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Babyfreundliches Krankenhaus

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Stillen und Hautkontakt wirken sich positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung aus.
Stillen und Hautkontakt wirken sich positiv auf die Mutter-Kind-Beziehung aus.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO und UNICEF haben die Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus"gegründet. Hintergrund: Schon unmittelbar nach der Geburt werden Grundlagen für die Gefühlsentwicklung eines Kindes gelegt; Hautkontakt und Stillen intensivieren zudem die Mutter-Kind-Beziehung und wirken sich positiv auf den Zusammenhalt der Familie und die Gesundheit des Neugeborenen aus.


Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Studien

Nach aktuellen Studien begünstigt das Betreuungskonzept Babyfreundlicher Krankenhäuser das Entstehen der Mutter-Kind-Bindung. 20.000 Babyfreundliche Geburtskliniken weltweit haben sich dem Betreuungskonzept der WHO/UNICEF-Initiative angeschlossen.

Missionsärztliche Klinik "Babyfreundlich"

Am Freitag, 13.2, erhält die Missionsärztliche Klinik als viertes Krankenhaus in Bayern die Plakette „Babyfreundliches Krankenhaus“. Um dieses internationale Gütesiegel zu bekommen, haben sich Chefetage und Mitarbeiter zwei Jahre intensiv vorbereitet.

Das erste Signal, sich auf diesen Prozess einzulassen und die Krankenhausroutine den strengen Richtlinien dem WHO/Unicef-Programm „Babyfriendly Hospital Initiative“ anzupassen, kam vom Personal, erinnert sich Professor Dr. Dieter Kranzfelder, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe.

„Es war eine konsequente Weiterentwicklung der ganzheitlichen Pflege, die wir schon in den 90er Jahren umgesetzt haben“, sagte Assistenzärztin Sabine Schuler. Vor allem die ehemalige Oberärztin Annette Kaufhold-Moore habe sich sehr dafür eingesetzt. „Immer mehr wurde uns da allen bewusst, dass es gerade in der Geburtshilfe und Säuglingspflege mehr Wissen gibt, als das in der Ausbildung erlernte.“

In einem babyfreundlichen Krankenhaus wird großer Wert auf die Mutter-Kind-Beziehung gelegt, alle Abläufe werden dem Ziel untergeordnet, diese so gut es irgend geht zu stärken. „Da müssen alle mitmachen“, ergänzt Claudia Schad, stellvertretende Stationsleiterin. Sie bestätigt, dass alle das auch wollen. „Unsere Mitarbeiter sind sehr engagiert dabei.“

Das ist auch nötig, denn um die Plakette zu bekommen, muss jeder Einzelne 20 Stunden geschult werden. „So passiert es nicht mehr, dass der Arzt anderes erzählt als die Schwester“, fügt die Krankenschwester an.

Das Missio, dem die Mönchberg-Kinderklinik angegliedert ist, ging sogar noch einen Schritt weiter und holte auch die Kinderärzte sowie die Nachsorge-Hebammen im Familienhaus mit ins Boot. „Wir tun das, weil wir glauben, dass wir damit den Kindern einen optimalen Start ins Leben ermöglichen – und das schulden wir nicht zuletzt auch unserem christlichen Auftrag“, sagt Kranzfelder.

Was heißt "babyfreundlich" konkret?

Mutter und Kind sind auch nach Kaiserschnitt-Geburten – von der ersten Minute an praktisch ständig zusammen (24-Stunden-Rooming-in).

Um das zu ermöglichen sind die sonst üblichen Rollbettchen den so genannten „Pforzheimer Bettchen“ gewichen, Babybetten, die direkt ans Bett der Mutter gehängt werden. Tee aus der Flasche, Zusatznahrung und Schnuller wurden verbannt.

Nach der Geburt, erklärt Hebamme Christina Kreß, wird das Neugeborene auch nicht sofort gebadet, sondern auf den Bauch der Mutter gelegt: „Und es ist immer wieder unglaublich zu sehen, wie die Kleinen von ganz allein zur Brust robben, um sich zu stillen.“ Auch in den folgenden Tagen geschieht alles im Beisein der Mutter, ob Schlafen, Wickeln, baden oder medizinische Untersuchungen.

„Das ist zwar für die Mutter oft anstrengender als früher, dafür aber kennt sie ihr Kind besser, wenn sie nach Hause geht und die Probleme hinterher lassen nach“, ist sich Schad sicher. Sie und ihre Kolleginnen beobachten „signifikant weniger“ Brustentzündungen, weniger schmerzhaften Milcheinschuss und weniger Gelbsucht bei den Kindern.

Doch trotz aller Stillbegeisterung, die Entscheidung wie sie ihr Kind ernähren möchte, trifft immer noch jede Frau selbst, betont Kranzfelder. „Wir möchten lediglich, dass die Frauen bestmöglich informiert entscheiden, welchen Weg sie gehen.“ Schließlich sei es auch mit der Flasche möglich ein Kind zu stillen, also ihm mehr zu geben als nur Nahrung.

Siehe auch

Weblinks

  • Adressen babyfreundlicher Krankenhäuser in Deutschland
  • 10 Schritte zum erfolgreichen Stillen