 Meter von der großen Schlossanlage Thüngen mit Burgschloss und Spitalschloss steht in der Werntalgemeinde Thüngen noch ein weiteres stattliches Herrenhaus, das Burgsinner Schloss.


Inhaltsverzeichnis

Baubeginn im späten Mittelalter

Bauherr war der ehemalige Herzog von Franken und Würzburger Fürstbischof Konrad II. von Thüngen. 1524 wurde mit dem Bau begonnen, fertig gestellt wurde das Schloss, das auch Hohe Kemenate genannt wird, 1545 von Andreas VIII. von Thüngen. Er gehörte der in Burgsinn ansässigen Linie der Familie an, daher der Name des Schlosses.

Die Geschichte des Hauses ist sehr bewegt, die Räume wurden für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Im ersten Stockwerk befinden sich auch heute noch die Büroräume von Hanskarl von Thüngen, dem Chef des „Freiherrlich von Thüngenschen Domänenamtes“ und Eigentümer der angrenzenden Brauerei „Herzog von Franken“.

Das Amtszimmer von Konrad II.

Besonders sehenswert ist das einstige Amtszimmer von Konrad II. von Thüngen (1466 bis 1540), dem ehemaligen Herzog von Franken und Würzburger Fürstbischof. Der mit prachtvollen Holzintarsien ausgestattete Renaissance-Saal wurde in den 1960er Jahren umfangreich renoviert.

Der Juwel ist die Eichentüre des Zimmers. Dieses Werk orientiert sich an antiken Motiven mit ionischen und korinthischen Säulen, sowie einer idealisierten Landschaft, durch die die Illusion geschaffen wird, durch ein Fenster aus dem Innenraum nach draußen zu blicken. Bezeichnend für die Kunst dieser Zeit ist die deutlich erkennbare Symmetrie und die Zentralperspektive. Das Portal mit den Einlegearbeiten besteht aus zwanzig verschiedenen Holzarten. Seit Februar 2002 werden im Renaissance-Saal standesamtliche Trauungen vollzogen.

Mal Poststelle, mal Gaststätte

Von 1867 bis 1879 befand sich im Burgsinner Schloss die Poststelle, zeitweise auch eine Telegraphenstation. Zentraler Punkt im Erdgeschoß war früher eine Kapelle. 1960 wurde der Gewölbesaal der Kapelle in eine Gaststätte umgebaut. Doch auch die Schloss-Stuben sind seit 2004 nicht mehr verpachtet und warten auf einen Wirt. Zum zehnjährigen Jubiläum der angrenzenden Brauerei Herzog von Franken wurde ein Kellergewölbesaal aufwendig renoviert, der nun Festgesellschaften offen steht.

Von großer Bedeutung war das Burgsinner Schloss nach 1945 für viele Familien aus dem Sudetenland. Die Heimatvertriebenen fanden im angrenzenden Hofgut des Barons von Thüngen eine Anstellung und konnten im Burgsinner Schloss wohnen. Die Wohnform war allerdings wenig komfortabel. In Lagerräumen und im „Schalander“ (Pausenraum der Bierbrauer) lebten vielköpfige Familien auf engstem Raum.

Nach dem Krieg waren im Hofgut viele Arbeiterinnen und Arbeiter beschäftigt, die sich neben der Feldarbeit auch um das Vieh gekümmert hatten. Heute gibt es keine Tiere mehr im Hofgut. Die wenigen Mitarbeiter bewirtschaften die Felder mit modernen Maschinen.

Siehe auch

Region Würzburg:


Region Main-Spessart:


Region Main-Tauber:


Region Bad Kissingen:


Region Hassberge:


Region Schweinfurt:


Region Kitzingen:


Region Aschaffenburg:

Weblinks

  • Übersichtskarte „Burgen und Schlösser in Franken“ der Main-Post