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Brustkrebs

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Auch sie ist daran erkrankt, ebenso wie Barbara Rudnik oder Kylie Monogue: Sylvie van der Vaart.
Auch sie ist daran erkrankt, ebenso wie Barbara Rudnik oder Kylie Monogue: Sylvie van der Vaart.
Bei Frauen zwischen 30 und 60 ist Brustkrebs (Mammakarzinom) die häufigste Todesursache in der westlichen Welt: In Deutschland sterben jährlich 19 000 Frauen daran, laut Weltgesundheitsorganisation weltweit über eine halbe Million, jedes Jahr erkranken 50 000 Frauen hierzulande neu.


Inhaltsverzeichnis

Im Frühstadium keine Beschwerden

Ich habe mir die bösartigste Krebsart ausgesucht, die es gibt“, sagte Barbara Rudnik. Dreieinhalb Jahre nach der Diagnose Brustkrebs starb sie an den Folgen.

„Brustkrebs macht im frühen Stadium keinerlei Beschwerden“, erklärt Professor Dr. Dr. Dietbert Hahn, Direktor des Instituts für Röntgendiagnostik am Würzburger Uniklinikum. Deshalb seien Vorsorge und Früherkennung so wichtig. Es gibt Risikofaktoren, die die Gefahr einer Brustkrebs-Erkrankung erhöhen:

Die Risikofaktoren

  • 80 Prozent der Frauen erkranken nach dem 50. Lebensjahr, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko.
  • Sind Mutter oder Schwester, also Verwandte ersten Grades, an Brustkrebs erkrankt, ist das Risiko durchschnittlich zweimal höher als ohne erkrankte Verwandte (siehe auch „Im Blickpunkt“ am Textende).
  • Ein sehr früher Beginn und ein spätes Ende der Regelblutung, also ein später Eintritt der Wechseljahre.
  • Keine Geburt, späte Erstgeburten. Stillen gilt als Brustkrebs-Vorsorge!
  • Fettreiche Ernährung, Rauchen, regelmäßiger Alkoholkonsum sowie die Einnahme der Pille scheinen zu einem höheren Risiko zu führen.
  • Übergewicht, weil im Fettgewebe (insbesondere nach der Menopause) Östrogene produziert werden.
  • Dichtes Drüsengewebe (Knoten sind schlechter zu erkennen) und die Einnahme von Hormonen, weil dadurch die Brustdrüse auch nach dem Klimakterium aktiv bleibt.


Vorsorge: Mammografie

Wichtigstes Instrument der Vorsorge und Früherkennung neben den Untersuchungen durch den Frauenarzt und das Abtasten, das frau selbst mindestens einmal im Monat durchführen sollte (lesen Sie dazu den Beitrag links), ist die Mammografie. Viele haben Angst davor, weil die Untersuchung mit Schmerzen verbunden sein kann. Hahn versucht, den Frauen die Angst zu nehmen, vor allem mit einem Argument: „Brustkrebs ist sehr gut heilbar – wenn er rechtzeitig entdeckt wird.“

Ultraschall als Alternative

Bei der Untersuchung „wird die Brust zwischen einer Röntgen- und einer Plexiglasplatte möglichst fest eingespannt und gepresst, um das ganze Gewebe möglichst gut untersuchen zu können“, erklärt der Radiologe. „Je besser gedrückt und gepresst wird, umso höher ist die Qualität der Bilder und umso größer die Chance, einen Tumor im Frühstadium zu erkennen. Je flacher das Drüsengewebe gedrückt wird, umso niedriger ist die Strahlenbelastung.“ Eine Alternative zur Mammografie ist die Ultraschall-Untersuchung, wobei laut Hahn folgende Faustregel gelten kann: Frauen unter 40 sind mit Ultraschall besser bedient, Frauen über 40 mit der Mammografie. „Das liegt daran, dass sich mit dem Alter auch die Dichte des Drüsengewebes der Brust verändert“, so Hahn. „Je dichter das Gewebe ist, umso schwieriger ist es, einen Tumor frühzeitig zu erkennen.“

Der Ultraschall bietet den Vorteil, dass die Frau keiner Strahlenbelastung ausgesetzt ist. Das sicherste Verfahren, Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu entdecken, ist die Magnetresonanz-Mammografie, die bei verdächtigen Befunden in Mammografie oder Ultraschall zur weiteren Abklärung eingesetzt wird, für die Vorsorge aber zu teuer ist, um sie flächendeckend zu bemühen.


Reihenuntersuchung

In Deutschland gibt es ein Mammografie-Screening, also eine Reihenuntersuchung möglichst vieler Frauen. Frauen zwischen 50 und 70 werden automatisch zur Vorsorgeuntersuchung eingeladen. Wichtig, so Hahn: „Frauen mit dichtem Drüsengewebe sollten häufiger zur Kontrolle. Der zeitliche Abstand zwischen den Screening-Untersuchungen von zwei Jahren kann da zu lange sein.“ Daher sollten sich Frauen mit sehr dichtem Drüsengewebe die Brüste zwischenzeitlich zusätzlich mit Ultraschall untersuchen lassen.


Abtasten: Die Selbstuntersuchung

Gerade beim Brustkrebs, der im frühen Stadium keinerlei Beschwerden verursacht, ist die Vorsorge enorm wichtig. Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto größer ist die Heilungschance, erklärt Professor Dr. Dr. Dietbert Hahn, Leiter des Instituts für Röntgendiagnostik am Würzburger Universitätsklinikum.

Eine ganz wichtige Vorsorgemaßnahme kann frau selbst übernehmen, indem sie regelmäßig ihre Brüste abtastet. Spätestens vom 30. Lebensjahr an sollten Frauen damit beginnen. Wie sie – laut Experten – dabei vorgehen sollten:

  • Die Selbstuntersuchung der Brust sollte einmal im Monat in den ersten Tagen nach Einsetzen der Regelblutung durchgeführt werden.
  • Inspektion vor dem Spiegel: Darauf achten, ob sich die Brust in Form, Größe oder Lage verändert hat.
  • Anschließend beide Arme über den Kopf heben. Darauf achten, ob die Brüste der Bewegung folgen!
  • Dann hinlegen. Der linke Arm sollte angewinkelt unter den Kopf gelegt werden. Mit der rechten Handfläche bei geraden und geschlossenen Fingern die linke Brust mit kreisenden Bewegungen auf Knoten und Verhärtungen abtasten. Diesen Vorgang auf der anderen Seite wiederholen.
  • Danach im Sitzen oder Stehen nochmals beide Brüste streichend abtasten. Sollten Verhärtungen oder Knoten ertastet bzw. blutige oder eitrige Absonderungen aus einer Brustwarze festgestellt werden, ist die unverzügliche Abklärung durch einen Frauenarzt zu empfehlen. Das gilt auch, wenn sich die Brüste beim Heben der Arme unterschiedlich verhalten oder wenn sich eine der Brustwarzen nach innen zieht.
  • Weitere Anlässe für die Kontrolle durch den Arzt: Hautveränderungen an der Brustwarze, plötzlich auftretende und nicht mehr abklingende Rötungen der Brust, Knoten in der Achselhöhle, aus der Brustwarze austretende Sekrete.


Das Brustzentrum der Uniklinik Würzburg

Weitere Infos gibt es im Brustzentrum des Instituts für Röntgendiagnostik des Würzburger Uniklinikums, Tel. (09 31) 2 01 - 3 44 03. Das Klinikum bietet eine humangenetische Beratungsstelle für Frauen an, in deren Familien es gehäuft zu Brustkrebs kam. Infos unter Tel. (09 31) 8 88 40 - 84.

Siehe auch


Quelle

Main-Post/tbr